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St. Truiden wirbelt Aarau durcheinander - 3:1-Sieg mit Stil und Spott

Es war ein kalter Januarabend in St. Truiden, aber auf dem Rasen brannte die Luft. 27.000 Fans verwandelten das kleine Stadion in ein gelb-blaues Tollhaus, als ihre Helden mit 3:1 gegen den SC Aarau triumphierten. Ein Ergebnis, das so klar klingt, wie es letztlich auch war - obwohl die Schweizer Gäste zunächst dachten, sie könnten hier etwas reißen.

Das Spiel begann wild, fast übermütig. Schon in der ersten Minute prüfte Aaraus Innenverteidiger Oskar Müller den Torhüter von St. Truiden mit einem flachen Distanzschuss - ein Zeichen: Wir sind da! Trainer Hans Meyer klatschte energisch in die Hände, als wolle er seine Elf direkt in den Belgischen Abendhimmel treiben. Und tatsächlich: In der 12. Minute war’s dann soweit. Thomas Herzog, der kantige Mittelstürmer, schoss Aarau nach Vorlage von Sean Corraface in Führung. Ein Tor, das aus dem Nichts kam - oder, wie Herzog später schmunzelnd sagte: "Aus purer Verzweiflung. Ich hab einfach draufgehalten."

Doch die Freude währte kurz - sehr kurz. Drei Minuten später konterte St. Truiden mit der Wucht eines Presslufthammers. Dries Nilis, 22, der Wirbelwind auf der rechten Seite, traf nach schöner Vorarbeit von Jasper Wagemans zum Ausgleich. Es war das Signal für die Hausherren, das Gaspedal durchzutreten. Die Tribünen bebten, als Trainer Gerhard Münster aufsprang und brüllte: "So will ich euch sehen!"

In der 25. Minute dann die Wende: Innenverteidiger Jorge Ronaldo - ja, der heißt wirklich so - stieg nach einer Ecke höher als alle anderen und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. Assistiert hatte Theo Montgomery, der mit einem Augenzwinkern erklärte: "Ich hab eigentlich aufs Tor gezielt, aber Jorge war im Weg." 2:1, und die Schweizer sahen sich plötzlich einem gelben Orkan gegenüber.

Kurz vor der Pause, in der 43. Minute, legte Tom Veesaert nach. Der junge Mittelfeldmann zog aus 20 Metern ab - ein Schuss wie ein Paukenschlag. 3:1, und das war dann auch der Pausenstand. "Da hat keiner mehr gefragt, ob wir defensiv stehen sollen", grinste Kapitän Romain Henderickx danach.

In der zweiten Halbzeit versuchte Aarau, das Spiel wieder an sich zu reißen. Ballbesitztechnisch (50,0 zu 49,9 Prozent) war das Ganze ausgeglichen, aber die Belgier wirkten schlicht zielstrebiger. Aarau kam auf 10 Torschüsse, St. Truiden auf 11 - doch entscheidend war, wer die besseren Nerven hatte. Philippe Dubois sah in der 66. Minute Gelb, Marc Pelletier folgte fünf Minuten später - beides sinnbildlich für Aaraus zunehmende Frustration.

Trainer Meyer reagierte mit Wechseln: Ullrich kam für Pelletier, Jaeger ersetzte Herzog. "Ich wollte frische Beine bringen", erklärte Meyer, "aber meine Jungs hatten eher Blei in den Schuhen." St. Truiden dagegen spielte die Partie routiniert zu Ende. Lennert Onghena scheiterte in der 88. Minute knapp am glänzend reagierenden Louis Noack im Aargauer Tor, doch das Publikum nahm’s sportlich. "Lass dem Torwart auch mal was!", rief einer vom Oberrang - und selbst Noack grinste kurz.

In der Nachspielzeit versuchte Aarau noch einmal alles. Patrik Ullrich und Carl Münch feuerten zwei letzte Schüsse ab, doch Torhüter Carl Chalana war auf dem Posten. Mit dem Schlusspfiff reckte er die Faust in den Nachthimmel, als hätte er gerade das Champions-League-Finale gewonnen.

"Wir haben nicht nur gewonnen, wir haben gespielt, als hätten wir Spaß", sagte Trainer Münster nach dem Spiel augenzwinkernd. "Das ist gefährlich - wenn meine Jungs Spaß haben, wird’s meist schlimm für den Gegner."

Hans Meyer hingegen blickte resigniert, aber gefasst: "Wir wollten offensiv auftreten. Hat auch geklappt - leider nur die ersten zwölf Minuten."

So endet ein Abend, an dem St. Truiden nicht nur drei Punkte, sondern auch viele Herzen gewann. Ein Spiel, das zeigt: Manchmal reicht ein bisschen Spielfreude, ein Hauch Ironie und ein Innenverteidiger namens Ronaldo, um aus einem kalten Winterabend ein Fußballfest zu machen.

Und Aarau? Die packten ihre Taschen, schauten finster und murmelten etwas von "nächstes Mal". Aber das nächste Mal, so scheint’s, müssen sie wohl mehr mitbringen als nur gute Vorsätze.

23.07.643987 07:40
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