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Yuventus kontert Bologna aus - Bernardi und Taverna sorgen für eiskalten Sieg

Es war ein kühler Februarabend im Stadio Renato Dall’Ara, aber warm wurde es trotzdem - zumindest auf den Rängen. 41.161 Zuschauer sahen am 9. Spieltag der Serie A eine Partie, die so typisch italienisch war wie Espresso nach dem Abendessen: taktisch diszipliniert, emotional aufgeladen und mit einer Prise Chaos garniert. Am Ende setzte sich Yuventus Turin mit 2:1 gegen die AS Bologna durch - und das, obwohl Bologna fast alles richtig machte. Fast.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass das kein Spaziergang für die Gäste werden würde. Bologna-Trainer Ferdinand Mayer hatte seine Elf offensiv eingestellt, mit viel Mut, aber wenig Rückversicherung. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Angst haben - und haben’s prompt bereut", seufzte Mayer nach dem Spiel mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Galgenhumor und Stolz lag.

Yuventus-Coach Kevin Mirabella hingegen blieb seiner Philosophie treu: aus einer balancierten Defensive heraus kontern, lange Bälle, eiskalte Abschlüsse. Und tatsächlich war es ein Verteidiger, der die Turiner Führung besorgte. In der 33. Minute stürmte Rechtsverteidiger Roberto Taverna nach einem feinen Zuspiel von Emanuele Bernardi über die rechte Seite, zog einfach mal ab - und traf. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der 21-Jährige nach dem Spiel, "aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich, das war Absicht."

Bologna reagierte mit Wut im Bauch. Giacomo Ferrario prüfte Keeper Eugenio Messina mehrfach, Ramon Varela verpasste kurz vor der Pause nur knapp den Ausgleich. Doch zur Halbzeit stand es 0:1 - und Mayer musste umstellen. In der 46. Minute kam der junge Claudio Montanari für den Routinier Iason Theodoridis, und der Teenager sollte prompt seinen Namen ins Rampenlicht bringen.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff kombinierte sich Bologna sehenswert durchs Mittelfeld. Salvador Niguez setzte links zum Sprint an, legte quer, und Theodoridis - der eigentlich schon auf der Bank saß, aber kurz zuvor wieder eingewechselt worden war, nachdem es Missverständnisse beim Wechselzettel gab - versenkte eiskalt zum 1:1-Ausgleich. Das Stadion tobte. "Ich hab den Namen auf der Tafel gesehen und dachte, das kann nicht sein!", lachte Theodoridis später. "Gut, dass der Trainer schnell reagiert hat."

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Yuventus blieb gefährlich - und hatte in Bernardi einen Mann in Galaform. Der 23-jährige Flügelspieler, bereits Vorlagengeber beim 0:1, traf in der 73. Minute selbst. Nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite legte der gerade eingewechselte Jannik Winther clever quer, Bernardi zog trocken ab - 1:2. Das war kalte Effizienz in Reinform.

"Das ist unser Spiel", kommentierte Mirabella nüchtern. "Andere brauchen Ballbesitz, wir brauchen nur Platz." Tatsächlich hatte Yuventus mit 51 Prozent etwas mehr vom Spiel, aber entscheidender war die Konsequenz im Abschluss: 15 Torschüsse, zwei Treffer, und ein Abwehrbollwerk, das in den letzten Minuten nichts mehr zuließ.

Bologna kämpfte, rannte, schoss - 12 Abschlüsse, aber zu wenig Präzision. In der 80. Minute versuchte es sogar Innenverteidiger Salvatore Venier mit einem wuchtigen Kopfball, doch Messina, der nach 60 Minuten für den jungen Ferrero ins Tor gekommen war, hielt spektakulär.

Die Schlussphase war ein wilder Schlagabtausch, bei dem vor allem Yuventus’ Nachwuchsspieler die Nerven behielten. Der erst 18-jährige Winther kassierte in der 87. Minute noch Gelb, "weil ich den Ball zu leidenschaftlich geküsst habe", wie er später scherzte. Trainer Mirabella konnte da nur schmunzeln: "Wenn Leidenschaft Gelb ist, nehme ich das jeden Tag."

Nach dem Schlusspfiff applaudierten sogar die Heimfans den Gästen - eine seltene Geste in Bologna. Mayer klopfte seinem Team anerkennend auf die Schultern. "Wir haben verloren, ja. Aber wir haben uns nicht versteckt. Und ich glaube, das Publikum hat das gespürt."

Yuventus dagegen feierte ausgelassen - aber nicht übermütig. Bernardi, der Mann des Abends, fasste es treffend zusammen: "Heute haben wir gezeigt, dass wir auch ohne Glanz gewinnen können. Manchmal reicht einfach eine gute Organisation - und ein bisschen Glück."

Fazit: Bologna spielte mutig, Yuventus eiskalt. Die Statistik - 48,9 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 51,1 für die Gäste - spiegelt das Spiel treffend wider: ausgeglichen, aber mit dem besseren Ende für die cleverere Mannschaft. Und irgendwo auf der Tribüne summte ein Zuschauer leise den alten Klassiker: "Catenaccio never dies."

Oder wie es ein Fan beim Hinausgehen formulierte: "Yuventus hat vielleicht keinen Schönheitspreis gewonnen - aber drei Punkte."

30.08.643990 14:15
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Thomas Häßler
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