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Southampton siegt spät: Browning zerschießt die "Hammers"-Hoffnungen

Es war einer dieser Abende im Londoner Westen, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott gerade Urlaub macht oder einfach nur Humor beweist. 20.000 Zuschauer kamen zum 11. Spieltag der 1. Liga England ins Stadion der West Hammers - und sahen, wie ihre Mannschaft trotz beherztem Kampf am Ende mit 1:2 gegen ein zielstrebiges Southampton verlor.

Das Spiel begann, wie so viele Heimspiele der Hammers: mit viel Lärm, viel Hoffnung - und wenig Ballbesitz. Southampton, unter Trainer Raine Maida, zog sein kontrolliertes Konterspiel auf, während sich die Hammers unter Coach Marcus Hunder redlich bemühten, Ordnung in die eigenen Reihen zu bringen. "Wir wollten das Spiel ruhig gestalten", erklärte Hunder später mit einem gequälten Lächeln, "aber unsere Definition von ’ruhig’ war wohl etwas zu wörtlich."

Die erste Halbzeit bot zwar jede Menge Laufarbeit, aber kaum Zählbares. Southampton verzeichnete Torschüsse im Minutentakt, doch Torwart James Dunn bei den Hammers hielt, was zu halten war - und manchmal noch mehr. Samuel Browning, der junge Wirbelwind auf Southamptons rechter Seite, prüfte ihn gleich mehrmals. "Ich dachte irgendwann, der Typ hat Magneten in den Handschuhen", grinste Browning später, "aber dann habe ich einfach härter geschossen."

Nach der Pause dauerte es genau drei Minuten, bis Browning sein Versprechen einlöste. In der 48. Minute legte Archie Locklear mustergültig quer, Browning zimmerte den Ball humorlos ins lange Eck - 0:1. Southampton jubelte, die Hammers schauten sich gegenseitig fragend an, als hätte jemand den Spielplan vertauscht.

Doch das Heimteam zeigte Moral. In der 63. Minute, nach einem der seltenen Entlastungsangriffe, kombinierte sich der 35-jährige Mittelfeldveteran Jordi Coelho durch das Zentrum und schickte Maik Michael steil. Der zog ab - und traf flach ins Netz. 1:1! Das Stadion erwachte, Bierbecher flogen, Kinder schrien, und Marcus Hunder brüllte: "Jetzt haben wir sie!"

Drei Minuten später dann der Dämpfer: Leon Hunt, der älteste "Hammer" auf dem Platz, rauschte mit gestrecktem Bein in Nael Vaz - klarer Platzverweis. Die West Hammers fortan in Unterzahl, und das Spiel kippte endgültig. "Das war keine Absicht, ich bin einfach zu spät losgelaufen", erklärte Hunt nach dem Spiel mit entwaffnender Ehrlichkeit.

Southampton übernahm vollends das Kommando, drückte, kombinierte, spielte die Hammers schwindelig. 24 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. In der 82. Minute fiel die Entscheidung: Der eingewechselte Kai Bloomfield flankte von links, Browning startete durch und köpfte zum 1:2 ein. Der zweite Streich des 22-Jährigen - und die endgültige Entscheidung.

"Ich hab’s kommen sehen, aber keiner hat mich gehört", seufzte Torwart Dunn später in der Kabine. Trainer Hunder trat dagegen verbal auf die Bremse: "Wir haben gegen eine gute Mannschaft verloren. Aber wenigstens haben wir nicht gegen uns selbst gespielt - obwohl ..." Er brach den Satz ab, schüttelte den Kopf und verschwand in Richtung Mannschaftsbus.

Southampton-Coach Maida dagegen war rundum zufrieden. "Wir hätten früher alles klar machen müssen", sagte er, "aber am Ende zählt das Ergebnis. Browning war heute einfach zu gut." Abwehrchef Diego Travassos, der sich zwischendurch noch eine Gelbe abholte, sah das ähnlich: "Wir haben heute nicht nur gewonnen, wir haben gelernt, dass man 24 Schüsse braucht, um zwei Tore zu machen."

Die Statistik bestätigte das Bild: 54,8 Prozent Ballbesitz für Southampton, 45,1 Prozent für die Hammers. Die Gäste mit fast achtmal so vielen Abschlüssen (24:3), die Hausherren mit der besseren Laune - zumindest bis zur roten Karte.

Als die Fans gegen 22:30 Uhr aus dem Stadion strömten, hörte man einen älteren Herrn sagen: "Früher hätten wir so was noch gedreht." Worauf sein Enkel trocken antwortete: "Früher war auch der Ball aus Leder, Opa."

So bleibt festzuhalten: Southampton gewinnt verdient, Browning wird zum Mann des Abends, und die West Hammers müssen sich fragen, ob sie künftig vielleicht mit elf Mann mehr erreichen könnten.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne es formulierte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil - und das hatten wir heute. Irgendwie."

22.09.643990 21:10
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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