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SC Florenz triumphiert in epischem Champions-League-Finale von Norderstedt

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die so absurd klingen, dass man sie kaum glauben möchte. 79.500 Zuschauer im ausverkauften Norderstedter Stadion sahen ein Champions-League-Finale, das alles hatte: frühe Tore, gelbe Karten, zittrige Trainerhände und einen späten Helden namens Edward Whitman. Am Ende jubelte der SC Florenz über einen 3:2-Sieg (2:2) gegen den tapfer kämpfenden SC Norderstedt - und die Nordlichter mussten erkennen, dass italienische Eleganz auch auf matschigem Rasen funktioniert.

Schon in den ersten Minuten legte Florenz los, als wollten sie das Spiel noch vor der ersten Getränkepause entscheiden. Offensives Pressing, schnelle Kombinationen - Coach Giovanni Ferrari hatte seine Elf auf Angriff programmiert. In der 16. Minute dann die erste Explosion: Edward Whitman vollendete eine mustergültige Flügelkombination nach Vorlage von Oscar Barre zum 1:0. "Ich hab nur noch den Fuß hingehalten", grinste Whitman später. Zwei Minuten später drehte der Torschütze die Rollen um: Barre traf selbst, diesmal nach Zuspiel von Domingo Antunes - 2:0 für Florenz.

Auf der Tribüne rieb sich so mancher Fan die Augen. Norderstedt, sonst bekannt für ihre eiserne Defensive, wirkte wie ein Team auf Schienen. Trainer Andre Marsmann gestikulierte wild an der Seitenlinie. "Ich hab den Jungs gesagt, dass wir kein Museum sind - hier darf man Tore schießen!", scherzte er später mit gequältem Lächeln.

Und tatsächlich: Kurz nach der Gelben Karte für Rechtsverteidiger Kahraman Bikmaz (24.) erwachte Norderstedt aus der Schockstarre. In der 28. Minute zog Serge Henderson aus 20 Metern ab - und der Ball zappelte im Netz. Hans Vanderveer hatte geschickt abgelegt. "Ich hab den Ball gespürt, bevor ich ihn gesehen hab", sagte Henderson. Drei Minuten später war das Stadion ein Tollhaus: Marc Savard, Innenverteidiger mit der Lizenz zum Träumen, köpfte nach einer Ecke von Alex Botin den 2:2-Ausgleich.

Das Spiel kippte - zumindest gefühlt. Norderstedt hatte plötzlich Oberwasser, während Florenz kurz die Sonne suchte, die ihnen in der Anfangsphase so hell geschienen hatte. Mit 50,2 Prozent Ballbesitz und zwölf Abschlüssen hielt die Marsmann-Elf lange dagegen. Doch Florenz blieb gefährlich - 18 Schüsse auf das Tor von Larry Oudekirk sprechen Bände.

Nach der Pause wurde es taktischer, ruhiger - zumindest bis zum Schlussakt. Trainer Ferrari brachte frische Kräfte: Galindo und Dewey sollten Stabilität bringen. Marsmann wechselte offensiv, brachte in der 70. Minute Adam Richard und Thomas Darabont. "Wir wollten das Spiel noch drehen - und ehrlich gesagt, ich glaubte wirklich daran", erklärte Marsmann nach Schlusspfiff.

Doch Fußball kann grausam sein. In der 86. Minute, als sich viele schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, schlug Florenz eiskalt zu. Wieder war es Edward Whitman, der nach Vorlage von Cristian Mancini den Ball humorlos in den Winkel drosch. 3:2. Stille im Stadion, Jubelorkan im Auswärtsblock.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", flüsterte Norderstedts Keeper Oudekirk später, "aber Whitman hat ihn irgendwie wieder ins Leben zurückgerufen." Ferrari indes blieb gelassen: "Wir spielen, bis der Schiedsrichter pfeift - nicht bis die Gegner hoffen."

Die letzten Minuten waren ein einziger Norderstedter Sturmlauf. Vanderveer prüfte Florenz-Keeper Mattia Ceccarelli zweimal (61., 95.), doch der 33-jährige Schlussmann hielt, was zu halten war - und ein bisschen mehr. "Ich hab’s mit Espresso versucht, aber am Ende war’s wohl Adrenalin", lachte Ceccarelli.

Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Giovanni Ferrari umarmte jeden, der ihm in den Weg kam, inklusive eines verdutzten Kameramanns. Marsmann stand derweil mit verschränkten Armen da, sah dem Jubel zu und nickte anerkennend. "Wenn man verliert, dann lieber gegen so eine Mannschaft", sagte er.

Statistisch war es ein Finale auf Augenhöhe: Norderstedt mit minimal mehr Ballbesitz, Florenz mit besserer Zweikampfquote (52,9 %). Am Ende entschieden Effizienz, Erfahrung - und ein Mann in Bestform. Edward Whitman, zweifacher Torschütze, wurde folgerichtig zum Spieler des Abends gewählt.

In Norderstedt bleibt die Gewissheit, dass man Europas Fußballelite das Fürchten lehrte, auch wenn der Pokal gen Süden wandert. "Wir sind nicht traurig - nur ein bisschen wütend auf die Realität", meinte Kapitän Savard und grinste.

Und während Florenz die Nacht vermutlich in einer Mischung aus Pizza, Prosecco und Pokalglanz verbringt, bleibt für Norderstedt der Trost, dass auch Niederlagen Geschichten schreiben können - manchmal sogar die schöneren.

25.04.643990 06:24
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Rainer Calmund
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