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Valentines Treffer versüßt den Reds den Champions-League-Abend

An der Anfield Road war es wieder einer dieser Abende, an denen die Luft elektrisch knisterte, obwohl das Thermometer nur knapp über dem Gefrierpunkt hing. 59.000 Zuschauer hatten sich am Mittwochabend eingefunden, um die "Liverpool Reds" in der Gruppenphase der Champions League gegen Yuventus Turin zu sehen - und sie wurden Zeugen eines Spiels, das weniger durch Spektakel als durch englische Hartnäckigkeit glänzte. Am Ende stand ein 1:0, das so knapp wie verdient war.

Das Tor des Abends fiel in der 19. Minute, und es war ein Treffer, wie er in keiner Taktiktafel dieser Welt steht: Lewis Valentine, der flinke Flügelmann der Reds, nahm einen butterweichen Pass von John Millington zentral vor dem Strafraum an, ließ einen Verteidiger aussteigen und schob den Ball mit der Seelenruhe eines Mannes ein, der offenbar vergessen hatte, dass 59.000 Menschen gerade die Luft anhielten. "Ich hab einfach instinktiv abgeschlossen - manchmal darf man nicht nachdenken", grinste Valentine später, sichtlich froh, mit seinem Namen das einzige Tor auf der Anzeigetafel zu sehen.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das Liverpool in gewohnter Manier dominierte, ohne freilich die Nerven der Fans zu schonen. Ganze 18 Torschüsse notierte die Statistik für die Hausherren, während Yuventus auf mickrige drei kam. Der Ballbesitz? 55 zu 45 Prozent - und das, obwohl die Gäste nahezu die gesamte Spielzeit mit elf Mann auf einer Linie verteidigten. Trainer Heiner Schneider fasste es trocken zusammen: "Wir hätten wahrscheinlich noch bis Mitternacht spielen können, ohne dass die mal rauskommen."

Yuventus-Trainer Kevin Mirabella hatte sein Team klar auf Konter eingestellt. Die Turiner verteidigten tief, passten lang und hofften auf den einen Moment, den sie nie bekamen. In der 34. Minute versuchte Eugenio Marina sein Glück aus 20 Metern - es blieb einer der seltenen Momente, in denen Reds-Keeper Reece Kendall überhaupt eingreifen musste. "Ich fühlte mich ein bisschen wie auf einer Parkbank", witzelte Kendall nach dem Spiel. "Schöner Blick, aber wenig zu tun."

Liverpool dagegen drückte, kombinierte, rannte - und verzweifelte ein ums andere Mal an Yuventus-Schlussmann Marco Talao, der seine Vorderleute mehr als einmal mit Katzenreflexen rettete. In der 66. Minute donnerte Sergio Arrondo den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten, in der 83. prüfte Cesar Botin den Keeper mit einem Schuss, der mehr an eine Kanonenkugel erinnerte als an ein Leder. Talao hielt, schüttelte kurz den Kopf und brüllte seine Abwehr zusammen.

Die Italiener hielten tapfer dagegen, manchmal etwas zu beherzt: Taylor Darabont sah früh Gelb (17.), Harry Haddington folgte in der 75. Minute, und in der Nachspielzeit holte sich Damiano Taverna seine Verwarnung ab - vermutlich mehr aus Frust als aus Notwendigkeit. Mirabella kommentierte das mit einem Schulterzucken: "Wenn du 90 Minuten verteidigst, siehst du irgendwann Gelb. Das ist wie ein Strafzettel im Berufsverkehr."

Taktisch blieb alles beim Alten: Liverpool agierte aus einer defensiven Grundordnung heraus, setzte auf aggressives Zweikampfverhalten (die Quote lag bei stolzen 58 Prozent gewonnenen Duellen) und suchte immer wieder den Weg durch die Mitte. Yuventus hingegen lauerte auf lange Bälle, die selten ankamen - ein Plan, der auf dem Papier vielleicht logisch klang, auf dem Platz aber so wirkte, als wolle jemand mit einem Regenschirm einen Sturm aufhalten.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch, als die Reds gleich mehrfach die Entscheidung suchten. In der 89. Minute zog Carlo Lago aus der Distanz ab, Talao lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Schneider war zu diesem Zeitpunkt längst an der Seitenlinie auf- und abgelaufen wie ein Mann, der seinen Bus verpasst hat. "Wenn wir diese Chancen nicht machen, sitz ich irgendwann mit Herztabletten auf der Bank", keuchte er nach Abpfiff, halb im Scherz, halb im Ernst.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete Anfield auf - und schien gleichzeitig ein wenig enttäuscht, dass es "nur" 1:0 stand. Doch das Ergebnis täuschte nicht über die Dominanz hinweg: Liverpool kontrollierte das Geschehen, Yuventus kam kaum zur Entfaltung. Und so ging ein Abend zu Ende, der weniger durch das Ergebnis als durch die Art des Sieges in Erinnerung bleibt - konzentriert, kontrolliert, klassisch britisch.

Oder, wie Lewis Valentine es mit einem Augenzwinkern formulierte: "Manchmal reicht ein Tor, wenn’s das richtige ist." Und genau das war es - das richtige Tor zur richtigen Zeit.

In diesem Sinne: Die Reds haben wieder zugeschlagen - leise, aber wirkungsvoll. Und irgendwo in Turin dürfte man sich fragen, wie man eigentlich so viel verteidigen kann und trotzdem verliert.

14.05.643987 18:25
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