Voetbal International
+++ Sportzeitung für Niederlande +++

Roosendaal fegt Oss vom Platz - 8:1 und kein Ende in Sicht

Wenn ein Fußballspiel zur Ein-Mann-Show eines ganzen Teams wird, dann war wohl der SC Roosendaal am Werk. Vor 26.426 begeisterten, teils ungläubigen Zuschauern im heimischen Stadion spielte die Mannschaft von Trainer Thomas Ga am 30. Spieltag der 1. Liga Niederlande den Gast Pots Oss schwindelig - und das von der ersten Minute an. Das Endergebnis: ein krachendes 8:1, das eher an ein Testspiel im Sommer erinnert als an den heißen Märzabend, den die Fans erlebten.

Von Beginn an machte Roosendaal klar, dass heute kein Platz für Zurückhaltung war. Die taktische Ausrichtung? Offensiv, offensiver, Roosendaal. Bereits nach neun Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Linksverteidiger Joshua MacDonnell rauschte nach vorne, nahm einen feinen Pass von Bram Ingels mit und drosch den Ball mit der Selbstverständlichkeit eines Mittelstürmers in die Maschen. "Ich weiß gar nicht, warum die anderen immer sagen, Verteidiger sollen hinten bleiben", grinste der 21-Jährige später.

Nur neun Minuten später durfte dann Wouter Tenbrook jubeln. Der zentrale Mittelfeldmann, ohnehin das Hirn im Roosendaaler Spiel, zog nach einer Vorlage von MacDonnell trocken ab - 2:0. Oss wirkte da schon wie ein Boxer, der in der zweiten Runde merkt, dass er in einem anderen Gewicht kämpft.

Die Gäste, taktisch ausgewogen aufgestellt, kämpften zwar tapfer, aber ohne jede Durchschlagskraft. Ganze fünf Torschüsse brachte Pots Oss zustande - Michel Vogel im Roosendaaler Tor hatte einen dieser Abende, an denen man sich fragt, ob er überhaupt schwitzt.

Vor der Pause folgte dann ein Feuerwerk, das selbst die Anzeigetafel überforderte: Garritt Comstock (39.), der 18-jährige Newcomer Faas Van Keuren (42. und 44.) - jeweils mit einem Hauch jugendlicher Frechheit - sorgten für ein 5:0 zur Halbzeit. "Ich hab nur geschossen, weil keiner geschrien hat, ich soll passen", scherzte Van Keuren, der nach eigenen Angaben "eigentlich noch Hausaufgaben" hatte.

Trainer Thomas Ga nahm’s mit Humor: "Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, sie sollen den Ball auch mal halten. Da haben sie mich wohl missverstanden - sie haben ihn einfach im Tor von Oss gehalten."

In der zweiten Hälfte ließ Roosendaal den Motor kurz tuckern, nur um ihn dann wieder hochzudrehen. Samuele Fagnano, 20 Jahre jung, netzte in der 70. und 72. Minute doppelt ein. Erst nach Zuspiel von Tenbrook, dann nach einem langen Ball von Innenverteidiger James Delmas - der zuvor Gelb gesehen hatte, aber offenbar beschloss, das mit einem Assist auszugleichen.

Das 7:0 war zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Formsache, und selbst die Gäste sahen das wohl ähnlich. Doch dann - in der 76. Minute - ein kleiner Lichtblick: Der 18-jährige Elmo Schaffer traf nach Vorlage des Routiniers Nevio Feldmann zum Ehrentreffer. Die Fans von Oss jubelten, als wäre der Abstieg verhindert. "Das war mehr Erleichterung als Freude", gab Trainer Jan Verbeek später kleinlaut zu.

Doch Roosendaal hatte das letzte Wort. In der Nachspielzeit (91.) traf erneut Comstock, diesmal nach Vorlage des ebenfalls eingewechselten Eric Roades - 8:1. Der Schlusspfiff war für Oss eine Erlösung, für Roosendaal eher ein Partybeginn.

Die Statistik spricht eine ebenso deutliche Sprache wie das Ergebnis: 21 Torschüsse zu 5, 53 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Roosendaal dominierte in allen Belangen. Selbst die Gelben Karten (drei an der Zahl) wirkten mehr wie kleine Erinnerungen daran, dass es sich theoretisch um ein Fußballspiel handelte und nicht um ein Schaulaufen.

"Das war heute ein Statement", sagte Kapitän Tenbrook nach dem Spiel. "Aber ehrlich gesagt: Wir hätten noch zwei, drei machen können." Neben ihm nickte Van Keuren eifrig. "Oder vier", ergänzte er, bevor Trainer Ga lachend dazwischen ging: "Jetzt reicht’s, Faas. Die Kollegen von Oss lesen das morgen."

Pots Oss hingegen wirkte nach dem Spiel wie eine Mannschaft, die lieber vergessen möchte, was passiert ist. Torwart Pauel Schermerhorn schüttelte nur den Kopf: "Acht Gegentore… da verliert man irgendwann das Gefühl für Zeit."

Ein Abend, der in Roosendaal wohl noch lange Gesprächsthema bleiben wird - und in Oss vermutlich eher eine Therapiesitzung erfordert.

Schlusswort? Vielleicht dies: Fußball kann grausam sein, aber manchmal ist er einfach nur schön - zumindest, wenn man auf der richtigen Seite des 8:1 steht.

01.09.643993 07:12
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
Matthias Sammer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager