Sport-Blick
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SC Delemont ringt FC Oberwallis 3:2 nieder - Carter im Doppelpack-Fieber

Es war einer dieser Abende, an denen der Winter über dem Jura-Stadion lag, aber die Tribünen trotzdem kochten: 39.211 Zuschauer sahen beim 6. Spieltag der 1. Liga Schweiz ein Spiel, das alles hatte - Tore, Karten, Drama und ein Hauch Chaos. Am Ende besiegte der SC Delemont den FC Oberwallis mit 3:2 (1:1) und beweist, dass man auch ohne Perfektion durchaus spektakulär sein kann.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass Coach John Cena - ja, genau, jener Cena, der mittlerweile die Seitenlinie mit der gleichen Entschlossenheit bearbeitet wie früher den Wrestling-Ring - auf Offensive setzte. "Wir wollten sie gar nicht erst atmen lassen", grinste er später. Und sein Team folgte der Marschroute.

Nach gut 20 Minuten belohnte sich Delemont für den stürmischen Beginn: Lionel Vaz, eiskalt wie ein Jura-Windstoß, netzte in der 22. Minute zum 1:0 ein, vorbereitet von Laurent Rothe, der das Mittelfeld zeitweise in sein persönliches Wohnzimmer verwandelte. Die Fans tobten, Bierbecher flogen (freundlich gemeint), doch die Freude hielt nur kurz.

Denn kaum zwei Minuten später konterte Oberwallis mit chirurgischer Präzision. Marcio Pacos, aus der Zentrale kommend, nahm einen klugen Pass von Felix Ritter auf und drosch den Ball zum 1:1 in die Maschen. Trainer Snore Laken - der Name ist Programm, wenn man seine emotionslose Mimik sieht - kommentierte das später trocken: "Wir wollten sie nur kurz aufwecken. Danach war’s wieder gemütlich."

Der Rest der ersten Halbzeit verlief so, wie man es von einem Duell dieser Art erwartet: viele Zweikämpfe, ein paar vergebene Chancen und eine gelbe Karte für Kamil Wojciechowski, der Rothe wohl etwas zu herzlich begrüßte. Kurz vor dem Pausenpfiff dann noch ein taktisches Kabinengespräch: Cena brüllte über den Platz, Laken gähnte - sinnbildlich für die unterschiedlichen Philosophien.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Delemont wieder das Kommando. 51. Minute - Christopher Carter, der schon in der ersten Hälfte wie ein Duracell-Hase über die rechte Seite wütete, traf nach Vorlage von Rothe zum 2:1. Ein Tor, das so sauber herausgespielt war, dass selbst die Ultras kurz klatschten, bevor sie weiter trommelten.

Nur zehn Minuten später legte Carter nach - diesmal nach Zuspiel von Runar Kolvidsson. 3:1, und der Jubel hallte bis in die umliegenden Dörfer. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Carter hinterher lachend. "Wenn du triffst, bist du der Held, wenn nicht, sagt der Trainer, du sollst’s nächstes Mal lassen." Cena nickte dazu: "Ich hab ihm gesagt, er soll genau das tun. Zum Glück hat er zugehört - das macht er sonst selten."

Doch Oberwallis gab sich nicht geschlagen. Ein Doppelwechsel in der 68. Minute brachte frischen Wind: Günter Weller und Daniel Etxebarria kamen, und plötzlich war wieder Bewegung im Gästespiel. In der 78. Minute verkürzte Patrick Benveniste nach Vorlage von Dennehy auf 3:2 - und auf einmal wurde es richtig spannend.

Die letzten zehn Minuten waren ein wilder Ritt. Delemont verteidigte mit allem, was Beine hatte, und manchmal auch mit purem Überlebensinstinkt. Dominique Ziegler, bereits verwarnt, holte sich in der 88. Minute die Gelb-Rote Karte ab, nachdem er einen Oberwalliser Angriff mit einer Mischung aus Mut und Wahnsinn stoppte. "Ich wollte nur den Ball treffen", murmelte er hinterher. "Hat halt nicht ganz geklappt."

Oberwallis drückte, Delemont zitterte, aber Keeper Jacob Leech blieb standhaft. Als Schiedsrichter Sutter nach 94 Minuten abpfiff, fielen die Delemont-Spieler einander in die Arme - erschöpft, erleichtert, etwas ungläubig.

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: 16 Torschüsse gegenüber 6, 51 Prozent Ballbesitz, eine Tacklingquote von 54 Prozent - Zahlen, die das Spielbild gut beschreiben. Und doch war es kein reiner Statistik-Sieg, sondern einer des Willens. Cena brachte es auf den Punkt: "Manchmal musst du halt einfach mehr rennen als der Gegner - auch wenn du dabei aussiehst, als hättest du den Bus verpasst."

Oberwallis hingegen bleibt das Team, das immer wieder knapp verliert, aber selten enttäuscht. "Wir waren nah dran", sagte Laken. "Aber nah dran gibt keine Punkte."

So ging ein unterhaltsamer Abend zu Ende - mit fünf Toren, zwei Gelben, einer Ampelkarte und einem Publikum, das noch lange nach Abpfiff diskutierte, ob Carter nun der neue Publikumsliebling ist oder einfach nur zu viel Kaffee trinkt.

Fazit? Delemont tanzt weiter auf der Erfolgswelle, Oberwallis sucht nach Stabilität, und der Rest der Liga darf sich freuen - auf weitere Spiele, die beweisen, dass Fußball in der 1. Liga Schweiz alles sein kann, nur nicht langweilig.

17.03.643987 23:17
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