Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Trabsonspor siegt mit Geduld, Präzision und einem Schuss italienischer Eleganz

Ein kühler Märzwind wehte am Samstagabend durch das Stadion von Trabsonspor, als 12.500 Zuschauer Zeugen eines Spiels wurden, das zwar nicht in die Geschichtsbücher als Spektakel eingehen wird, aber immerhin als Beweis, dass kontrollierter Fußball manchmal schöner sein kann als Chaos mit Ball. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg der Hausherren gegen ein defensiv orientiertes Vestel SK - ein Ergebnis, das den Spielverlauf präzise widerspiegelt.

Trainer Oguzhan Yilmaz hatte seine Mannschaft auf "ausgewogen" eingestellt - so stand es auch in der Taktiktafel, und so sah es auf dem Platz aus. Trabsonspor dominierte mit 53 Prozent Ballbesitz und stolzen 18 Torschüssen, während Vestel SK es bei acht Versuchen beließ. Die Gäste von Coach Kiri Watslos verteidigten tapfer, aber eben auch mit jener Trockenheit, die Fußballästheten nur schwer ertragen können. "Wir wollten kompakt stehen", meinte Watslos nach dem Spiel, "leider haben wir uns so kompakt gemacht, dass wir kaum noch Luft bekamen."

Die Anfangsphase gehörte noch Vestel - Jake MacDonald prüfte in der zweiten Minute den Keeper Andrew Edgecomb, der mit einer Hand wie aus dem Lehrbuch parierte. Danach übernahm Trabsonspor. Marco Celico, der elegante Italiener auf der linken Seite, wirbelte und schoss, als wolle er das Tornetz in Rente schicken. In der 44. Minute wurde er schließlich belohnt: Nach feinem Zuspiel von Alexander Donovan traf Celico mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 1:0. "Ich habe einfach gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?", grinste Celico später. Donovan, der Vorlagengeber, nickte nur trocken: "Ich wollte eigentlich flanken, aber Marco hat wieder Telepathie gespielt."

Mit dieser Führung ging es in die Pause, und wer dachte, Trabsonspor würde in der zweiten Hälfte auf Ergebnisverwaltung umschalten, der kannte Yilmaz’ Philosophie nicht. Der Trainer gestikulierte wild an der Seitenlinie, als würde er jeden Pass persönlich abnehmen wollen. "Wir dürfen nicht nachlassen!", brüllte er in der 60. Minute - was sein Team prompt in eine kleine Offensivflut verwandelte. Hamlin, Figo und Donovan feuerten abwechselnd auf das Tor von Daniel Rushton, der bei Vestel SK der beste Mann war. Ohne seine Reaktionen wäre es bitter geworden.

Doch in der 87. Minute fiel dann doch das entscheidende 2:0: Louis Hamlin setzte sich energisch auf der rechten Seite durch, legte quer, und Donovan drückte den Ball eiskalt über die Linie. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch - und das Lehrbuch schrieb in diesem Moment Trabsonspor selbst.

"Wir haben heute sehr reif gespielt", lobte Trainer Yilmaz nach Abpfiff. "Manchmal muss man nicht rennen, sondern denken." Kapitän George Lewis pflichtete ihm bei: "Und manchmal muss man einfach froh sein, dass Marco und Alexander in deinem Team sind."

Vestel SK hingegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen, aber ohne Scham. Der junge Innenverteidiger Peyami Adatepe, der in der 78. Minute Gelb sah, sagte mit jugendlichem Trotz: "Es war mein erstes Foul überhaupt - gefühlt." Trainer Watslos nahm es mit Humor: "Wir haben heute gesehen, dass Defensive zwar schön klingen kann, aber Tore schießen am Ende doch hilft."

Trabsonspor zeigte sich taktisch diszipliniert, nie hektisch, nie übermütig. Kein Pressing, aber viel Kontrolle; kein Harakiri, sondern System. Das Publikum quittierte die Leistung mit warmem Applaus - vielleicht auch, weil man spürte, dass der Club auf einem soliden Weg ist.

Was bleibt? Ein souveräner Sieg, zwei verdiente Torschützen und eine Abwehr, die kaum etwas zuließ. Und vielleicht das Gefühl, dass Trabsonspor langsam verstanden hat, wie man Spiele gewinnt, ohne sie zu verschenken.

Oder, um es mit Marco Celicos Worten zu sagen: "Schön spielen ist nett. Aber gewinnen ist schöner."

Ein Satz, der an diesem Abend nicht nur elegant klang, sondern auch treffend war - ganz wie Trabsonspors Fußball.

09.08.643993 22:47
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Mario Basler
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