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Singer schießt Roosendaal zum Auswärtssieg in Alkmaar

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, warum Fußball manchmal so ungerecht schön ist. 20.000 Zuschauer im Alkmaar-Stadion sahen am 18. Spieltag der 1. Liga Niederlande ein Spiel, das alles versprach - Spannung, Emotion, ein bisschen Chaos - und am Ende doch mit einem schmucklosen 0:1 endete. Für SC Alkmaar blieb es ein Abend der verpassten Chancen, für SC Roosendaal einer jener seltenen Auswärtssiege, die man mit einem Lächeln und einem müden "Hauptsache gewonnen" kommentiert.

Die Partie begann munter. Schon in der dritten Minute prüfte Roosendaals Innenverteidiger Finn Bendixen den Alkmaar-Keeper Ivan Fernan aus der Distanz - offenbar wollte er gleich zu Beginn demonstrieren, dass auch Abwehrspieler schießen dürfen. Alkmaar antwortete prompt, als der junge Bastiaan Westerveldt (17) im Gegenzug nur knapp verzog. "Ich hab da einfach mal draufgehalten, weil mir niemand gesagt hat, dass ich’s nicht darf", grinste der Teenager später.

Die erste Halbzeit war geprägt von gegenseitiger Vorsicht und einem Überangebot an halben Chancen. Alkmaar hatte mit 47 Prozent Ballbesitz leicht das Nachsehen, spielte aber gefällig über die Flügel, während Roosendaal mit aggressivem Zweikampfverhalten (Tacklingquote knapp 53 Prozent) seine defensive Stabilität betonte. Trainer Thomas Ga an der Seitenlinie gestikulierte unermüdlich, als wolle er seine Spieler mit purer Willenskraft nach vorne treiben.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich - Alkmaar versuchte, das Spiel zu kontrollieren, Roosendaal lauerte auf den einen Moment. Der kam in der 68. Minute: Tord Abelson, der unauffällige, aber clevere Mittelfeldmotor, schickte Nils Singer mit einem präzisen Pass auf die Reise. Singer, 23 Jahre jung und mit der Ruhe eines erfahrenen Torjägers, schob den Ball flach ins lange Eck - 0:1. Die Roosendaaler Bank explodierte, während die Fans der Hausherren kollektiv in ihre Sitze sanken. "Ich hab einfach nur gesehen, dass der Torwart leicht auf dem falschen Fuß war", erklärte Singer nach dem Spiel bescheiden. "Ehrlich gesagt wollte ich den Ball eigentlich lupfen - aber manchmal muss man ja nicht alles verraten."

Von Alkmaar kam danach noch einiges an Druck, aber wenig Zählbares. Pauel Van Dyck probierte es in der 65. Minute mit einem wuchtigen Schuss, der knapp über die Latte segelte. Leif Johnsson, der Routinier im Sturm, haderte mit dem Unvermögen seiner Kollegen: "Wir hätten auch drei Stunden spielen können, der Ball wäre nicht reingegangen."

Die Gäste verteidigten das Ergebnis mit bemerkenswerter Abgeklärtheit. Bendixen, der in der 64. Minute Gelb sah, warf sich in jeden Zweikampf, als hätte er gerade erfahren, dass es dafür Bonusmeilen gibt. Torhüter Eustatius Cure parierte, was kam, und das war nach Alkmaars Maßstäben an diesem Abend nicht wenig - sechs Schüsse aufs Tor, aber keiner fand den Weg ins Netz.

In den Schlussminuten verwandelte sich das Spiel in eine Mischung aus Hektik und Hoffnung. Die Alkmaar-Fans versuchten es mit Anfeuerung, die Spieler mit langen Bällen, und Trainer Pablo Canalejas (der heute ausnahmsweise auch die Coachingzone mit seiner Stimme füllte) schrie: "Mehr Mut, Männer!" - als wüsste er, dass Mut allein selten Tore schießt.

Roosendaal lauerte weiter auf Konter, doch der erlösende zweite Treffer blieb aus. Nach 94 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab - und die Gäste jubelten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Trainer Ga atmete hörbar aus: "Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte. Und ehrlich, ich nehme lieber ein hässliches 1:0 als ein schönes 2:2."

Alkmaar hingegen muss sich fragen, wie man mit 47 Prozent Ballbesitz, ordentlichem Passspiel und engagiertem Auftritt so leer ausgehen kann. Vielleicht war es Pech, vielleicht fehlte die letzte Konsequenz. Oder, wie es Verteidiger Vincent Vanderveer trocken formulierte: "Manchmal ist der Fußball halt wie ein schlechter Witz - nur lacht keiner."

Und so ging ein kalter Januarabend zu Ende, an dem SC Roosendaal die Effizienz erfand und SC Alkmaar die Geduld verlor. Die Statistik sagt: 11 Schüsse aufs Tor für Roosendaal, 6 für Alkmaar, 1 Tor insgesamt. Der Fußball sagt: Es war alles drin - nur nicht für die Gastgeber.

Nächste Woche, so schwor Trainer Ga beim Hinausgehen, wolle man "wieder Fußball spielen statt überleben". Wenn das so weiterläuft, könnte Roosendaal am Saisonende noch ganz andere Geschichten schreiben - und Alkmaar? Die werden wohl noch ein bisschen über diesen Abend nachdenken müssen.

15.08.643987 11:10
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