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Vanløse fegt Atromitos aus dem Stadion - 8:1 und kein Ende in Sicht

Ein Europaliga-Abend in Kopenhagen, der für Vanløse BK in purem Fußballrausch und für Atromitos in einem 90-minütigen Albtraum endete: 8:1 hieß es am Ende vor 44.805 begeisterten Zuschauern. Trainer SY On grinste nach dem Schlusspfiff breit: "Ich musste kurz nachzählen, ob das wirklich unser Ergebnis ist. Dann habe ich mir eine Cola aufgemacht."

Von Beginn an wirkte Vanløse, als habe man heimlich doppelt so viele Spieler auf dem Platz. Schon in der 8. Minute klingelte es: Pedro Morte verwandelte einen Pass von Claus Andreassen trocken - 1:0. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Morte später mit einem Achselzucken, das irgendwo zwischen Understatement und Selbstironie pendelte.

Atromitos antwortete in der 14. Minute, als Nicola Sala nach einem feinen Zuspiel von Heinz Kroll zum 1:1 einschob. Eine kurze Hoffnung, die ganze drei Minuten hielt, bevor Vanløse wieder das Kommando übernahm.

Danach begann das, was man in Dänemark wohl einen "Lektionstag" nennt. Christopher Harrington, der rechte Wirbelwind, traf in der 35. Minute nach Vorlage von Innenverteidiger Gunnar Hoffmann - ja, richtig gelesen, ein Innenverteidiger als Vorlagengeber. Zwei Minuten später machte Thierry Beaumanoir mit dem 3:1 (Vorlage: Morte) den Halbzeitstand perfekt.

Während Vanløses Fans schon in der Pause überlegten, ob sie den Torjubel monotonisieren sollten, suchte Atromitos-Coach Michael Graf verzweifelt nach Worten. "Ich habe meinen Spielern gesagt, sie sollen den Ball flach halten - leider haben sie das wörtlich genommen", stöhnte er später.

Nach Wiederanpfiff wurde es dann endgültig ein Spektakel. In der 49. Minute zog Anton Nørgaard nach einem cleveren Zuspiel von Rechtsverteidiger Lennart Vestergaard ab - 4:1. Der Mann im Zentrum schien plötzlich überall zu sein. Als dann auch noch Hoffmann in der 62. Minute nach einem Eckball das 5:1 köpfte, war das Publikum längst im Partymodus.

Und Vanløse hatte immer noch nicht genug: Nørgaard legte in der 68. Minute nach, diesmal auf Vorarbeit von Andreassen. Drei Minuten später durfte wieder Harrington ran - Vorlage Brodersen, 7:1. Und als Krönung schnürte der unermüdliche Flügelstürmer in der 78. Minute sogar einen Hattrick, mit Assist von - wer sonst - Hoffmann.

Acht Tore, acht verschiedene Kombinationen, ein einziges Offensivfeuerwerk. Atromitos wirkte, als hätte man den Stecker gezogen. Die Griechen (die an diesem Abend wohl lieber Philosophen als Fußballer gewesen wären) kamen auf ganze fünf Torschüsse, während Vanløse 20 Mal abzog. Der Ballbesitz? 54 zu 46 Prozent - aber die Zahlen erzählen nicht annähernd, wie dominant das wirkte.

Ein gelber Karton für Esteban Bermudez auf Vanløser Seite (18.) und einer für Oscar Neil (54.) bei Atromitos waren die einzigen kleinen Farbtupfer in einem ansonsten einseitigen Gemälde.

"Wir wollten offensiv spielen, und das haben wir getan", erklärte SY On nach dem Schlusspfiff und grinste verschmitzt. "Vielleicht ein bisschen zu offensiv - mein Torhüter hat sich gelangweilt." Mario Mendoza, der Keeper, bestätigte das lachend: "Ich habe in der zweiten Halbzeit mehr mit den Fans Selfies gemacht als Bälle gehalten."

Atromitos-Coach Graf hingegen stapfte mit gesenktem Kopf in die Kabine. Später sagte er: "Wenn man acht Tore kassiert, muss man sich fragen, ob man nicht versehentlich den Gegner aufgestellt hat."

Die Fans feierten Vanløse, als hätten sie gerade den Titel gewonnen - und wer sie sah, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das in dieser Form vielleicht gar nicht so unrealistisch ist.

Zum Schluss blieb nur die Frage, ob man so einen Abend in Zahlen fassen kann: 8:1, 20 Torschüsse, 44.805 Zuschauer, eine Mannschaft im Rausch. Oder, wie es Christopher Harrington trocken kommentierte: "Wir hatten einfach einen guten Lauf - und Atromitos stand im Weg."

Ein Spiel, das in die Vereinschronik eingehen dürfte - irgendwo zwischen Genie, Spielfreude und gnadenloser Effizienz. Und wer genau hinsah, konnte in der 89. Minute sogar Trainer SY On dabei erwischen, wie er sich ein Notizblatt mit einem breiten Grinsen in die Tasche steckte. Vielleicht stand darauf nur ein Wort: "Mehr davon."

23.07.643987 02:58
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