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Wahnsinns-Wende in Angers: 3:3 nach irrem Schlagabtausch gegen Liverpool

Es gibt Fußballspiele, die schreibt kein Drehbuchautor besser. Das 3:3 zwischen SCCO Angers und den Liverpool Reds am sechsten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase gehört genau in diese Kategorie: wild, emotional und mit einem Ende, das beide Seiten ratlos zurückließ - die einen mit stolzgeschwellter Brust, die anderen mit einem verkniffenen Lächeln und der Frage: "Wie konnte das passieren?"

Dabei hatte alles ganz klassisch nach englischem Lehrbuch begonnen. Die Reds, unter der Leitung von Heiner Schneider, stürmten los, als hätten sie vergessen, dass es überhaupt noch 85 Minuten zu spielen gab. Schon in der 4. Minute zappelte der Ball im Netz: James Mayhew, 21 Jahre jung und mit der Unschuld eines Straßenfußballers, schob nach perfektem Zuspiel von Sergio Arrondo eiskalt ein. Zwei Minuten später wieder das gleiche Duo, wieder das gleiche Resultat - 0:2. Angers’ Torhüter Julien Letourneur griff noch in die Luft, als der Ball längst hinter ihm lag.

"Da dachte ich kurz, wir kriegen heute eine Geschichtsstunde über englischen Powerfußball", gestand Angers-Coach Alex Krepus hinterher halb lachend, halb schweißgebadet. "Aber meine Jungs haben beschlossen, dass sie nicht nur Zuschauer sein wollen."

Nach der Pause drehte sich das Spiel - und wie! Angers kam mit 57 Prozent Ballbesitz und einer gehörigen Portion Wut im Bauch zurück. Liverpool dagegen tat, was Teams mit einer 2:0-Führung oft tun: Sie verwalten. Nur dass sie das Verwalten mit einem Tor von Arrondo in der 55. Minute garnierten. 0:3 - normalerweise der Todesstoß. Doch an diesem Abend war "normal" ein Fremdwort.

Vier Minuten später startete der rechte Flügelstürmer Serge Couture sein persönliches Comeback des Jahres. Erst vollendete er eine feine Flanke von Yves Bail (59.), dann tanzte er vier Minuten später die halbe Liverpool-Abwehr aus und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck (63.). 2:3 - das Stadion mit seinen 79.500 Zuschauern bebte. Krepus brüllte an der Seitenlinie "Weiter, weiter!", während Schneider auf der Gegenseite seine Trinkflasche malträtierte.

In der 68. Minute kam es dann, wie es kommen musste: Der eingewechselte Dominique Lavoie, eben erst für den verletzten Mitrofan Budjanski gekommen, zog auf links vorbei und legte quer auf Franck DeBrosse. Der hämmert die Kugel mit einem Wutvollspann zum 3:3 in die Maschen. Das Stadion explodierte - und man konnte den Jubel wohl bis Nantes hören.

Liverpool wankte, fand aber wieder zu sich. Alain Astruc prüfte Letourneur noch zweimal (72., 80.), doch der Keeper parierte mit Katzenreflexen. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es mich trifft", grinste Letourneur später - und traf damit den Nerv des Spiels: pure Emotion, wenig Logik.

Die letzten Minuten waren dann pures Chaos in Rot und Weiß. Gelbe Karten für Poulin (34.) und de Almeida (75.), ein verletzter Budjanski, hektische Wechsel auf beiden Seiten - und Krepus, der seine Coachingzone mit einem Sprintduell gegen den vierten Offiziellen verwechselte. "Ich wollte nur sicherstellen, dass der Ball wirklich draußen war", rechtfertigte er sich augenzwinkernd.

Statistisch gesehen war Angers am Ende sogar das bessere Team: 20 zu 13 Schüsse aufs Tor, mehr Ballbesitz, höhere Zweikampfquote. Doch Liverpool hatte die Kaltschnäuzigkeit und - zumindest eine Halbzeit lang - die Kontrolle. "Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben", knurrte Reds-Coach Schneider nach Abpfiff. "Aber wenigstens wurde niemand eingeschläfert."

James Mayhew, Doppeltorschütze und Mann des Spiels auf Liverpooler Seite, nahm’s sportlich: "Wenn du 3:0 führst und trotzdem 3:3 spielst, dann weißt du, dass du in Europa bist."

Und so bleibt das Fazit dieses Abends: Angers hat Herz, Liverpool hat Klasse - aber beide haben Nerven aus Drahtseilen gebraucht. Für die Zuschauer war’s ein Geschenk, für die Trainer ein Nervenkrieg, und für die Statistik ein Spiel, über das man noch lange sprechen wird.

Oder, wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Ich kam für Fußball - und ging nach einem Thriller nach Hause."

23.07.643987 16:11
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