Sport-Blick
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Tor-Feuerwerk in Delemont: 3:3 zwischen SC Delemont und SC Basel

Ein Fußballabend, der alles hatte, was man sich als neutraler Zuschauer wünscht - und vermutlich alles, was beide Trainer graue Haare kostet: Der SC Delemont und der SC Basel trennten sich am 4. Spieltag der 1. Liga Schweiz vor 40.000 begeisterten Fans mit 3:3. Ein Ergebnis, das so wild war wie der Wind über dem Stadion und das Spiel so unberechenbar wie ein jonglierender Torwart beim Elfmeterschießen.

Schon nach zwölf Minuten war die Partie in voller Fahrt: Basels routinierter Flügelspieler Barend Van Vleck traf nach feiner Vorarbeit von Agemar Eusebio zur frühen Führung. "Ich wusste, ich muss nur den Fuß hinhalten", grinste Van Vleck später, "der Ball hat den Rest erledigt - fast so, als hätte er selbst Lust aufs Toreschießen."

Doch wer glaubte, der Favorit aus Basel würde das Spiel nun gemütlich kontrollieren, wurde eines Besseren belehrt. Delemont antwortete mit einer Mischung aus Wut, Wille und Witz: In der 22. Minute hämmerte Christopher Carter den Ball ins Netz, nachdem Rikki Vedder die rechte Seite entlanggesprintet war, als gäbe es dort Freibier. Nur vier Minuten später folgte der nächste Jubelsturm - diesmal ausgerechnet durch Linksverteidiger Lars Ring, der wohl selbst überrascht war, dass sein Schuss nicht auf der Tribüne, sondern im Tor landete. Laurent Rothe hatte das Leder mustergültig aufgelegt.

"Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Statisten sind", erklärte Delemont-Coach John Cena (ja, tatsächlich so heißt er). "Manchmal muss man einfach den Ring betreten und kämpfen - im übertragenen Sinne natürlich."

Mit der 2:1-Führung ging’s in die Pause, und die Fans sangen, als wäre der Klassenerhalt schon sicher. Doch Fußball ist keine Oper, und Basel hatte noch ein paar Arien im Repertoire. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legte Delemont wieder los: Joseph Barbier traf in der 46. Minute zum 3:1, erneut mit der feinen Vorarbeit von Rothe. Das Stadion bebte, der Getränkestand musste Pause machen.

Aber Basel wäre nicht Basel, wenn es sich nach 46 Minuten geschlagen gäbe. Der Offensivmotor der Gäste lief weiter heiß, und in der 53. Minute war es Agemar Eusebio, der nach Pass von Sergio Bosingwa den Ball ins Netz zimmerte. Das war der Beginn einer Phase, in der die Basler das Spiel endgültig an sich rissen. 12 Torschüsse insgesamt - einer gefährlicher als der andere, und Torhüter Jacob Leech bei Delemont wurde zum Publikumsliebling, als er mehrfach spektakulär parierte.

In der 70. Minute war aber auch er machtlos: Julius Sturm, Basels quirliger Linksaußen, zog aus spitzem Winkel ab - und traf zum 3:3-Ausgleich. Vorlagegeber war Mittelfeldmotor Luke Neville, der anschließend mit einem Augenzwinkern meinte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber gut, dass Julius meine Fehlpässe versteht."

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch. Beide Teams wollten den Sieg, keiner traute sich so richtig, alles zu riskieren. Basel erhöhte die Aggressivität, Delemont lauerte auf Konter. Einmal rauschte Lionel Vaz in der 69. Minute haarscharf am Tor vorbei, auf der Gegenseite prüfte Bonald in der 90. Minute noch einmal Leech - doch der Keeper blieb standhaft wie ein Fels in der Jura-Landschaft.

"Das war ein Spektakel, aber ich hätte lieber gewonnen", knurrte Basels Trainer Joschi Du nach Abpfiff. "Unsere Offensive war stark, unsere Defensive - nennen wir es: künstlerisch frei interpretiert." Sein Gegenüber Cena grinste nur: "Ein Punkt gegen Basel ist wie ein Gratis-Dessert - man nimmt’s mit, auch wenn’s nicht geplant war."

Die Statistiken zeigen, wie ausgeglichen das Duell war: 50 Prozent Ballbesitz auf beiden Seiten, 11 zu 12 Torschüsse, kaum ein Zweikampf, der nicht mit vollem Einsatz geführt wurde. Beide Teams spielten offensiv, mutig, manchmal am Rande des Wahnsinns - aber nie langweilig.

Am Ende applaudierten die Fans beider Lager. Es war kein Spiel für Feinschmecker der Taktik, sondern eines für jene, die Fußball wegen seiner Unberechenbarkeit lieben. Und so verließen 40.000 Zuschauer das Stadion mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Erleichterung, Erstaunen und purer Unterhaltung lag.

Oder, wie es ein Delemont-Fan beim Hinausgehen formulierte: "Ich bin fix und fertig - aber glücklich. So muss Fußball sein: laut, wild und voller Herzklopfen."

Ein 3:3, das sich anfühlte wie ein Sieg für alle, die den Ball lieber fliegen sehen als zählen.

22.02.643987 22:47
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Vielleicht ist ja jemand aus der Uwe-Seeler-Traditionself dabei.
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