El Peruano
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Stefano Longobardi trifft - Atletico Huancayo ringt AD Joan Galves mit 1:0 nieder

Es war einer dieser Abende in Huancayo, an denen der Atem sichtbar, der Rasen feucht und die Geduld des Publikums dünn war. 25.010 Zuschauer drängten sich im Estadio Huancayo, um zu sehen, ob ihre Mannschaft, Atletico Huancayo, endlich wieder die Kaltschnäuzigkeit zeigen würde, die man in den Anden so liebt. Am Ende stand ein 1:0-Sieg gegen AD Joan Galves - knapp, aber verdient, und vor allem erkämpft.

Trainer Dimak Torpedo hatte sein Team auf "starkes Engagement, aber bitte keine Panik" eingeschworen, wie er später mit einem Grinsen verriet. "Ich hab ihnen gesagt, wenn sie schon den Ball nicht behalten, sollen sie wenigstens den Gegner behalten - im Griff." Gesagt, getan: Mit nur 41 Prozent Ballbesitz, aber 14 Abschlüssen auf das Tor, verdrehte Huancayo die Statistik und den Gegner.

Die erste Halbzeit verlief wie ein Streitgespräch ohne Pointe. Atletico rannte, Joan Galves kombinierte, aber keiner traf. Der junge Ashton Neil, erst 17 und offenbar mit einem eingebauten Turbo ausgestattet, prüfte früh den Gästetorwart Diego Pappalardo. Der winkte nach dem Abpfiff ab: "Der Junge läuft, als hätte er drei Lungen. Aber solange er nicht trifft, ist alles gut."

Auf der anderen Seite zeigte AD Joan Galves, warum Ballbesitz allein noch kein Tor schießt. 59 Prozent Kontrolle, sechs Schüsse - aber keine Präzision. Eri Friedrich und Alejandro Poncela versuchten es aus der Distanz, doch Huancayos Keeper Ignacio Mocana blieb unbeeindruckt. Einmal soll er nach einem Friedrich-Schuss sogar gähnend nach dem Ball gegriffen haben - zumindest erzählte das sein Verteidiger Alfonso Costa mit einem Augenzwinkern.

Nach einer torlosen ersten Hälfte schien sich das Drehbuch fortzusetzen - bis Minute 51. Da passte Adriano Tonel, gerade erst für Amaury Castano eingewechselt, scharf auf die linke Seite. Dort lauerte Stefano Longobardi, der sich offenbar schon seit der Pause auf diesen Moment vorbereitet hatte. Ein kurzer Blick, ein Schuss wie eine geölte Peitsche - und der Ball zappelte im Netz. 1:0! Das Stadion explodierte, und Longobardi rannte zur Eckfahne, als wolle er sie umarmen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste er später, "und gehofft, dass der Ball sich an meine gute Seite erinnert."

Danach verteidigte Huancayo mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit dem Oberkörper. Adriano Miguel sah in der 66. Minute Gelb, was ihn eher beflügelte als bremste. "Ich wollte zeigen, dass ich auch taktisch foulen kann", meinte er selbstironisch. Trainer Torpedo dagegen schüttelte an der Seitenlinie den Kopf, aber nur kurz - denn sein Team kämpfte, biss, und ließ hinten nichts mehr anbrennen.

AD Joan Galves versuchte es bis zum Schluss mit gepflegtem Passspiel, aber es blieb beim gepflegten Versuch. "Wir haben den Ball schön gehabt, aber das Tor war wohl beleidigt", seufzte Gästecoach nach dem Spiel, während er den Rasen musterte, als suche er das verschollene Glück.

In der Schlussphase brachte Torpedo noch zwei 17-Jährige: Raul Antunez und Noe Roi. Der eine lief wie ein Derwisch, der andere räumte ab, als wollte er den Platz neu pflastern. Es war sinnbildlich für Huancayos Abend - jugendlicher Mut, gepaart mit der Zähigkeit einer Mannschaft, die wusste, dass ein 1:0 manchmal mehr wert ist als jede Ballbesitzstatistik.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete das Stadion auf. Ein Sieg, kein Spektakel, aber einer mit Charakter. "Manchmal ist Fußball wie Kartoffeln schälen", philosophierte Torpedo zum Abschied. "Nicht schön, aber notwendig."

Und tatsächlich: Atletico Huancayo hat sich an diesem 32. Spieltag der 1. Liga Peru nicht in Schönheit, sondern in Pragmatismus gesonnt. Die Fans feierten trotzdem, zündeten Fackeln und sangen, als hätte es ein 5:0 gegeben. Vielleicht, weil sie wussten: Wer so kämpft, darf auch hässlich gewinnen.

Ein Schlusssatz aus der Pressekonferenz fasst diesen Abend wohl am besten zusammen. Longobardi, noch mit Grasflecken auf der Hose, lehnte sich zurück und sagte: "Ich hab’ heute kein schönes Tor geschossen - aber ein nützliches. Und manchmal ist das das Schönste überhaupt."

Ein 1:0 also, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen des Glanzes, sondern wegen der Hingabe. Und vielleicht, weil Huancayo an diesem Abend gezeigt hat, dass Fußball manchmal einfach ein ehrlicher, harter Job ist - und genau deshalb so wunderbar.

02.04.643990 05:13
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Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
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