Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Southampton zähmt die Reds - Musters Doppelschlag versenkt Liverpool

Ein Freitagabend an der Südküste, Flutlicht über dem St. Mary’s, 48.895 Zuschauer, ein lauer Wind vom Meer - und am Ende ein Spiel, das wieder einmal beweist, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt. Southampton schlägt die Liverpool Reds mit 3:1 (1:1) und lässt die eigenen Fans jubeln, während die Gäste ratlos auf den Rasen starren.

Dabei hatte es für Liverpool blendend begonnen. Schon in der 5. Minute zappelte der Ball im Netz der "Saints": Ashton Hoskins, 22 Jahre jung, nahm eine butterweiche Flanke von Lewis Valentine volley und ließ Keeper Ernesto Aznar keine Chance. Trainer Heiner Schneider ballte die Faust, Southampton-Trainer Raine Maida dagegen verdrehte nur die Augen. "Ich dachte, wir spielen zehn Minuten länger Aufwärmen", knurrte er später mit einem Grinsen.

Doch die anfängliche Schockstarre der Hausherren wich erstaunlich schnell einer Mischung aus Trotz und Spielfreude. Southampton, taktisch von Beginn an offensiv und auf Konter lauernd, fing an zu beißen. Marc Muster prüfte Reds-Keeper Reece Kendall schon in der 11. Minute, und nach einer halben Stunde belohnte er sich selbst: In der 27. Minute legte Stephane Matthieu von links quer, Muster schob eiskalt ein - 1:1. "Ich hab den Ball fast verpasst, weil Stephane so langsam flankte", witzelte der Doppeltorschütze später, "aber der Ball wollte halt rein."

Liverpool hatte mehr vom Ball, fast 59 Prozent Ballbesitz, aber weniger vom Leben. Southampton verteidigte kompromisslos, manchmal an der Grenze - Juan Verdasco sah früh Gelb (13.) und mahnte seine Abwehrkollegen danach lautstark: "Noch einmal so, und wir spielen zu zehnt!" Trotzdem, die "Saints" blieben griffig, während Liverpool zwar geduldig kombinierte, aber kaum Durchschlagskraft entwickelte.

Nach der Pause drehte Southampton endgültig auf. Coach Maida hatte offenbar in der Kabine die richtigen Worte gefunden - oder einfach den Kaffee stark genug gebrüht. In der 60. Minute kam der Moment des jungen Joshua Ackland: Der 22-Jährige startete nach einem präzisen Zuspiel von Linksverteidiger William Dennehy in die Tiefe, nahm den Ball mit der Brust an und vollendete cool zum 2:1. "Ich hab gar nicht nachgedacht", sagte Ackland nach dem Spiel, "vielleicht war das mein Vorteil."

Liverpool versuchte zu antworten, doch es blieb beim Versuch. Hoskins, der Torschütze des frühen 0:1, hatte in der 61. Minute noch einmal eine gute Gelegenheit, scheiterte aber an Aznar. Danach verflachte das Spiel, Southampton kontrollierte nun mit erstaunlicher Ruhe. Raine Maida brachte in der Schlussphase frische Kräfte: Travassos und Romero kamen für Verdasco und Dennehy (73. und 74.), später ersetzte Javi Eusebio den fleißigen Julio Quaresma.

Und dann kam die Nachspielzeit - jene Minuten, in denen sich Helden definieren. Wieder war es Marc Muster, der in der 92. Minute den Deckel draufmachte. Nach einer Ecke von rechts stieg Innenverteidiger Eustatius Winchel hoch, verlängerte per Kopf, und Muster drückte den Ball über die Linie. 3:1 - der Rest war Jubel, Gesang und ein ziemlich zufriedener Trainer Maida. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon weniger Ball habt, dann macht wenigstens mehr draus. Sie haben mich wörtlich genommen."

Statistisch gesehen war Liverpool vorne - mehr Ballbesitz, aber weniger Torschüsse: 11 zu 5 für Southampton. Die Gastgeber wirkten zielstrebiger, ihre Zweikampfquote von knapp 53 Prozent spricht Bände. "Wir haben uns heute ein bisschen selbst geschlagen", gab Reds-Coach Schneider zu. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, aber Southampton wollte es gewinnen."

In den Katakomben des Stadions roch es nach Rasen, Schweiß und Genugtuung. Marc Muster wurde zum Mann des Abends gekürt, Joshua Ackland grinste in die Kameras, und Liverpool suchte nach Erklärungen. "Vielleicht war der Ballbesitz zu schwer", meinte Schneider sarkastisch.

Ein verdienter Sieg für Southampton, das nicht schön, aber effektiv spielte - und mit dieser Mischung aus Kampfgeist und Kaltschnäuzigkeit die Reds ganz alt aussehen ließ. Und während die Fans noch "When the Saints" summten, zwinkerte Trainer Maida und sagte: "Manchmal reicht’s, wenn man einfach das Tor trifft."

Ein Satz, der in Liverpool wohl noch eine Weile nachhallen dürfte.

21.04.643987 17:50
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Rehhagel geht mit Goethe ins Bett, ich mit meiner Frau.
Friedel Rausch
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager