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Southampton zerlegt Newcastle: Ein Sturm, der von der Küste kam

Es war ein nasskalter Februarabend in Newcastle, an dem die 37.750 Zuschauer im St. James’ Park hofften, die "Geordies" würden ihre Heimstärke gegen Southampton ausspielen. Stattdessen erlebten sie ein Lehrstück in Effizienz - und das bittere Gefühl, wie es ist, wenn der Gegner mit jedem Schuss trifft, der halbwegs ernst gemeint war. Am Ende hieß es 2:4 (1:1), und das Ergebnis war so klar, wie es klingt.

Dabei fing es gar nicht so schlecht an für die Hausherren. Zwar traf Southamptons Routinier Stephane Matthieu bereits in der 7. Minute nach einem feinen Zuspiel des beweglichen Bojan Smiljanic zum 0:1 - ein Schuss wie aus dem Lehrbuch, flach, präzise, unhaltbar -, doch nur vier Minuten später antwortete Newcastle durch den jungen Vicente Futre. Der 22-Jährige verwandelte nach Vorlage von Martin Suero eiskalt und ließ Keeper Christophe Parent keine Chance. Das Stadion tobte, und Trainer Konstantin Ratai ballte an der Seitenlinie die Faust: "Da war Feuer drin, genau so wollte ich das sehen!", rief er seinen Spielern zu - man hörte es bis auf die Pressetribüne.

Doch nach dem Ausgleich war es, als hätte jemand bei den Geordies den Stecker gezogen. Zwar hatten sie über das Spiel hinweg 53 Prozent Ballbesitz und versuchten sich mit Kurzpassspiel durch die Reihen der Gäste zu kombinieren, aber Southampton lauerte - wie ein Hai, der Blut wittert. Elf Torschüsse nahmen die "Saints", und vier davon landeten im Netz. Ein Schnitt, der selbst Statistikern Tränen in die Augen treibt.

Direkt nach der Pause, in der 47. Minute, schlug der flinke Marc Muster zu. Nach einem schnellen Angriff über Alfie Marley vollendete der Rechtsaußen mit der Präzision eines Uhrmachers. "Wir wussten, dass Newcastle hinten hoch steht", grinste Trainer Raine Maida später. "Da hilft nur eins: schneller sein und öfter schießen." Und das taten sie.

Zehn Minuten später, in der 56. Minute, kam kurz Hoffnung auf, als Joan Cruz nach einem Pass von Suero zum 2:2 traf. Ein technisch feiner Treffer - und Suero, der schon beim ersten Tor assistierte, war damit der stille Held der Geordies. Aber stille Helden gewinnen selten Fußballspiele.

Ab der 70. Minute kippte das Spiel endgültig. Erst sah Southamptons Rechtsverteidiger Oliver Couture Gelb (71.), dann wechselte Maida doppelt und brachte frische Flügel mit Javi Eusebio und Nael Vaz. Eine Minute später - Zufall oder Genie? - markierte Marc Muster seinen zweiten Treffer (72.) nach Vorarbeit von Eusebio. Ratai trat wütend gegen eine Wasserflasche. "Ich wollte eigentlich ruhig bleiben, aber nach dem dritten Tor war mir alles egal", erklärte er später mit einem bitteren Lächeln.

Als ob das nicht genug wäre, legte Matthieu in der 81. Minute noch einmal nach. Sein zweiter Treffer des Abends war die endgültige Entscheidung. Southampton spielte jetzt wie entfesselt, während Newcastle nur noch hinterherlief - und das, obwohl sie mit 7 Torschüssen und einer späten Pressing-Offensive alles versuchten.

Auch ein Torwartwechsel in der 53. Minute - der junge Jake Williamson kam für Stephane Beyince - brachte keine Wende. Williamson hielt, was zu halten war, aber bei vier Gegentoren klingt das nur bedingt überzeugend. "Ich hab versucht, laut zu schreien, damit die Abwehr aufwacht", sagte er nach dem Spiel schulterzuckend. "Aber sie hatten Ohrstöpsel drin, glaub ich."

Southampton dagegen zeigte sich eiskalt, taktisch clever und erstaunlich robust. Am Ende standen sie mit mehr gewonnenen Zweikämpfen (53,5 Prozent) und einer beeindruckenden Nervenstärke da. Trainer Maida lobte vor allem seinen Doppeltorschützen Muster: "Marc ist 32, aber er rennt wie ein 20-Jähriger - nur mit mehr Grips."

Für Newcastle bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz alleine keine Punkte bringt und ein wildes Offensivkonzept ohne Absicherung schnell ins Verderben führt. Coach Ratai kündigte bereits an, "die Defensive stabiler zu machen, vielleicht mit einem zusätzlichen Mann hinten". Auf die Frage, ob das bedeutet, dass künftig ein Stürmer geopfert wird, grinste er: "Wenn’s hilft, auch zwei."

Am Ende verabschiedeten sich die Fans mit höflichem Applaus - vielleicht auch aus Erleichterung, dass es vorbei war. Southampton nimmt die drei Punkte mit nach Hause, während Newcastle nach Lösungen sucht.

Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wir hatten den Ball, sie die Tore - und das war der Unterschied."

Ein Satz, der an diesem Abend alles sagte.

15.07.643990 07:06
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