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Salamanca stolpert, Aarau tanzt: Münch schießt die Gäste zum 2:1-Sieg

Es war ein Abend, an dem Salamanca CF viel Ballbesitz, viele Ideen - und am Ende doch zu wenig Tore hatte. 79.500 Zuschauer im Estadio Municipal glaubten nach dem 1:1 zur Pause noch an den großen europäischen Fußballmoment. Doch SC Aarau, diese schweizerische Mischung aus Präzision und Pragmatismus, nahm drei Punkte mit nach Hause. Und das vor allem dank eines Mannes, der offenbar beschlossen hatte, dass ihm das spanische Flutlicht besonders gut steht: Carl Münch. Zwei Tore, ein Lächeln für die Kameras, und ein Interview, das so charmant war wie sein Abschluss in der 52. Minute. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Münch. "In Salamanca scheint der Ball mir zu gehorchen."

Dabei begann das Spiel mit einem Schock für die Gastgeber. Gerade sechs Minuten waren gespielt, als Münch - auf Vorlage von Marc Pelletier - die erste Unaufmerksamkeit der spanischen Hintermannschaft nutzte. Salamanca wirkte überrascht, fast beleidigt. Trainer Jürgen Mattes raufte sich die Haare, während sein rechter Verteidiger Iker Celis sich kurz darauf eine frühe Gelbe Karte abholte - wohl aus Frust, dass ihm der flinke Pelletier zuvor entwischt war.

Doch Salamanca wäre nicht Salamanca, wenn sie nicht auf Ballbesitz schwören würden. 59 Prozent am Ende sprechen eine klare Sprache: Wer den Ball hat, kann wenigstens so tun, als hätte man das Spiel im Griff. Und in der 28. Minute belohnten sich die Gastgeber endlich. Jay Broderick, der rechte Wirbelwind, traf nach einer Vorlage von Linksverteidiger Santiago Barreda zum 1:1. Das Stadion explodierte, und Mattes rief seinem Team zu: "Jetzt spielen wir unser Spiel!"
Leider tat Aarau das auch.

Denn Hans Meyer, der erfahrene Coach der Gäste, hatte seine Jungs perfekt eingestellt. Offensiv, aggressiv, aber nie kopflos - so wie es aussieht, wenn man "ANYTIME" im Torschussverhalten wörtlich nimmt. "Wir schießen, wenn wir Lust haben", erklärte Meyer später süffisant. "Und heute hatten wir viel Lust." 12 Schüsse aufs Tor, zwei Treffer - das ist Schweizer Effizienz in Reinform. Salamanca dagegen kam mit neun Abschlüssen zwar auf respektable Zahlen, aber eben nur zu einem Treffer.

Besonders bitter: In der 52. Minute war es wieder Münch, diesmal nach einem klugen Pass von Mittelfeldmotor Sean Corraface. Der 24-jährige Aarauer zog trocken ab, und Salamanca-Keeper Xabier Tarrega streckte sich vergeblich - 1:2. Der Jubel der Schweizer Fans im Oberrang klang wie eine gut geölte Kuhglocke.

Salamanca reagierte hektisch. Mattes brachte in der 66. Minute den jungen Bernardo Menendo für Miguel Roy, später musste Innenverteidiger Avgerinos Giannakopoulos verletzt raus. "Das war der Moment, in dem wir den Rhythmus verloren", seufzte Mattes nach dem Spiel. "Aarau hat das eiskalt ausgenutzt. Die haben nicht schön gespielt, aber clever."

Clever war auch Meyers Wechselpolitik: In der Schlussphase gönnte er dem 19-jährigen Patrick Franz sein Champions-League-Debüt - und der Junge wurde vom Trainer mit den Worten verabschiedet: "Mach einfach nichts Dummes." Franz nickte, trat aufs Feld und machte - nichts Dummes.

Die letzten Minuten waren ein einziger Sturmlauf Salamancas. 84. Minute: Broderick zieht noch einmal ab, Aarau-Keeper Louis Noack pariert glänzend. 87. Minute: wieder Münch, diesmal knapp vorbei - fast ein Hattrick. In der Nachspielzeit dröhnte das Stadion, aber der Ball wollte nicht mehr rein.

Als der Schlusspfiff ertönte, reckte Münch beide Fäuste gen Himmel, während Mattes mit leerem Blick auf die Anzeigetafel starrte: 1:2 (1:1). 59 Prozent Ballbesitz, 49 Prozent Zweikampfquote, null Punkte.

"Wir haben dominiert, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", murmelte der Salamanca-Coach später in die Mikrofone. Meyer dagegen grinste: "Manchmal ist weniger Ball mehr Sieg."

Und so endete ein unterhaltsamer Champions-League-Abend, an dem Salamanca viel zeigte - nur eben nicht das, was am meisten zählt. Aarau dagegen? Zwei Tore, zwei Punkte mehr auf dem Konto, und ein neuer Star, der in Salamanca wohl noch eine Weile Gesprächsthema sein wird.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wir haben den Ball geliebt - und Aarau hat ihn einfach ins Tor geschossen."

Schlusswort: Vielleicht sollte Salamanca beim nächsten Mal das Tor so behandeln, wie sie den Ball behandeln - mit Leidenschaft, aber ein bisschen mehr Zielstrebigkeit.

06.06.643987 19:54
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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