Football Today
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Tigers reißen Southampton in wildem 4:3 nieder - Sainz mit Dreierpack

Ein Freitagabend in Hull, 52.426 Zuschauer, Flutlicht, Regen, Biergeruch und sieben Tore: Mehr braucht der englische Fußball nicht, um in purem Chaos zu glänzen. Die Hull Tigers besiegten Southampton mit 4:3 (3:1) - ein Spiel, das so wild war, dass selbst die Stadiontafel am Ende kurz überhitzte.

Dabei begann es ganz nach dem Geschmack der Gäste. In der 16. Minute zirkelte Marc Muster nach Vorarbeit von Stephane Matthieu den Ball ins lange Eck - 0:1. Der Jubel im Gästeblock? Kurz, aber laut. Trainer Raine Maida klatschte zufrieden, als hätte er all das im Labor geplant. "Wir wollten früh Druck machen", erklärte er später mit einem gequälten Lächeln. "Leider haben wir vergessen, dass das Spiel 90 Minuten dauert."

Denn dann kam Luis Sainz. Und wie.

Zunächst glich der junge Ellis Graysmark in der 30. Minute aus - ein wuchtiger Schuss aus der Distanz nach Vorlage von Niclas Müller. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Graysmark, "wenn du nicht schießt, triffst du nicht. So einfach ist das."

Wenige Minuten später verwandelte sich das Stadion in ein Tollhaus. Sainz traf in der 39. Minute zum 2:1 - ein klassischer Mittelstürmertreffer, halb Instinkt, halb Wahnsinn. Und als er in der 45. Minute nach einer butterweichen Flanke von Ricardo Djalo das 3:1 köpfte, hatte selbst der Stadionsprecher Mühe, die Stimme zu halten.

"Ich weiß gar nicht, wie viele Tore ich gemacht habe", lachte Sainz nach dem Spiel schulterzuckend. "Ich renne einfach, bis jemand schreit." Drei Mal schrie jemand.

Doch kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, schlug Southampton zurück. Bojan Smiljanic traf in der 46. Minute nach erneut starker Vorarbeit von Matthieu - 3:2, und plötzlich roch es wieder nach Spannung. Das hielt allerdings nur 60 Sekunden: Sainz vollendete im Gegenzug einen Konter zum 4:2. Der Mann war an diesem Abend einfach ein Naturereignis.

Southampton gab sich nicht auf. Marc Muster verkürzte in der 66. Minute noch einmal auf 4:3, wieder nach einem geschmeidigen Pass von Rechtsverteidiger Oliver Couture. Doch die Tigers hielten dagegen - mit Zähnen, Klauen und 56,7 Prozent Ballbesitz.

"Wir haben das Pressing spät hochgefahren", analysierte Hull-Coach Bobby Granato. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon alles auf Offensive stellt, dann bitte auch laufen." Und sie liefen. Ganze 14 Torschüsse verzeichneten die Statistiker, während Southampton auf 11 kam.

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal typisch britisch: Gelbe Karte für Juan Verdasco (84.), ein paar fliegende Grätschen, und irgendwo in der Coaching-Zone brüllte Granato seinem Assistenten zu: "Wenn wir das hier noch verlieren, fange ich an, Cricket zu schauen!"

Southampton versuchte es über die Flügel, wechselte fleißig - Ackland kam für Bosingwa, Eusebio für Quaresma, Marley für Smiljanic - doch am Ende fehlte die Präzision. In der 83. Minute hätte Hull sogar erhöhen können, doch Vincent Sousa scheiterte gleich zweimal an Keeper Ernesto Aznar, der trotz vier Gegentoren noch einer der Besten seines Teams war.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", gab Aznar hinterher zu. "Wenn du gegen Sainz spielst, brauchst du eigentlich Fangnetze, keine Torwarthandschuhe."

Als Schiedsrichter Harper schließlich abpfiff, atmete das Stadion kollektiv aus. Die Tigers hatten nicht nur drei Punkte, sondern auch die Herzen ihrer Fans gewonnen - zumindest bis zum nächsten nervenaufreibenden Spiel.

Und Southampton? Die Saints fuhren enttäuscht, aber nicht ohne Selbstironie nach Hause. "Wir haben drei Tore auswärts gemacht", meinte Maida trocken. "In jedem anderen Spiel reicht das. Nur nicht gegen einen Mann, der offenbar beschlossen hat, heute Weltfußballer zu werden."

Man könnte sagen, es war ein Abend für die Geschichtsbücher - oder wenigstens für die nächste Pubdiskussion. Hull Tigers gegen Southampton, 4:3, ein Match, das zeigte, dass Fußball manchmal weniger mit Taktik als mit purer Lust am Chaos zu tun hat.

Oder, wie Luis Sainz es formulierte, während er noch mit einem Fan-Selfie beschäftigt war: "Wenn der Ball rollt, denk ich nicht. Ich treffe." Und manchmal reicht genau das, um 52.000 Menschen glücklich zu machen.

30.09.643987 18:15
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Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon
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