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Wolverhampton siegt mit Zähnen und Nägeln gegen die Hull Tigers

Es war einer dieser Abende in der "1. Liga England", an denen 51.186 Zuschauer im Stadion von Wolverhampton spürten: Das wird kein Fußballfest, aber ein Kampf, bei dem man die Grasnarben noch Tage später sehen wird. Am Ende stand ein schmutziges, stolzes 1:0 für die Hausherren gegen die Hull Tigers - ein Ergebnis, das weniger über die Spielanteile als über den Charakter aussagt.

Trainer Linus Van Pelt grinste nach Abpfiff so breit, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Manchmal muss man den Gegner einfach in Schönheit sterben lassen. Sie hatten den Ball, wir das Tor", kommentierte er mit einem Augenzwinkern. Und tatsächlich: Die Statistik sprach eine ganz andere Sprache. Nur 39 Prozent Ballbesitz für Wolverhampton, dafür 61 Prozent für Hull. Elf Torschüsse gaben die Gäste ab - und trafen trotzdem keinen einzigen.

Der Held des Abends? Ausgerechnet Innenverteidiger Vincent Hoffmann, der in der 19. Minute nach einer Ecke von Willem Oudekirk goldrichtig stand. Ein satter Rechtsschuss aus kurzer Distanz, unhaltbar für Hull-Keeper Bernd Ledig. Ironie des Abends: Derselbe Hoffmann, der jubelnd in die Fankurve rannte, musste in der 55. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. "Ich wollte nur den Ball spielen", jammerte er später, "aber der Ball wollte wohl nicht mich." Sein Trainer kommentierte trocken: "Vincent ist ein leidenschaftlicher Typ - manchmal etwas zu sehr."

Nach dem Platzverweis verwandelte sich Wolverhampton in eine Mauer aus Elan und Verzweiflung. Die Hull Tigers rannten an, schossen aus allen Lagen, kombinierten, pressten - und verzweifelten. Luis Sainz, der bullige Mittelstürmer der Gäste, prüfte den jungen Torwart Xabi Frechaut gleich dreimal in der ersten Viertelstunde. Doch der 20-jährige Keeper hielt, als wolle er allen beweisen, dass er mehr ist als ein Ersatz für den verletzten Stammkeeper. "Ich hab einfach den Ball gesehen und gedacht: nicht heute, mein Freund", grinste Frechaut nach dem Spiel.

Die Tigers, von Trainer Bobby Granato gewohnt offensiv eingestellt, versuchten alles. Granato, ein Mann, der normalerweise lieber charmant lächelt als an der Seitenlinie tobt, war diesmal eine Mischung aus Vulkan und Operndirigent. In der 65. Minute warf er beide Arme in die Luft, als Luis Sainz erneut an Frechaut scheiterte. "Wir hatten Chancen für zwei Spiele", stöhnte er nach der Partie. "Aber wenn du das Tor nicht triffst, gewinnst du nicht mal beim Darts."

Auch die Schiedsrichterkarte war gut beschäftigt: Fünf Gelbe und eine Gelb-Rote Karte verteilte der Unparteiische - ein Zeichen dafür, dass die Partie mehr Feuer als Finesse bot. Besonders auffällig: Hulls Verteidiger Kian Cochran, der mit der Gelben Karte in der 39. Minute mehr gestikulierte als spielte. Und Wolverhamptons Willem Oudekirk, der nicht nur die Vorlage zum Siegtreffer lieferte, sondern auch eine Verwarnung kassierte, weil er den Ball nach einem Foul etwas zu temperamentvoll wegdrosch.

Taktisch blieb das Spiel ein Lehrbeispiel für "offensiv ohne Ertrag" gegen "defensiv mit Herz". Hull spielte von Beginn an offensiv, mit starkem Pressing in der Schlussphase, während Wolverhampton nach dem Platzverweis nur noch verteidigte. In der 84. Minute hatte Edward Whitman die Riesenchance zum Ausgleich - doch sein Schuss rauschte Zentimeter am Pfosten vorbei. Van Pelt stand da mit verschränkten Armen und murmelte: "Fußballgötter gibt’s eben doch."

In den letzten Minuten war es dann ein einziger Belagerungszustand. Die Tigers warfen alles nach vorn, selbst Innenverteidiger Cochran stürmte mit. Doch Wolverhampton verteidigte, als ginge es um Leben und Ehre. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Frechaut auf die Knie, Oudekirk ballte die Fäuste - und Van Pelt drehte sich um und ging einfach in die Kabine.

"Wir haben heute gelernt, dass man auch mit einem Torhelden und einem Platzverweis gewinnen kann", sagte der Trainer später lächelnd. Und Hulls Granato fasste es mit britischem Understatement zusammen: "Wir hätten noch eine Stunde spielen können - der Ball wollte einfach nicht rein."

Ein Sieg des Willens, ein Abend voller Kratzer, Karten und kaltem Schweiß. Wolverhampton jubelt, Hull hadert - und der Rest der Liga weiß jetzt: Gegen diese Wölfe braucht man mehr als Ballbesitz. Man braucht Glück, Geduld - und vielleicht einen Exorzisten.

08.10.643993 02:23
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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