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Stoke Potters drehen das Spiel - ein Abend voller Drama und britischer Gelassenheit

Es war einer dieser nasskalten Abende in Stoke-on-Trent, an denen der Wind quer durchs Stadion pfeift und man sich fragt, warum man eigentlich nicht daheim geblieben ist. 32.000 Unentwegte entschieden sich dagegen - und sie wurden belohnt: Die Stoke Potters besiegten Midlands Villa mit 2:1 (0:0) und lieferten damit ein Spiel, das irgendwo zwischen Nervenschlacht, Slapstick und emotionalem Kurzurlaub lag.

Die erste Halbzeit? Nun ja, sie war da. Viel Mittelfeldgeplänkel, noch mehr Fehlpässe, und beide Teams hielten sich an die taktische Vorgabe "balanced" - so ausgewogen, dass selbst der Schiedsrichter sich vermutlich fragte, wer hier eigentlich gerade führen wollte. Stoke hatte leicht mehr Zug zum Tor, 11 Torschüsse standen am Ende zu Buche, doch zur Pause blieb es torlos. Trainer der Gäste Markus Posarnig murmelte in der Kabine angeblich: "Wenn das so weitergeht, schießen wir uns höchstens selbst ab."

Doch dann kam die 58. Minute - und plötzlich wachte selbst der letzte Zuschauer auf, der sich bis dahin an seinem Tee festgehalten hatte. Der erst 20-jährige Adriano Roi, mit jugendlichem Leichtsinn und der Frische eines Morgentaues, nutzte die Vorlage des 17-jährigen Afanas Mischakow und vollendete eiskalt zum 0:1 für Midlands Villa. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Roi nach dem Spiel, "und gehofft, dass der Ball nicht ins Parkhaus fliegt."

Dieses Tor wirkte wie ein Weckruf für Stoke. Keine sechzig Sekunden später schlug Louis Huxley zurück - ein Mann mit der Erfahrung aus 32 Jahren und der Geduld eines alten Teekessels. Nach feinem Zuspiel von James Onnington netzte er zum 1:1 ein. Das Publikum tobte, und selbst die Stadionkatze, die sonst nur zu Eckbällen auftaucht, soll kurz aufgesprungen sein.

Von da an spielten die Potters mit deutlich mehr Herz. Onnington, ohnehin auffälligster Mann auf dem Platz, setzte sich in der 71. Minute selbst die Krone auf: Nach einem cleveren Pass von Julio Galva drückte er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - 2:1! Galva rannte jubelnd auf seinen Teamkollegen zu, stolperte dabei über den Ball und wurde von seinen Mitspielern lachend wieder auf die Beine gezogen. "Das war Teil des Plans", witzelte er später, "ich wollte einfach zeigen, dass ich auch fallen kann."

Midlands Villa warf in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne. Besonders der junge Adriano Roi versuchte es immer wieder - in der 80. Minute, in der 87. Minute und sogar in der Nachspielzeit. Doch Stoke-Keeper Tyler Musgrave, mit Reflexen wie eine übermotivierte Katze, hielt den Sieg fest. "Ich hab mir gesagt: nicht wieder so ein 94.-Minuten-Ding", erklärte er, während ihm der Regen vom Helm tropfte.

Statistisch betrachtet war es ein enges Match: 11 zu 10 Schüsse auf das Tor, Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste (52 zu 48 Prozent), und die Zweikampfquote fast ausgeglichen. Nur in Sachen Gelbe Karten lag Stoke vorne - Jamie Lester sah Gelb in der 50. Minute für ein Foul, das man auch als innige Umarmung interpretieren könnte. "Ich wollte ihn nur stoppen, nicht heiraten", grinste Lester hinterher. Auch Villas Ethan Leachman konnte sich kurz vor Schluss eine Verwarnung nicht verkneifen - Frustabbau im klassischen Stil.

Trainer Posarnig war nach dem Schlusspfiff sichtlich bedient: "Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, aber uns selbst geschlagen." Sein Gegenüber - dessen Name in den offiziellen Unterlagen zwar fehlt, aber dessen Jubel eindeutig war - meinte trocken: "Solche Spiele gewinnt man nicht mit Taktik, sondern mit Sturheit. Und davon haben wir reichlich."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel noch einmal Regen auf die jubelnden Fans. Ein Sieg des Willens, ein typisch britischer Fußballabend: ruppig, ehrgeizig, charmant unperfekt.

Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte es wohl am besten auf den Punkt: "Es war nicht schön, aber schön war’s trotzdem." Und vielleicht ist genau das der Grund, warum man an einem windigen Januarabend doch lieber ins Stadion geht, statt auf dem Sofa zu bleiben.

08.12.643987 20:24
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Jan-Aage Fjörtoft
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