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SC Alkmaar schlägt Tilburg mit 3:1 - Späte Flügelshow lässt das Stadion beben

Ein Start nach Maß, ein kurzer Schock - und dann ein Doppelschlag, der den Abend in Alkmaar in eine rot-weiße Jubelorgie verwandelte. Der SC Alkmaar gewann am 24. Spieltag der 1. Liga Niederlande mit 3:1 gegen den SC Tilburg und zeigte dabei, dass Routine und Geduld manchmal stärker sind als jugendlicher Elan.

Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da hatte das Publikum kaum Platz genommen, als Leif Johnsson mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck für das frühe 1:0 sorgte. Flanke von Bernt Runge, ein Kontakt, Tor - so einfach kann Fußball sein. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Trainer van der Meer nach dem Spiel und hob die Hände, "aber Leif hat heute seine eigene Uhr."

Doch wer glaubte, die Partie würde zu einem gemütlichen Heimabend, irrte. Tilburg, mit dem jungen Sturmduo Larz Spoor und Larry Brinkerhoff, zeigte, dass sie keine Angst vor großen Namen hatten. Nach mehreren wuchtigen Vorstößen erzielte Spoor in der 29. Minute den Ausgleich - ein Schuss, der Alkmaars Keeper Ivan Fernan nur ungläubig hinterherschaute. "Der hat gesessen wie ein Sonntagsschuss am Dienstag", murmelte ein Zuschauer hinter der Pressetribüne - und er hatte recht.

Zur Pause war das 1:1 gerecht. Tilburg hatte mit 50,3 Prozent Ballbesitz hauchdünn mehr vom Spiel, Alkmaar führte leicht bei den Torschüssen (13:9 am Ende), aber die Partie war offen wie eine schlecht verschlossene Kabinentür.

In der zweiten Halbzeit begann das große Geduldsspiel. Tilburg kombinierte gefällig, doch Alkmaar wartete auf den Moment - und der kam in der 69. Minute. Wieder Leif Johnsson im Mittelpunkt: Ein Dribbling, eine Übersicht wie ein Schachgroßmeister, dann der Querpass auf Serge Duchesne, der aus 16 Metern trocken einschob. 2:1! Das Stadion tobte, und Johnsson riss die Arme hoch, als hätte er gerade eine Oper dirigiert. "Leif hat das Spiel gelesen wie ein Buch - nur mit weniger Kapiteln", lobte Duchesne später mit einem Augenzwinkern.

Und kaum hatte Tilburg den Rückstand verdaut, fiel der nächste Schlag. Eine Minute später, 70. Minute: Michel Groot steckt durch, Jacob Henning läuft ein - und zack, 3:1. Tilburgs Abwehr stand da, als hätte jemand auf Pause gedrückt. Trainer Callum Macgrogg stapfte wütend an der Seitenlinie entlang und brüllte: "Wo sind meine Verteidiger? Im Fanshop?" Später versuchte er es mit Humor: "Wir haben kurz vergessen, dass man auch nach einem Gegentor verteidigen darf."

Die Schlussphase gehörte wieder Alkmaar. Van Schoonhoven prüfte den Keeper aus der Distanz, Johnsson zirkelte in der 94. Minute noch einmal gefährlich aufs Tor. Tilburg versuchte zu reagieren, aber die Luft war raus. Gelbe Karten gab es auch: Bernt Runge sah schon in der 19. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen, und Tilburger Innenverteidiger Sander Buskirk folgte ihm in der 80. - sinnbildlich für den Frust eines Teams, das sich am Ende geschlagen geben musste.

Statistisch war das Spiel erstaunlich ausgeglichen, was die Alkmaar-Fans aber herzlich wenig interessierte. 20.000 Zuschauer feierten ihre Mannschaft, als hätte sie gerade die Meisterschaft gewonnen. "Das war kein leichter Sieg", sagte Coach van der Meer (dessen Name auf dem Spielbogen nicht offiziell vermerkt war, aber aus der Kabine drang), "Tilburg hat uns alles abverlangt. Aber wir haben Charakter gezeigt - und ein bisschen Glück, dass Leif heute Lust hatte."

Tilburgs Trainer Macgrogg nahm die Niederlage sportlich: "Wenn du drei Tore kassierst und trotzdem denkst, du hättest gut gespielt, dann weißt du, dass Fußball manchmal einfach gemein ist."

Nach dem Schlusspfiff blieb Johnsson noch lange auf dem Rasen, winkte in die Kurve und klopfte Mitspieler Fernan auf die Schulter. Ein Fan rief: "Leif for President!" - worauf der Stürmer lachend antwortete: "Nur, wenn es da auch Tore gibt!"

Ein Abend, der zeigte, dass Alkmaar mehr kann als nur solide spielen - sie können auch Spaß haben. Und Tilburg? Die werden sich fragen, wie man binnen zwei Minuten zwei Mal ins offene Messer laufen kann. Aber keine Sorge: In dieser Liga ist das kein Einzelfall.

Manchmal schreibt der Fußball eben Geschichten, die selbst Drehbuchautoren zu kitschig wären. Doch an diesem Samstagabend in Alkmaar war sie einfach perfekt - mit einem Helden namens Johnsson, einem Trainer, der wieder lächeln durfte, und 20.000 Menschen, die nach Hause gingen und dachten: So muss Fußball klingen.

02.11.643987 04:13
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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