Sport-Blick
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St. Gallens Offensiv-Feuerwerk überrollt Vaduz - 5:2 im Alpen-Duell

Wenn man 40.000 Zuschauer bei winterlicher Kälte in Vaduz in Stimmung bringen will, hilft ein wildes Torfestival. Der SV St. Gallen übernahm am 5. Spieltag der 1. Liga Schweiz genau diese Aufgabe - und wie! Mit einem 5:2-Sieg gegen den SC Vaduz demonstrierten die Ostschweizer, dass Offensivfußball auch im Januar bestens funktioniert.

Schon nach sechs Minuten zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Miguel Djalo, der flinke Rechtsaußen der St. Galler, nutzte eine Unachtsamkeit in der Vaduzer Hintermannschaft und schob nach Vorlage von Gustav Falk eiskalt ein. "Ich hab’ einfach draufgehalten - manchmal ist weniger Nachdenken mehr", grinste Djalo nach dem Spiel.

Doch Vaduz ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 16. Minute sorgte Adrien Declerck für das, was man in Liechtenstein wohl als "Antwort mit Stil" bezeichnen würde. Nach einem schönen Doppelpass mit Linksverteidiger Phillip Abbadie drosch der Mittelfeldmann den Ball aus 18 Metern unter die Latte - 1:1, und das Stadion vibrierte.

Lange währte die Freude allerdings nicht. Nur zwei Minuten später schlug St. Gallen wieder zu - erneut Djalo, diesmal nach feinem Zuspiel von Didier Kopp. Die Gäste spielten weiter kompromisslos nach vorn, trafen Latte, Pfosten und schließlich in der 33. Minute wieder das Tor: Innenverteidiger Hansen Knickerbacker stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte zum 3:1 ein. "Wenn der Ball da reinfliegt, dann weißt du, es ist dein Tag", flachste Knickerbacker später in der Mixed Zone.

Vaduz aber blieb zäh. Wieder war es Declerck, der die Heimfans jubeln ließ (22.). Ein abgefälschter Schuss, Dennis Frey im St. Galler Tor ohne Chance - und plötzlich war alles wieder offen. 2:3 zur Pause, ein Spiel, das man nicht abschalten konnte, selbst wenn man wollte.

Statistisch gesehen war Vaduz sogar leicht überlegen im Ballbesitz (56 Prozent), aber das half so viel wie ein Regenschirm im Schneesturm: St. Gallen hatte 23 Torschüsse, Vaduz lediglich sieben. Das Kräfteverhältnis wurde in der zweiten Halbzeit endgültig sichtbar.

In der 67. Minute traf der junge Joseph Claude nach feinem Zuspiel von Niko Franz zum 4:2, ehe Horst Ernst in der 72. Minute den Sack endgültig zumachte. Wieder war Claude beteiligt, diesmal als Vorlagengeber. "Ich hab’ nur den Fuß hingehalten", meinte Ernst mit verschmitztem Lächeln, "das war mehr Mathematik als Fußball - der Ball musste einfach da landen."

Vaduz-Coach, der nach dem Spiel sichtlich um Fassung rang, fand ehrliche Worte: "Wir wollten kontrolliert spielen, aber St. Gallen war heute wie ein Schnellzug - und wir standen an der Haltestelle." Man sah es seiner Mannschaft an: viel Wille, wenig Zielstrebigkeit.

Der zweite Durchgang war eine Lehrstunde in Effizienz. Während Vaduz zwar bemüht, aber ideenlos anlief, kombinierte St. Gallen mit einer Leichtigkeit, die fast frech wirkte. Trainer Mike Pregler erklärte trocken: "Wir haben gesagt, wir schießen nur, wenn’s Sinn ergibt - und anscheinend ergab’s fünfmal Sinn."

Gelbe Karten flogen auch: Hiliard (34.) und Menard (66.) für St. Gallen, Bjorklund (62.) für Vaduz - alle eher symptomatisch für eine Partie, die zwischen Spielfreude und Frustration pendelte.

Als in der 80. Minute der 17-jährige Eric Lavoie für den ausgepumpten Gustav Falk eingewechselt wurde, brandete Applaus auf. Ein kleiner Zukunftsblick im Schatten eines großen Sieges.

So endete ein Abend, der den neutralen Zuschauer glücklich und den Vaduzer Fan ratlos zurückließ. 2:5, fünf verschiedene Vorlagengeber, ein Feuerwerk an Offensivaktionen - St. Gallen schien schlicht eine Liga besser.

Ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte beim Abpfiff: "Wenn man fünf Tore kassiert und trotzdem den Ball länger hat, dann stimmt was nicht." Vielleicht hat er da den Nagel auf den Kopf getroffen.

Und so bleibt Vaduz nur die Hoffnung auf Besserung - und vielleicht auf ein bisschen weniger Effizienz beim nächsten Gegner. Für St. Gallen hingegen war es ein Abend, an dem fast alles funktionierte. Selbst der Linienrichter grinste, als der fünfte Treffer fiel.

Fazit: ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - zumindest für die Gäste. Vaduz dagegen dürfte von diesem 2:5 noch ein paar schlaflose Nächte haben.

06.03.643987 11:51
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