Tuttosport
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Yuventus stolpert daheim - Albinoleffe überrascht mit Flügelsturm

Es war einer dieser Abende, an denen man sich als Yuventus-Fan fragt, ob der Fußballgott vielleicht gerade Pizza essen war. 48.459 Zuschauer im altehrwürdigen Turiner Stadion wollten ihre Mannschaft am 12. Spieltag der 1. Liga Italien zum Sieg schreien - am Ende mussten sie mit einem 1:2 gegen UC Albinoleffe nach Hause gehen. Und das, obwohl Yuventus mehr Ballbesitz hatte (51,6 Prozent) und eigentlich alles im Griff schien.

Dabei hatte Trainer Kevin Mirabella auf Sicherheit gesetzt: defensiv ausgerichtet, lange Bälle, auf Konter lauernd - eine Taktik aus der Abteilung "Lieber kein Gegentor als ein schönes Spiel". Albinoleffe dagegen, unter Danek Petri gewohnt forsch, ließ die Flügel glühen. "Wir wollten ihnen gar keine Zeit zum Denken lassen", grinste Petri nach dem Spiel, und man konnte ihm die Genugtuung ansehen.

Schon in den ersten Minuten donnerten die Gäste eine Salve an Torschüssen in Richtung Yuventus-Torhüter Eugenio Messina. Rizzo, Martirano, Rocha - alle testeten die Reaktionsfähigkeit des Keepers. Insgesamt brachte Albinoleffe es auf stolze 19 Abschlüsse, während Yuventus nur sieben zustande brachte. Die erste Halbzeit endete trotzdem torlos, was weniger an taktischer Raffinesse lag, sondern vielmehr daran, dass Albinoleffe das Zielwasser offensichtlich in der Kabine vergessen hatte.

"Ich dachte, wir hätten die Kontrolle", sagte Mirabella hinterher, "aber Kontrolle ist eben kein Tor." Und er sollte recht behalten.

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, ging’s Schlag auf Schlag. In der 49. Minute zog der quirlige Mittelfeldmann José Meira ab - nach Vorarbeit von Außenverteidiger Jacob Primes - und traf flach ins rechte Eck. Messina sah den Ball wohl erst, als er schon hinter ihm lag. "Ich hab’ den Wind gespürt, mehr nicht", murmelte der Torwart später mit einem gequälten Lächeln.

Während Yuventus noch überlegte, wie man den Rückstand verdaut, schlug Albinoleffe vier Minuten später erneut zu. Diesmal war es Christian Rizzo, der nach einer Ecke von Jordi Valdes goldrichtig stand und den Ball kompromisslos unter die Latte nagelte. 2:0 - und plötzlich war das Stadion so still, dass man das Knirschen der Yuventus-Verteidiger hören konnte.

Mirabella reagierte hektisch: zwei Wechsel in der 60. Minute, Gravina für Taverna und Anderson für den müde wirkenden Moro. Kurz darauf kam Belcastro für Trebisacce - ein Versuch, frisches Blut ins Spiel zu bringen. Doch Albinoleffe blieb bissig, selbst als ihr Flügelmann Juan Pablo Rocha nach 72 Minuten verletzt vom Platz humpelte. "Ich wollte weitermachen, aber mein Bein hatte eine andere Meinung", witzelte Rocha im Kabinengang.

Ironischerweise brachte erst diese Unterbrechung Yuventus zurück ins Spiel. In der 73. Minute war es der Oldie Samuele Cerzeto, 36 Jahre jung, der nach feinem Zuspiel des Nachwuchstalents Riccardo Poggi den Ball in die Maschen setzte. Das Stadion erwachte, und man roch plötzlich wieder Hoffnung in der Turiner Abendluft.

Doch Albinoleffe ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Trainer Petri stellte auf starkes Pressing um, ließ seine Mannschaft kompromisslos anlaufen. "Ich hab’ ihnen gesagt: Wenn ihr schon schwitzt, dann richtig", verriet er später. Die Gäste verteidigten clever, gingen hart in die Zweikämpfe - ihre Tacklingquote von 55,5 Prozent spricht Bände. Yuventus konnte zwar noch ein paar harmlose Schüsse absetzen, aber die Gäste aus Bergamo ließen nichts mehr anbrennen.

Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel blau-weiß. Petri fiel seinem Assistenten um den Hals, während Mirabella mit starrem Blick in Richtung Tribüne verschwand - vielleicht suchte er dort seine verschwundene Offensive. "Wir hatten die Chancen, aber keine Nerven", erklärte er auf der Pressekonferenz, um dann seufzend hinzuzufügen: "Und manchmal reicht das schon."

Fazit eines Abends, der für die Statistikfreunde ebenso interessant war wie für die Satiriker: Yuventus hatte mehr Ballbesitz, weniger Ideen, zwei Gelbe Karten (Poggi und Anderson) und einen Treffer. Albinoleffe dagegen spielte mutig, aggressiv, effizient - und nahm drei Punkte mit, die sie sich redlich verdienten.

Oder, wie Rizzo es trocken zusammenfasste: "Manchmal ist Fußball einfach - du schießt öfter aufs Tor, also gewinnst du."

Vielleicht war’s genau das, was Mirabella an diesem Abend am meisten geärgert hat.

Denn während Albinoleffe mit Flügelsturm und Spielfreude glänzte, wirkte Yuventus wie ein Oldtimer im Stadtverkehr: laut, schön anzusehen - aber eben nicht mehr der Schnellste.

26.05.643987 11:32
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