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Roosendaal fliegt, Heerenveen friert: Ein eiskalter Abend für die Hausherren

Es war ein Abend, an dem man den heißen Tee lieber auf der Tribüne als den Ball am Fuß haben wollte. 28.014 Zuschauer im Abe-Lenstra-Stadion sahen am 20. Spieltag der niederländischen Eredivisie, wie der FC Heerenveen mit 1:3 gegen den SC Roosendaal unterging - und das, obwohl das Thermometer erbarmungslos in den einstelligen Minusbereich sank.

Von Beginn an legten die Gäste los, als hätten sie sich in der Kabine aufgewärmt, nicht eingefroren. Schon in der ersten Minute prüfte Sander Roemer den Heerenveen-Keeper Herold Vanderbilt mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Ein Warnschuss, wie sich herausstellen sollte. Kaum hatte der Stadionsprecher die Aufstellung zu Ende gelesen, da donnerte es in der 15. Minute: Vitorino Hernandez verwertete eine butterweiche Flanke von Altmeister Ton van Buren zum 0:1. "Ich hab’ nur den Wind genutzt", grinste Hernandez später, "der Ball hat die Arbeit gemacht."

Doch Heerenveen reagierte - und zwar prompt. Fünf Minuten später tanzte Marnix Onderdonk auf der linken Seite an zwei Verteidigern vorbei, bekam den Ball von Jaap van Dousen perfekt in den Lauf gespielt und schob zum 1:1 ein. Das Stadion tobte. "Da dachte ich: So, jetzt kippt’s!", gestand Onderdonk danach. Aber das Spiel kippte nur kurz - dann fiel es mit voller Wucht auf die Seite der Gäste.

Denn schon eine Minute nach dem Ausgleich schlug Roosendaal zurück. Ein schneller Flügelwechsel, Timm Otto zog rechts durch, flankte scharf in den Strafraum, und Nils Singer rauschte heran - 1:2. Das ging so schnell, dass selbst die Kameraleute kurz die Orientierung verloren. "Wir wollten Heerenveen keine Zeit zum Luftholen geben", erklärte Trainer Thomas Ga später mit einem verschmitzten Lächeln.

Heerenveen mühte sich, doch die Offensivbemühungen wirkten so planlos wie ein Navigationsgerät ohne GPS. Acht Torschüsse, fast alle aus der Distanz, verpufften in den kalten Friesenhimmel. Roosendaal dagegen kombinierte schnörkellos, direkt und mit Lust an der eigenen Kühnheit. 15 Abschlüsse zählte die Statistik am Ende - und drei davon saßen.

Nach der Pause zog sich das Spiel wie Kaugummi. Heerenveen hielt den Ball (49,3 Prozent Ballbesitz, also fast ausgeglichen), aber Roosendaal hielt das Ergebnis. Dann, in der 63. Minute, fiel die Entscheidung: Tord Abelson steckte den Ball klug durch, Aad Wetherwax startete in die Tiefe und traf eiskalt zum 1:3. "Ich hab gar nicht gesehen, dass der Torwart schon draußen war", sagte Wetherwax danach - "aber das war vielleicht auch besser so."

Trainer Ga stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Manteltaschen, und nickte zufrieden. Sein Gegenüber hingegen - Heerenveens Coach, dessen Name die Presseabteilung nach Spielende lieber nicht herausgab - starrte minutenlang auf den Rasen, als könnte sich dort noch ein zweites Tor für seine Mannschaft auftun.

Gelbe Karten gab es übrigens auch: Francisco Prieto (Roosendaal, 3. Minute) säbelte früh einen Gegenspieler um, und bei Heerenveen sammelten Wevers Vanderbilt (12.) und Bastiaan Schoonhoven (42.) Verwarnungen - letzterer, weil er nach einem verlorenen Zweikampf den Ball in die Werbebande drosch. "Reine Frustration", murmelte er später, "ich wollte eigentlich nur den Schnee abschütteln."

Statistisch betrachtet war es kein Klassenunterschied, aber ein Klassenbeispiel dafür, wie Effizienz Spiele gewinnt. Roosendaal spielte offensiv, aggressiv, mit starkem Flügelspiel - während Heerenveen in seiner "ausgeglichenen" Taktik so ausgewogen war, dass es am Ende nach Stillstand aussah.

"Wir wollten nicht nur verteidigen, sondern das Spiel machen", erklärte Ga nach dem Abpfiff. "Und wenn man drei Tore auswärts schießt, darf man ruhig ein bisschen stolz sein." Vitorino Hernandez nickte neben ihm, schon in die Decke gewickelt: "Ich hab meinen Teil getan. Jetzt will ich nur noch eine heiße Dusche."

Heerenveens Onderdonk dagegen suchte nach Worten: "Wir haben uns bemüht, aber sie waren einfach giftiger. Vielleicht hätten wir auch mehr über die Flügel kommen müssen - oder einfach mal das Glück erzwingen."

Als die Flutlichter ausgingen, hallte das Pfeifkonzert der Heimfans noch nach - nicht bösartig, eher enttäuscht. Ein paar Kinder winkten den Spielern trotzdem zu. Der Fußball hat eben auch an kalten Abenden seine kleinen, warmen Momente.

Und irgendwo im Kabinengang, so erzählt man sich, soll Roosendaals Torhüter Eustatius Cure gesungen haben - leise, aber fröhlich. Kein Wunder: Wenn man in Heerenveen drei Punkte holt, darf man ruhig den Ton treffen.

17.09.643987 11:37
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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