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Es war ein kalter, windiger Abend im Riverside Stadium, 36.000 Zuschauer hatten sich eingepackt und hofften auf einen warmen Start ins neue Jahr. Doch statt eines Feuerwerks der "Teesside Reds" bekamen sie ein Lehrstück in Effektivität - und einen jungen Mann namens Joshua Ackland zu sehen, der mit zwei Treffern in der ersten Halbzeit den Unterschied machte. Am Ende stand ein 1:2 (0:2), das für die Hausherren härter schmeckte, als es auf dem Papier aussah. Dabei hatte Trainer der Reds - sichtlich bemüht, die Balance zwischen Disziplin und Angriffslust zu halten - seine Elf von Beginn an ordentlich eingestellt. 54 Prozent Ballbesitz, zehn Schüsse auf das Tor, viele davon aus ordentlichen Positionen. Doch während die Reds gefällig kombinierten, konterte Southampton so, wie es in den Lehrbüchern steht: lang, direkt, und mit der Präzision eines Uhrwerks aus der Südküste. Schon früh deutete sich an, dass die Gäste gefährlicher wirkten. Kevin Hafner prüfte den Keeper der Reds in der vierten Minute, Joshua Ackland legte gleich zwei weitere Schüsse nach - und man hatte das Gefühl, Southampton spielte mit dem Wind im Rücken und einem Kompass im Kopf. Teesside dagegen wirkte wie ein Motor, der nicht ganz rund lief. "Wir hatten eigentlich alles im Griff", knurrte Innenverteidiger Luke Bridges später, "bis sie plötzlich einfach das Tor trafen." Das "plötzlich" kam in Minute 35. Andre Deschanel, der Mittelfeldstratege der Gäste, steckte den Ball in die Gasse, Ackland nahm ihn in vollem Lauf und schob eiskalt an Keeper Riley Willoughby vorbei - 0:1. Acht Minuten später wiederholte sich die Szene, diesmal über die linke Seite. Oskar Henningsen flankte flach, Ackland stand goldrichtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 0:2, und auf den Rängen war es für einen Moment so still, dass man den Wind über den Tees rauschen hörte. "Ich hab’s einfach laufen lassen", grinste Ackland nach dem Spiel. "Wenn du einmal triffst, glaubst du, du kannst auch zweimal. Vielleicht auch dreimal - aber das hat Riley dann verhindert." Sein Trainer Raine Maida lobte den jungen Stürmer trocken: "Er hat heute nicht viel nachgedacht. Und das war sein größter Vorteil." Nach dem Seitenwechsel versuchten die Reds, das Spiel zu drehen. Domingo Jemez zog die Fäden im Mittelfeld, Samuel Truyens suchte immer wieder Riley Donahue im Sturm, und das Publikum versuchte, die eigene Mannschaft mit einer Mischung aus Gesang und Verzweiflung anzutreiben. Southampton hingegen schaltete sichtbar einen Gang zurück, ließ den Ball laufen und vertraute auf Konter, während die Defensive stoisch verteidigte. In der 65. Minute kam dann endlich Hoffnung auf. Der 19-jährige Volker Bedard, bis dahin eher unauffällig, nahm eine Flanke von Jemez mit der Brust an und hämmerte das Leder volley ins Netz - Anschlusstreffer! "Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", sagte Bedard hinterher mit glühenden Wangen. "Schade, dass wir’s nicht noch mal geschafft haben." Die letzten zwanzig Minuten waren ein Sturmlauf der Verzweiflung. Truyens und Donahue feuerten aus allen Lagen, Southampton wechselte dreimal, um die Defensive zu stabilisieren. Torwart Christophe Parent musste in der 70. Minute verletzt raus, Ersatzmann Ernesto Aznar übernahm - und hielt, als hätte er nie etwas anderes getan. In der Nachspielzeit sah der eingewechselte Kai Bloomfield noch Gelb, weil er etwas zu beherzt an der Eckfahne Zeit schinden wollte. "Das war Taktik", grinste Maida später, "gelb ist die neue Uhr." Statistisch gesehen war’s ein Duell der Gegensätze: Teesside mit mehr Ballbesitz, Southampton mit doppelt so vielen Torschüssen (20 zu 10). Oder wie ein Fan auf der Tribüne es formulierte: "Wir hatten den Ball, die hatten die Punkte." Am Ende blieb den Reds nur der Applaus für eine ordentliche zweite Halbzeit. Southampton dagegen reist mit drei Punkten, einem strahlenden Ackland und dem Gefühl nach Hause, dass Minimalismus manchmal die schönste Kunstform ist. "Wir nehmen das Positive mit", murmelte Reds-Trainer nach dem Abpfiff und blickte lange auf den Rasen. Vielleicht meinte er den Einsatz seiner Mannschaft. Vielleicht aber auch einfach die Tatsache, dass der Winter erst anfängt - und man noch viele Gelegenheiten haben wird, das Glück wieder auf seine Seite zu zwingen. Fazit: Southampton clever, Teesside bemüht - und Joshua Ackland der Mann des Abends. Ein Spiel, das zeigte: Ballbesitz ist nett, Tore sind besser. 22.02.643987 22:55 |
Sprücheklopfer
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte