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Später Knockout: Harrisburg stiehlt Miami in letzter Sekunde die Punkte

Es war einer dieser Abende in Miami, an denen die Luft flimmert, die Drinks kalt sind - und die Hoffnung heiß. 50.105 Zuschauer im Orange Bowl glaubten an ihre Strikers, an Coach Ronald Buths offensive Vision, an das gute alte Prinzip: "Wenn wir genug schießen, geht irgendwann einer rein." Nun, einer ging tatsächlich rein. Nur eben leider nicht genug. Am Ende jubelten die Harrisburg Isles - nach einem 2:1-Auswärtssieg, der so spät kam, dass selbst der Stadionsprecher schon an die Nachspielshow dachte.

Die erste Halbzeit? Eine Mischung aus Chancenfestival und Geduldsspiel. Sergi Ramos prüfte den gegnerischen Keeper schon in der 6. Minute mit einem satten Schuss, Amaury Ze Castro legte in der 17. nach. Doch Harrisburgs Torwart Antonio Postiga, ein Fels in Handschuhen, pflückte alles weg. Sein Trainer David Sander grinste später: "Antonio war heute mehr Krake als Mensch. Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Arme er plötzlich hatte."

Die Isles dagegen lauerten - ganz wie es ihre Taktik vorgab - auf Konter. Alexander Warriner tauchte zweimal gefährlich vor dem Tor auf (18. und 38.), doch auch Miami-Keeper Harrison Bosworth hatte offenbar beschlossen, heute einfach nichts reinzulassen. Zwischen all den Paraden gab es auch ein bisschen Farbe: Gelb für Miamis Innenverteidiger Domingo Vega nach einem rustikalen Einsatz in Minute 20. "Ich hab nur den Ball gespielt", erklärte Vega anschließend grinsend - "der Ball war eben am Bein des Gegners."

Zur Pause blieb es torlos, aber das Publikum war zufrieden: Offensivfußball, Sonne, Bier - was will man mehr?

Dann kam die 60. Minute, und plötzlich wurde es still. Gilles Middag, Harrisburgs zentraler Mittelfeldstratege, fasste sich ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab - und der Ball senkte sich unhaltbar in den Winkel. Assistiert wurde er von Paulo Coluna, der später meinte: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn Gilles meint, er kann’s besser - bitte." 0:1, und der Schock saß tief.

Doch Miami antwortete prompt. Nur fünf Minuten später war es Sergi Ramos, der nach einer butterweichen Flanke von Rechtsverteidiger Michel Fournier artistisch volley traf - 1:1! Das Stadion tobte, Coach Buth sprang an der Seitenlinie wie ein Teenager beim Boyband-Konzert. "Das war genau das, was wir trainiert haben", sagte er - um dann mit einem Augenzwinkern hinzuzufügen: "Na gut, das mit der Flanke vielleicht nicht."

In der Folge drückten die Strikers, als gäbe es kein Morgen. Ramos ballerte (67., 69.), Raul Pena zwang Postiga erneut zu einer Glanzparade (72.). Doch Harrisburg hielt dagegen - mit Erfahrung, Cleverness und einer ordentlichen Portion Zeitspiel.

Dann die 95. Minute. Der Schlusspfiff hing schon in der Luft, als der eingewechselte Elliot Almond, 21 Jahre jung, die Partie entschied. Wieder war Coluna der Vorlagengeber, diesmal mit einem Pass, der die komplette Abwehr alt aussehen ließ. Almond blieb eiskalt - und versenkte zum 2:1. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft", grinste der Matchwinner später. Trainer Sander kommentierte trocken: "Genau das war der Plan."

Während die Isles jubelten, sanken die Strikers auf den Rasen. 13 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote - und doch keine Punkte. Ein bitterer Abend für ein Team, das eigentlich alles richtig machte, außer eben das Gewinnen.

Zum Schluss fasste es Miamis Kapitän Ragnvald Erichsen zusammen: "Wir haben das Spiel dominiert, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Leider." Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein Fan: "Vielleicht sollten sie’s mal mit Weitschüssen versuchen - scheint ja bei Harrisburg zu klappen."

Ein sarkastischer, aber treffender Kommentar für ein Spiel, das wieder einmal bewies: Statistiken sind schön, Tore sind schöner. Harrisburg Isles nehmen drei Punkte mit nach Hause, Miami Strikers den Trost, wenigstens unterhaltsam gewesen zu sein. Und für alle, die wegen der Spannung gekommen waren: Sie wurden reich belohnt - bis zur allerletzten Sekunde.

14.09.643993 15:00
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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