La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

River Plata siegt dank Simard doppelt - Tucuman wehrt sich vergeblich

Ein lauer Sommerabend in Buenos Aires, 30.978 Zuschauer im Estadio Monumental, und die Luft vibrierte schon vor dem Anpfiff. Am 28. Spieltag der 1. Liga Argentinien empfing der FC River Plata den FC Tucuman - ein Duell, das sich als eine Mischung aus Geduldsspiel, Gedränge und gelegentlichen Geistesblitzen entpuppen sollte. Am Ende stand ein verdienter 2:1-Heimsieg für River, der vor allem einem Mann gehörte: Yves Simard, der in der 12. und 80. Minute eiskalt zuschlug.

Schon nach wenigen Minuten ließ River keinen Zweifel daran, wer hier Herr im Haus ist. Joan Menendez prüfte Tucumans Keeper Pedro Exposito früh (2.), Erland Hoiland tat es ihm nach (4.). Tucuman wirkte überrascht, fast so, als hätte man den Anstoß mit einem gemütlichen Abendspaziergang verwechselt. Der Ballbesitz von über 62 Prozent sprach Bände: River spielte, Tucuman schaute zu.

Das 1:0 in der 12. Minute war dann die logische Folge dieses Drängens. Kevin Blanchard, der Linksfuß mit dem feinen Auge, legte quer, und Yves Simard jagte den Ball humorlos in den Winkel. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn ich da noch nachdenke, fliegt er wahrscheinlich auf die Tribüne", grinste Simard später. Trainer von River - offiziell namenlos, aber laut Seitenlinie mit Stimmbändern aus Stahl ausgestattet - rannte jubelnd an der Seitenlinie entlang, während Tucumans Coach Justin Moller die Hände in die Hüften stemmte und murmelte: "Zwölf Minuten und schon sieht’s aus wie Handball."

Tucuman kam danach etwas besser ins Spiel, allerdings mehr durch Zufall als durch Plan. Patrik Krueger versuchte es zweimal aus der Distanz (20., 21.), aber Rivers Keeper Erem Tasdemir pflückte die Schüsse aus der Luft, als handle es sich um harmlose Flanken. Einzig Ramon Zaera sorgte für kurzzeitige Unruhe, als er in der 18. Minute aus spitzem Winkel abzog - drüber, aber immerhin ein Lebenszeichen.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Tucuman kam aus der Kabine, als hätte Coach Moller den Kaffee mit Nitro aufgebrüht. In der 48. Minute flankte Bradley Gayheart präzise von links, und Ramon Zaera köpfte den Ball zum 1:1 ein. Plötzlich war das Stadion kurz still - bis auf den Gästeblock, der sich anhörte wie ein überfüllter Linienbus auf dem Weg zur Fiesta.

"Da haben wir geschlafen", knurrte River-Verteidiger Damian Garcia später, der sich den Ausgleich sichtlich ankreidete. Doch River ließ sich nicht lange bitten. Simard, dieser Mann mit dem Timing eines Uhrwerks, tauchte in der 80. Minute wieder auf. Mateo Yanez legte mustergültig vor, Simard nahm den Ball mit der Brust und schob trocken ein - 2:1. Der Jubel war diesmal lauter, die Erleichterung größer.

Tucuman dagegen machte sich das Leben selbst schwer: William Leblanc, bis dahin ein Fels in der Abwehr, sah in der 77. Minute Gelb-Rot nach einem rustikalen Rempler an der Mittellinie. "Ich hab doch nur den Ball getroffen - und ein bisschen den Mann", verteidigte er sich hinterher mit einem Lächeln, das wenig Reue verriet.

Trainer Moller brachte mit Ingo Montalban (66.) und dem 17-jährigen Paulo Penas (70.) frische Beine, doch die Unterzahl machte jeden Offensivplan zunichte. River spielte die Uhr herunter, mit dem Ballbesitz eines Schachmeisters und der Geduld eines Mathematiklehrers.

Statistisch war alles klar: 12 Torschüsse zu 10, 62 Prozent Ballbesitz für River, Tackling-Quote auf beiden Seiten fast identisch - aber in den entscheidenden Momenten war River schlicht cleverer. Tucuman rannte an, verlor Bälle, und River konterte elegant, ohne in Hektik zu verfallen.

Nach dem Schlusspfiff wirkte Simard, als hätte er gerade einen Spaziergang beendet. "Zwei Tore sind schön, aber ohne Kevin und Mateo wären’s keine geworden", sagte er - und klopfte den beiden Mitspielern auf die Schultern. Keeper Tasdemir kommentierte trocken: "Ich hatte heute weniger zu tun als unser Platzwart."

Coach Moller hingegen fasste das Spiel mit britischem Humor zusammen: "Wir wollten River ärgern - am Ende haben sie uns freundlich ausgelacht."

Ein wenig Wahrheit steckt wohl in diesem Satz. River Plata war an diesem Abend nicht spektakulär, aber souverän. Tucuman kämpfte, biss, foulte - und flog schließlich. Der Fußballgott hatte sich für die Schönspieler entschieden.

Am Ende blieben die Fans von River noch lange auf den Rängen, sangen, winkten und skandierten Simards Namen. Tucuman verschwand leise im Tunnel, mit gesenkten Köpfen und einem Gefühl, das Moller später so beschrieb: "Wir waren nah dran. Leider nur geografisch."

Ein Abend, der zeigte, dass Ballbesitz manchmal doch belohnt wird - zumindest, wenn man Yves Simard im Sturm hat.

09.12.643987 09:42
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