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Ein Abend am Meer, 54.630 Zuschauer im Stadio Romeo Neri, und zwei Mannschaften, die sich gegenseitig den Sand aus den Schuhen spielten: AS Rimini und UC Albinoleffe trennten sich am 24. Spieltag der 1. Liga Italien 2:2 - ein Ergebnis, das beiden irgendwie zu wenig und zugleich zu viel war. Das Spiel begann, als die meisten Fans gerade noch die Focaccia auspackten. Schon in der 2. Minute schockte Albinoleffes Innenverteidiger Archie Donahue die Heimmannschaft. Nach einer Ecke von Juan Pablo Rocha stieg der Abwehrhüne höher als die gesamte Adriaküste und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. Trainer Danek Petri grinste hinterher: "Wir üben das seit Monaten. Meistens landet der Ball auf dem Parkplatz. Heute eben mal im Tor." Rimini brauchte ein paar Minuten, um den Schreck zu verdauen, doch dann kam die jugendliche Frische zum Tragen. In der 25. Minute nahm der 18-jährige Nicolae Deleanu den Ball im Mittelfeld auf, spielte ihn mit einem feinen Pass in die Tiefe, und Giulio Tripodi, gerade einmal 20 Jahre jung, schob eiskalt ein. 1:1 - und das Stadion wachte endgültig auf. "Ich dachte, der Junge trifft den Ball gar nicht richtig", lachte Rimini-Trainer Fritz Fasching später, "aber anscheinend hat er mich Lügen gestraft." Nur sieben Minuten später drehte Rimini die Partie. Diesmal verwandelte Deleanu selbst, nachdem Jesper Bjerg mit einem cleveren Steckpass die Abwehr der Gäste auseinandergenommen hatte. Der Youngster schloss ab, als hätte er schon hundert Serie-A-Spiele auf dem Konto. Rimini führte 2:1 - und man spürte: Hier wächst etwas zusammen, das Potenzial hat. Zur Pause sah es nach einem Heimsieg aus, doch Albinoleffe, das in Ballbesitz (54,6 Prozent) und Torschüssen (13 zu 8) leicht überlegen war, kam mit ordentlich Wut aus der Kabine. Der erste Warnschuss kam von Lewis Kirkwood, der in der 50. Minute aus 20 Metern abzog - Rimini-Keeper Gianfranco Pedivigliano lenkte den Ball gerade noch über die Latte. In der 63. Minute fiel dann der verdiente Ausgleich. Kirkwood flankte von rechts, und René Doucet, der bullige Mittelstürmer aus Kanada, wuchtete den Ball mit dem Kopf ins Eck. 2:2 - und plötzlich war wieder alles offen. Doch kaum hatte Albinoleffe gejubelt, flog Verteidiger Adrian Bischoff vom Platz. Nach Gelb in der 39. Minute kam in der 64. die Ampelkarte - ein klassischer Fall von "Ich wollte nur den Ball treffen". Trainer Petri schüttelte den Kopf: "Er hat halt ein anderes Verständnis von Fairplay. Eher Rugby als Fußball." Rimini witterte die Chance, doch die Gäste verteidigten clever. Die beste Gelegenheit hatte Markus Moeller in der 66. Minute, doch sein Schuss rauschte knapp vorbei. In der Schlussphase brachte Fasching frische Kräfte: Lorenzo Barbieri ersetzte Marnix Rutgers, und Javier Rocha kam für den jungen Edoardo Piras. Doch der Lucky Punch blieb aus. Auch Albinoleffe wechselte - Esteban Melendo kam für den ausgepowerten Martirano - und stellte auf Pressing um. Das brachte zwar noch ein paar Halbchancen, aber keine Tore mehr. Nach dem Abpfiff stand ein Remis, das beiden Seiten Anlass zu gemischten Gefühlen gab. Rimini hatte die Führung verspielt, Albinoleffe den Sieg verpasst. "Wir hätten das dritte Tor machen müssen", knurrte Doucet. "Aber immerhin hat keiner mehr den Parkplatz getroffen." Statistisch gesehen war Albinoleffe etwas aktiver, Rimini dafür effizienter in der ersten Halbzeit. Fasching fasste es pragmatisch zusammen: "Wenn du zwei Tore schießt und trotzdem nicht gewinnst, war’s entweder Pech oder Unreife. Bei uns vermutlich beides." Und so blieb am Ende ein 2:2, das sich wie ein 3-Gänge-Menü mit zu viel Salz und zu wenig Dessert anfühlte - sättigend, aber nicht befriedigend. Die Fans applaudierten trotzdem, besonders den jungen Riminis, die mit Mut, Tempo und Witz aufspielten. "Wir sind auf einem guten Weg", meinte Deleanu und grinste bescheiden. "Auch wenn meine Mutter jetzt wahrscheinlich denkt, ich hätte das Siegtor schießen sollen." Fazit: Ein Spiel mit vier Toren, einer Ampelkarte, viel Tempo und noch mehr Geschichten. Rimini und Albinoleffe trennten sich leistungsgerecht - und wer Fußball liebt, bekam in dieser Achterbahnfahrt alles, was das Herz begehrt. Oder, wie ein alter Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Zwei Mannschaften, vier Tore, null Langeweile - das ist doch schon fast ein Sieg für alle." 24.10.643987 00:23 |
Sprücheklopfer
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte