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Torloses Feuerwerk: Liverpool Reds verzweifeln an den Katzen aus Sunderland

Ein 0:0 kann manchmal lauter knallen als ein 4:3 - zumindest, wenn 27.000 Zuschauer im "Stadium of Light" erleben, wie die Sunderland Cats den Liverpool Reds mit Helm, Schild und Krallen entgegenwerfen, was sie an Abwehrkunst aufzubieten haben. Der 17. Spieltag der 1. Liga England am Samstagabend wurde zu einem einseitigen, aber höchst unterhaltsamen Schauspiel: Liverpool schoss, Sunderland blockte - und das Publikum schwankte zwischen kollektiver Schnappatmung und belustigtem Kopfschütteln.

Bereits nach zwei Minuten hatte James Badham den ersten Warnschuss abgefeuert, und von da an war klar, wohin die Reise gehen würde. Liverpool drückte, Sunderland duckte sich - und Torwart Riley Fairchild wurde zum heimlichen Helden des Abends. "Ich hab aufgehört, die Schüsse zu zählen", lachte der Keeper später, "aber mein rechter Handschuh hat jetzt mehr Kilometer drauf als unser Mannschaftsbus." Offiziell waren es 17 Torschüsse der Reds, einer der Cats. Letzterer in der 73. Minute durch Joshua Primes - ein Versuch, der irgendwo zwischen Verzweiflung und Hoffnung über den Tribünenrand segelte.

Liverpool-Coach Heiner Schneider stand derweil an der Seitenlinie wie ein Mann, der seine Brille verloren hat, obwohl sie auf seiner Nase sitzt. "Wir haben alles richtig gemacht, nur das Tor nicht getroffen", seufzte er nach dem Abpfiff. "Manchmal ist Fußball eben wie ein schlechter Witz ohne Pointe." Seine Mannschaft zeigte von Beginn an eine offensive Ausrichtung, aggressiv, entschlossen und doch fruchtlos. Sergio Arrondo, der bullige Mittelstürmer, prüfte Fairchild gleich mehrfach - in der 20., 22., 66. und 69. Minute - doch fand immer nur den Torwart oder einen Abwehrspieler auf der Linie.

Die Cats ihrerseits spielten, als hätten sie sich vorgenommen, das Wort "Pressing" aus dem Wörterbuch zu streichen. Kein aktives Anlaufen, kein hektisches Nachsetzen - stattdessen disziplinierte Abwehr und ein fast zen-artiger Gleichmut. Ihr Trainer, der nach dem Spiel nur als "der Mann mit dem stoischen Gesicht" beschrieben werden wollte, lobte seine Elf: "Wir hatten einen Plan: den Ball nicht haben, aber auch nicht verlieren." Das klang seltsam, funktionierte aber erstaunlich gut.

Die Partie war ein Lehrstück in Sachen Einseitigkeit: Ballbesitz 52,6 Prozent für Liverpool, 47,3 für Sunderland - doch wer dabei war, weiß: das täuscht. Die Reds spielten, die Cats verteidigten, und die Sekunden schlichen dahin wie ein alter Linienrichter auf dem Weg zur Eckfahne. Nach 54 Minuten sah Liverpool-Verteidiger Corey Robert Gelb, offenbar aus Frust über die luftdichte Abwehrmauer, die er sonst nur aus dem Training kannte. Später traf es auch Selim Sargun (65.), der bei einem energischen Einsteigen so ungeschickt wirkte, als hätte er noch nie eine Grätsche versucht, während er gleichzeitig seinen Schuhbandknoten überprüfte.

Sunderlands Samuel Warriner war schon früh verwarnt worden (9.), nachdem er James Mayhew an der Außenlinie stoppte - oder besser gesagt, ihn kurzerhand in den Werbebanner beförderte. "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte Warriner mit einem Grinsen, "aber der Ball war schneller als gedacht."

Und so blieb das Spiel trotz aller Dramatik torlos. Alain Astruc, Mayhew, Lago - sie alle probierten es, aber Fairchild hielt, was zu halten war, und die Latte tat ihr Übriges. In der 83. Minute dann noch einmal Mayhew, der den Ball so satt traf, dass selbst die Flutlichtmasten kurz erzitterten. Doch wieder kein Tor. "Wenn wir noch zwei Stunden gespielt hätten, hätten die Cats vermutlich irgendwann einen Krampf bekommen - aber kein Gegentor kassiert", meinte Reds-Kapitän Carlo Lago mit Galgenhumor.

Am Ende stand ein 0:0, das keiner wollte, aber alle respektierten. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaften mit Applaus - der eine Hälfte für heroische Abwehrarbeit, der anderen für unermüdlichen Angriffsgeist. Auf der Tribüne hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Das war wie Schach, nur mit Schweiß und Grasflecken."

Liverpool nimmt also einen Punkt mit, der sich anfühlt wie zwei verlorene. Sunderland dagegen feiert das torlose Remis, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Manchmal ist ein 0:0 das schönste Ergebnis der Welt", sagte Fairchild mit einem breiten Grinsen, während er seinen zerkratzten Torwarthelm aufhob.

Und so endete der Abend mit einem paradoxen Fazit: 17 Schüsse, ein Torwart in Hochform, null Tore - und ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Manche Nullnummern haben eben mehr Charakter als so manches Torfestival.

23.07.643987 16:11
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Wenn ein Tor fällt, können noch mehr fallen. Aber es muss erst mal eins fallen.
Erich Ribbeck
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