Football Today
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Southampton dreht das Spiel - späte Tore schocken die Geordies

Es war ein typisch englischer Fußballabend im März: Wind, Regen, Flutlicht - und ein Publikum, das selbst bei Nieselregen noch sang, als hinge der Ligaverbleib davon ab. 37.750 Zuschauer im St. James’ Park sahen ein Spiel, das zunächst nach einem Heimsieg roch, dann aber bitter in einer 2:3-Niederlage für die Newcastle Geordies endete. Southampton, lange defensiv, drehte in den letzten Minuten auf - und riss das Spiel unter den Augen von Trainer Raine Maida buchstäblich aus der Hand der Gastgeber.

Dabei begann alles nach Plan für Konstatin Ratais Geordies. Newcastle hatte mehr Ballbesitz (52,6 Prozent) und zeigte in der ersten Halbzeit, warum man zu Hause selten verliert. Nach einer halben Stunde belohnte sich der Druck: Asterios Sifakis traf in der 36. Minute sehenswert zum 1:0, nach Vorlage von Hartmut Zimmermann. "Ich hab einfach abgezogen, weil keiner kam", grinste Sifakis später - und man glaubte ihm sofort. Southampton, das bis dahin mit einer DEFENSIVE-Counter-Taktik aufgetreten war, wirkte wie ein Boxer, der seine Deckung nicht mehr findet.

Doch wer die Saints kennt, weiß: Sie kommen selten schön, aber oft spät. Schon direkt nach Wiederanpfiff, kaum hatten einige Fans ihre Hotdog-Tüten entsorgt, stand es 1:1. Jan Haswell, der 31-jährige Mittelfeldoldie, zog nach einem Abpraller aus 18 Metern ab - und Geordies-Keeper Jake Williamson sah den Ball wohl erst, als er schon im Netz zappelte. "Ich dachte, er schießt rechts vorbei", murmelte der Torwart später mit einem verlegenen Lächeln.

Southampton bekam Oberwasser. Ihre 16 Torschüsse - doppelt so viele wie Newcastle - waren nun kein Zufall mehr. Flügelspieler Samuel Browning rannte unermüdlich, auch wenn er in der 74. Minute Gelb sah, weil er Franck Baier eher ummähte als umspielte. Trotzdem: Das Spiel neigte sich, langsam aber sicher, in Richtung der Gäste.

Ratai reagierte spät. In der 87. Minute brachte er gleich drei frische Kräfte - Lancaster, Forsythe und den jungen Joshua Browning (nein, keine Verwandtschaft mit Southamptons Samuel). Doch da stand es schon 1:2. Bojan Smiljanic, gerade erst eingewechselt, drückte in der 80. Minute eine Flanke von Kai Bloomfield über die Linie. "Ich hab einfach gehofft, dass mich niemand anschreit, wenn ich daneben haue", witzelte Smiljanic später. Southampton-Coach Maida stand derweil mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und nickte nur - der seltene Moment, in dem ein Trainer ganz genau weiß, dass sein Plan funktioniert.

Das Spiel schien entschieden, doch Newcastle hatte noch einen Funken Stolz. In der 90. Minute köpfte Joan Cruz nach einer Vorlage des jungen Lancaster das 2:2. Der Jubel war ohrenbetäubend. Selbst die Ordner auf der Tribüne rissen die Arme hoch. "Ich dachte, das war’s, wir holen wenigstens einen Punkt", sagte Trainer Ratai nach dem Spiel.

Aber Fußball schreibt seine bittersten Geschichten in der Nachspielzeit. Und diese Geschichte hatte Joshua Ackland als Hauptfigur. In der 92. Minute, als die Geordies kollektiv schon auf den Schlusspfiff warteten, tauchte der flinke Linksaußen nach einem Pass von Bloomfield im Strafraum auf - ein kurzer Haken, ein Schuss ins lange Eck, 2:3. Stille. Nur der kleine Gästeblock jubelte, während Maida die Fäuste ballte und Ratai mit leerem Blick an der Seitenlinie stand.

"Das war typisch für uns", grinste Maida nach dem Spiel. "Zuerst 89 Minuten leiden, dann alles gewinnen." Ratai dagegen suchte nach Worten: "Wir haben gut angefangen, aber dann…" - er machte eine vage Handbewegung, als wolle er den Fehler in der Luft greifen.

Taktisch war es ein Spiel zweier Welten: Newcastle mit offensiver Ausrichtung und Kurzpassspiel, Southampton mit langen Phasen im Kontermodus. Erst im Schlussviertel stellte Maida auf Offensive und Pressing um - und genau das brachte den Sieg. Aggressivität, Effort, Pressing: alle Werte auf Maximum, und plötzlich stand die Partie Kopf.

Statistisch gesehen hätte Newcastle den Punkt verdient gehabt - etwas mehr Ballbesitz, ähnlich viele Chancen in der zweiten Halbzeit, aber die Saints waren schlicht kaltschnäuziger. 53,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe und drei Tore aus 16 Schüssen sind eine beeindruckende Bilanz.

Als die Geordies-Fans nach dem Abpfiff die Ränge verließen, murmelte einer: "Das war wieder typisch - wir fangen an wie Champions und hören auf wie Touristen." Vielleicht war das übertrieben, aber in dieser Nacht fühlte es sich genau so an.

Und irgendwo in der Kabine von Southampton sang jemand laut über den Sieg - während Coach Maida angeblich nur trocken meinte: "Singen können sie, aber nächste Woche will ich, dass sie auch früher anfangen zu spielen."

Ein bitterer, aber lehrreicher Abend für Newcastle - und ein süßer Diebstahl in der Nacht von Tyneside für Southampton.

11.04.643994 01:13
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