// Startseite
| Tuttosport |
| +++ Sportzeitung für Italien +++ |
|
|
|
Es war ein jener Abende im Januar, an denen Turin die Kälte einfach weglächelt - oder besser gesagt: weggeschießt. 41.322 Zuschauer im Juventus-Stadion sahen am Montagabend ein Yuventus Turin, das sich in Spiellaune präsentierte, Bologna mit drei sauberen Treffern abfertigte und dabei den Anschein erweckte, als spiele es gegen den eigenen Schatten. 3:0, ein Ergebnis, das so klar klingt, wie es auf dem Rasen aussah. Trainer Kevin Mirabella hatte sein Team defensiv eingestellt, auf Konter lauernd. Die Gäste aus Bologna, unter Ferdinand Mayer gewohnt forsch und offensiv orientiert, rannten - und liefen sich fest. "Wir wollten das Spiel machen", sagte Mayer nach dem Abpfiff mit einem gequälten Lächeln. "Das Problem war nur: Yuventus wollte das Spiel gewinnen." Die Geschichte dieses Abends begann früh mit einem kleinen Drama in Gelb. Schon in der vierten Minute sah Eugenio Marina seine erste Verwarnung, nachdem er etwas zu temperamentvoll in einen Zweikampf rauschte. "Ich war einfach zu motiviert", grinste der 33-Jährige später. Sein Trainer kommentierte trocken: "Eugenio ist wie ein Espresso - stark, heiß, und manchmal ein bisschen zu schnell serviert." Danach übernahm Yuventus das Kommando. Loris Gallo prüfte in der fünften Minute erstmals den jungen Bologna-Keeper Enrico Satriano - ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Nach 30 Minuten war es dann so weit: Gallo schloss einen blitzsauberen Angriff über die rechte Seite eiskalt ab. 1:0. Der Jubel? Eine Mischung aus Erleichterung und Selbstbestätigung. "Ich hab’ einfach draufgehalten", erklärte Gallo. "Wenn du zu viel nachdenkst, ist der Ball schon im Aus." Nur fünf Minuten später folgte der nächste Streich. Giuseppe Moro, der rechte Verteidiger mit der Lizenz zum Flanken, zog durch, legte quer, und Eugenio Marina verwandelte zum 2:0. Der linke Fuß, der Ball, das Netz - alles im perfekten Timing. Bologna wirkte konsterniert, Mirabella hingegen rieb sich die Hände. "So stelle ich mir Konterfußball vor", sagte er später, "nur ohne die gelben Karten." Bis zur Pause war das Spiel praktisch entschieden, doch Yuventus hatte noch Lust auf mehr. In Minute 52 erhöhte Federico Gamper nach Vorlage des Innenverteidigers Manuel Grimaldi auf 3:0 - ein Treffer, der so elegant war, dass selbst einige Bologna-Fans kurz applaudierten. "Grimaldi spielt den Ball, als wäre er ein Pizzabäcker - mit Gefühl und Spin", witzelte ein Kommentator auf der Tribüne. Statistisch war das Ganze so eindeutig wie der Spielstand: 14 Torschüsse für Yuventus, nur sechs für Bologna, dazu 53 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote von knapp 55 Prozent. Ein Arbeitssieg mit Stil. In der 60. Minute begann das große Wechselspiel: der junge Riccardo Poggi machte Platz für Roger Fournier, und auch in der Abwehr wurde getauscht. Bologna reagierte mit frischen Kräften - vergeblich. Die beste Phase der Gäste kam zu spät, als Gianluigi Di Carlo und Franck Savard noch zwei harmlose Schüsse abgaben. Ein echter Wermutstropfen trübte den Turiner Abend dann doch: Giuseppe Moro, bis dahin einer der auffälligsten Spieler, sah in der 76. Minute Gelb-Rot - wegen eines taktischen Fouls, das man auch als "professionell" bezeichnen könnte, wenn man es nett meint. "Giuseppe wollte nur sicherstellen, dass wir nicht noch ein Tor schießen", grinste Mirabella sarkastisch. Bologna kämpfte bis zuletzt, aber ohne echte Durchschlagskraft. Als Daniel Marcel kurz vor Schluss noch Gelb sah, war das sinnbildlich für den Abend: viel Einsatz, wenig Ertrag. Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Federico Gamper zufrieden: "Das war kontrolliert, diszipliniert, und ein bisschen schön war’s auch." Auf die Frage, ob Yuventus jetzt wieder im Titelrennen sei, antwortete er schmunzelnd: "Ich sag mal so: Wir haben Lust auf mehr." Fazit: Yuventus Turin spielte reifer, abgezockter, schlicht besser. Bologna versuchte es mit Offensivgeist, scheiterte aber an einer cleveren Defensive und an sich selbst. Ein Spiel, das nicht nur Punkte brachte, sondern auch ein Statement setzte - eines, das vielleicht noch lange nachhallt. Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn das defensiv war, dann will ich nicht wissen, wie Yuventus aussieht, wenn sie angreifen." 15.08.643987 14:25 |
Sprücheklopfer
Das ist Wahnsinn! Da gibt's Spieler im Team, die laufen noch weniger als ich!
Toni Polster nach einer Niederlage