El Peruano
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Spektakel in Trujillo: AD Cristal dreht das Spiel nach roter Karte

Ein lauer Abend, 27. Januar 2026, 20 Uhr. Im Estadio Mansiche von Trujillo herrschte Fußballfieber: 27.000 Zuschauer, ein Flutlicht, das fast so grell war wie die Trikots von AD Cristal, und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Colegio Vallejo empfing die Männer aus der Hauptstadt - und zumindest eine Halbzeit lang sah es so aus, als wollten die Hausherren den Gästen ein Lehrstück in Effizienz erteilen. Am Ende aber stand ein 2:3, das Vallejo noch lange verdauen dürfte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 15. Minute ließ Julian Quixano, Vallejos quirliger Rechtsaußen, das Stadion beben. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste er später, "und gehofft, dass Ricardo mich wieder so schön findet." Tatsächlich kam der Pass von Ricardo Custodio genau in den Lauf - 1:0. Nur fünf Minuten später das Déjà-vu: diesmal legte André Blanchard auf, wieder Quixano, wieder Tor. 2:0 nach 20 Minuten - Vallejo spielte wie entfesselt, AD Cristal wirkte überrumpelt.

Doch wer Cristal kennt, weiß: Die trinken nicht nur Wasser, die beißen zurück. Paulo Da Cru, der rechte Flügelstürmer mit der Eleganz eines Tänzers und dem Instinkt eines Raubtiers, traf in der 26. Minute zum Anschluss - nach feinem Zuspiel von Jean Edwards. Zwei Minuten darauf wieder dasselbe Duo, fast dieselbe Szene, anderes Eck. 2:2. Die Heimfans schauten sich verdutzt an. Der Vorsprung war dahin, die Euphorie verpufft.

"Wir wussten, dass Vallejo stark startet", sagte Cristal-Coach Mööp Mööp später trocken. "Aber Fußball dauert bekanntlich 90 Minuten. Und wir haben alle bezahlt, um sie auch zu spielen." Seine Mannschaft stabilisierte sich, während Vallejo in der Defensive zunehmend flatterte. Bis zur Pause blieb es beim 2:2, doch die Körpersprache sprach Bände.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Vallejo hatte mit 51,6 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber Cristal schoss öfter - 13 Mal aufs Tor, gegen nur 9 Versuche der Gastgeber. Der Unterschied: Cristal zielte präziser, Vallejo wütete oft ins Leere. "Wir wollten zu viel, zu früh", haderte Trainer Custodio nach Abpfiff. "Manchmal muss man den Ball auch einfach mal in Ruhe lassen."

Der Knackpunkt kam in der 69. Minute: Vallejos Linksverteidiger Polikarp Filatow, ohnehin bekannt für rustikales Tackling, sah nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot. Kein Wunder - selbst der Schiedsrichter zog beim Griff zur Karte nicht nur Gelb, sondern gleich beide Hände. "Ich hab’ nur den Ball gesehen", verteidigte sich Filatow kopfschüttelnd, "leider war der Ball ein Bein."

Mit einem Mann weniger geriet Vallejo ins Schwimmen. Cristal roch Blut - und Jean Edwards, der schon zweimal als Vorlagengeber geglänzt hatte, krönte seine Leistung in der 73. Minute mit dem entscheidenden Treffer. Morgan Prinsloo legte clever quer, Edwards vollendete trocken. 2:3 - und Cristal jubelte, als wäre der Titel schon sicher.

Die Schlussphase war ein einziges Aufbäumen der Gastgeber. Adam Bostwick prüfte Keeper Rene Carter in der 83. Minute mit einem Strahl von rechts außen, doch Carter hielt mit spektakulärer Flugeinlage. In der 91. Minute versuchte es sogar Innenverteidiger Alex Carballo aus der Distanz - Symbol für Vallejos Verzweiflung und Kampfgeist zugleich. Doch der Ausgleich blieb aus.

"Wir haben Charakter gezeigt", meinte Quixano nach dem Spiel und lächelte gequält. "Nur leider nicht den richtigen zum richtigen Zeitpunkt." Sein Trainer nickte: "Man kann mit zehn Mann nicht immer auf Sieg spielen - aber man kann es wenigstens versuchen."

Am Ende stand AD Cristal als verdienter Sieger da. Nicht, weil sie den schöneren Fußball gespielt hätten, sondern weil sie abgezockter waren. Paulo Da Cru - zwei Tore, zwei Kunstwerke - war der Mann des Abends. "Ich hab’ einfach Spaß gehabt", sagte er verschmitzt. "Und wenn’s Spaß macht, trifft man halt öfter."

Die Statistik sprach für Cristal: mehr Schüsse, mehr Effizienz, weniger Drama. Vallejo hingegen wird sich fragen, warum ein Traumstart in einen Albtraum mündete. Vielleicht, weil Fußball manchmal kein Märchen ist - sondern ein Roman, in dem der Held in der 69. Minute vom Platz fliegt.

Und irgendwo auf der Pressetribüne notierte sich ein Kollege: "AD Cristal - hart im Nehmen, süß im Nachgeschmack." Treffender lässt sich dieses Spiel kaum zusammenfassen.

27.11.643987 06:35
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Rainer Calmund
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