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Spektakel an der Anfield Road: Liverpool und Genclerbirligi trennen sich 3:3

Was für ein Fußballabend an der Anfield Road! 59.000 Zuschauer erlebten ein Spiel, das an Dramatik, Chaos und purem Unterhaltungswert kaum zu überbieten war. Liverpool Reds und Genclerbirligi lieferten sich im Champions-League-Play-off-Hinspiel ein 3:3, das alles hatte - frühe Schocks, wilde Wendungen, eine Gelb-Rote Karte und den Verdacht, dass niemand so recht wusste, wer hier eigentlich das Drehbuch schrieb.

Dabei begann alles mit einem Paukenschlag: Schon in der 5. Minute erwischte Barend Van Vleck die Reds eiskalt. Nach feinem Zuspiel von Hadis Tanman schob der niederländische Linksaußen den Ball flach ins rechte Eck - 0:1, und Liverpool-Trainer Heiner Schneider war noch nicht einmal fertig mit seinem ersten Kaugummi. "Ich wollte gerade ’ruhig bleiben’ rufen, da war’s schon passiert", knurrte er später.

In der Folge taten sich die Reds schwer. Der Ball lief bei Genclerbirligi besser, 53 Prozent Ballbesitz für die Gäste, und vor allem Van Vleck und Helguera sorgten immer wieder für Alarm. Keeper Reece Kendall hielt mit zwei starken Paraden gegen Helguera und Waldo seine Mannschaft im Spiel.

"Wir waren in der ersten Halbzeit zu brav", räumte Liverpools Kapitän Joseph Allington ein. "Die wollten uns den Ball klauen - und wir haben ihn ihnen geschenkt."

Nach der Pause kam der Aufstand. Offenbar hatte Schneider in der Kabine den Schalter gefunden - oder zumindest den Lautstärkeregler. Binnen zwei Minuten drehte Liverpool das Match: Erst traf Sergio Arrondo in der 50. Minute nach einem Durcheinander im Strafraum, dann schlenzte der 21-jährige James Mayhew nur 60 Sekunden später den Ball unhaltbar ins Eck. 2:1 - Anfield bebte, die Fans sangen, und der Stadionsprecher kam kaum hinterher.

Doch wer glaubte, die Reds würden das nun souverän nach Hause schaukeln, hatte die Rechnung ohne die Türken gemacht. In der 73. Minute zirkelte Hadis Tanman einen Schuss aus 20 Metern ins Netz, und kaum hatte sich Liverpool sortiert, traf wieder Van Vleck - diesmal nach Vorlage von Joan Waldo. 2:3! Die Gästebank tobte, Coach Abdullah Avci ballte die Fäuste und grinste: "Wir wussten, dass Liverpool hinten wackelt, wenn’s hektisch wird."

Doch das letzte Wort hatten die Reds - genauer: wieder der junge Mayhew. In Minute 76 staubte er nach einem Capucho-Schuss ab und machte das 3:3 perfekt. Anfield atmete auf, und Schneider schrie Richtung Himmel: "Endlich mal ein Abpraller für uns!"

Danach wurde es unruhig. Verteidiger Marco Hermenegildo sah erst Gelb (54.) und dann Gelb-Rot (84.), offenbar für eine Grätsche, die man in England "committed", in der Türkei aber "überflüssig" nennt. "Ich hab den Ball gespielt - er war nur schneller weg als gedacht", erklärte Hermenegildo mit einem Schulterzucken. Mit zehn Mann wankte Liverpool durch die Schlussphase, während Genclerbirligi noch sechs Mal aufs Tor schoss, aber entweder Kendall oder die eigene Nervosität im Weg standen.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 11 Torschüsse für Liverpool, 14 für Genclerbirligi. Der Gast hatte etwas mehr Ballbesitz, die Reds dafür mehr Drama. "Wir haben uns sechs Tore geteilt - ist doch fair", witzelte Avci nach Abpfiff. Schneider dagegen sah das etwas anders: "Wenn man dreimal trifft und trotzdem nicht gewinnt, ist das wie ein englischer Sommer - schön, aber unzuverlässig."

James Mayhew, der Doppeltorschütze, grinste breit, als man ihn auf seine Gala ansprach. "Ich hab einfach gemacht, was der Trainer immer sagt: draufhalten, bevor du nachdenkst." Und Arrondo ergänzte lachend: "Das gilt übrigens auch fürs Leben."

So endete ein denkwürdiger Abend mit einem Ergebnis, das beide Seiten zufrieden und doch unruhig zurücklässt. Liverpool reist nun zum Rückspiel nach Ankara - ohne Hermenegildo, aber mit jeder Menge Selbstvertrauen und einem Angriff, der jederzeit explodieren kann.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte, während er seinen Schal fester zog: "Wenn das nur das Hinspiel war, dann kauf ich mir Popcorn fürs Rückspiel."

Ein Satz, den vermutlich alle unterschreiben würden, die an diesem Abend Zeuge eines Fußballstücks zwischen Genie und Wahnsinn waren.

17.09.643987 08:33
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
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