Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Trabsonspor bezwingt Gatalasaraj in hitzigem Duell mit 2:1

Ein kalter Januarabend in Trabzon, 12.500 Zuschauer, Flutlicht, Dampf aus den Mündern - und ein Heimsieg, der so bissig war wie der Wind vom Schwarzen Meer. Trabsonspor schlägt Gatalasaraj mit 2:1 und verschafft sich am 21. Spieltag der 1. Liga Türkei ein kleines Polster - auch emotional.

Von Beginn an war klar: Das wird kein lauwarmer Kick. Schon in der vierten Minute prüfte Gatalasarajs Ferruh Saglam den Heimkeeper Kevin Bader - ein Schuss wie ein Warnsignal. Nur eine Minute später antwortete Trabsonspors Daniel Tiago auf der Gegenseite. Es war das Startzeichen für ein Spiel, das sich eher anfühlte wie ein Boxkampf unter Nachbarn, die sich seit Jahren nichts mehr zu sagen haben.

In der 21. Minute explodierte das Stadion. Der 17-jährige Munis Kurtulus, Trabzonspors rechte Rakete, zog nach feinem Zuspiel von Alper Özgen ab - und traf eiskalt. 1:0! Die Fans sangen, die Ersatzbank sprang, und Trainer Oguzhan Yilmaz rannte die Linie entlang, als wolle er selbst noch einlaufen. "Ich hab dem Jungen vor dem Spiel gesagt: Wenn du nicht weißt, was du tun sollst, schieß einfach. Offenbar hat er mich beim Wort genommen", grinste Yilmaz später.

Gatalasaraj versuchte zu antworten, kam über Alfred Samuelsson und Ferruh Saglam zu Chancen, aber Torwart Bader hielt, was zu halten war. Die Gäste hatten zwar 17 Torschüsse (Trabsonspor nur 11), doch Präzision war Mangelware. "Wir spielen schön, wir schießen oft - nur leider selten ins Tor", kommentierte Gatalasaraj-Coach Carlo Colucci mit bitterem Lächeln.

Nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Gatalasaraj blieb offensiv, Trabsonspor blieb clever. In der 58. Minute dann der nächste Stich: Matias Esclapez flankte butterweich von links, Daniel Tiago rauschte heran und knallte den Ball zum 2:0 in die Maschen. Ein Tor aus dem Nichts - und doch völlig verdient. "Ich hab einfach gehofft, dass Matias mich sieht", sagte Tiago danach. "Und ehrlich gesagt: Ich glaube, er hat gar nicht geguckt."

Doch wer dachte, das Ding sei durch, hatte die Rechnung ohne Gatalasarajs Teenie-Abwehr gemacht - und ohne deren jugendlichen Trotz. In der 65. Minute marschierte Rechtsverteidiger Rafael Eusebio, zarte 17 Jahre jung, nach vorn, bekam den Ball von Selim Eris und drosch ihn aus gut 25 Metern in den Winkel. Ein Traumtor, das die 42,9 Prozent Ballbesitz der Gäste plötzlich glänzen ließ.

"Ich wusste nicht mal, dass ich so schießen kann", lachte Eusebio später. "Vielleicht sollte ich das öfter versuchen - aber nur wenn wir hinten liegen."

In der Schlussphase wurde es ruppig. Trabsonspors Innenverteidiger George Lewis sah in der 54. Minute Gelb, Gatalasarajs Eustatius Van Cortlandt zog in Minute 88 nach. Dazwischen wechselte Colucci wild - drei Mal in 30 Minuten -, doch der erhoffte Ausgleich blieb aus. Ferruh Saglam schoss in der Nachspielzeit noch einmal gefährlich aufs Tor, aber Bader pflückte den Ball seelenruhig herunter.

"Wir haben alles versucht, sogar das Unmögliche", seufzte Colucci nach dem Spiel. "Aber Trabsonspor hat heute mit mehr Herz gespielt - und vielleicht mit ein bisschen mehr Glück."

Statistisch gesehen war es ein Match voller Widersprüche: Gatalasaraj mit mehr Abschlüssen, Trabsonspor mit mehr Ballbesitz (57 Prozent) und der besseren Effizienz. Die Hausherren spielten taktisch ausgewogen, fast stoisch, während Gatalasaraj offensiv anlief, als ginge es um den letzten Bus nach Istanbul. Doch am Ende war’s wie so oft: Der, der ruhiger bleibt, gewinnt.

Im Presseraum grinste Trainer Yilmaz noch immer. "Ich sag’s mal so: Wir haben nicht schön gespielt, aber effektiv. Und am Ende fragt keiner, wie’s war - nur, wie’s ausgegangen ist."

Und so verließen die Fans das Stadion mit roten Nasen, aber warmen Herzen. Trabsonspor bleibt zu Hause eine Macht, Gatalasaraj fährt mit hängenden Köpfen gen Westen. Vielleicht trösten sie sich mit dem Gedanken, dass selbst ein Sturm vom Schwarzen Meer irgendwann abflauen muss - nur nicht an diesem Abend.

Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen sagte: "Zwei Tore, drei Liter Tee, keine Stimme mehr - das war’s wert."

11.10.643987 02:22
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