Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Rimini fegt Mantova vom Platz - 5:0 und ein Fußballabend zum Vergessen

Ein Abendspiel in Mantova, 27.000 Zuschauer, Flutlicht, leichter Dunst über dem Rasen - alles war angerichtet für einen heißen Tanz in der 1. Liga Italien. Nur: getanzt hat am Ende eigentlich nur einer - nämlich AS Rimini. Mantova Calcio wurde beim 0:5 (0:1) regelrecht auseinandergenommen, und das, obwohl die Heimelf über weite Strecken sogar mehr Ballbesitz hatte. Ein Beweis dafür, dass Statistik manchmal genauso trügerisch ist wie ein sonniger Januartag in der Poebene.

Schon früh deutete sich an, dass Rimini einen dieser Abende erwischt hatte, an dem einfach alles funktioniert. Nach einer Viertelstunde schien Mantova mit den Gedanken noch beim Aufwärmen, als Christophe Corraface einen Pass durch die Schnittstelle zauberte - und der junge Aleandro Caputo (20) eiskalt zum 0:1 einschob. "Ich hab’ einfach draufgehalten. Wenn du jung bist, denkst du nicht so viel nach", grinste Caputo später in die Mikrofone.

Mantova hingegen versuchte, den Rückstand mit gepflegtem Ballbesitz zu verarbeiten - 51,6 Prozent standen am Ende zu Buche, aber es war Ballbesitz ohne Biss. Trainer? Fehlanzeige in der Kommunikation: Wer auch immer an der Seitenlinie stand, dürfte seine Anweisungen wohl eher in Richtung der Stadionkatze gerufen haben, denn seine Spieler hörten sie offenbar nicht.

Rimini dagegen blieb offensiv, lauerte auf die Flügel und spielte weiter munter nach vorn. 18 Schüsse aufs Tor - fast viermal so viele wie Mantova. Und das, obwohl Coach Fritz Fasching seine Mannschaft taktisch erstaunlich relaxed eingestellt hatte: offensiv, aber mit "WEAK"-Aggressivität und "NO"-Pressing. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Fasching später trocken. "Und wenn Spaß so aussieht, kann ich damit leben."

Nach der Pause dann der endgültige Zusammenbruch der Mantovaner Ordnung: In der 52. Minute erhöhte der fliegende Holländer Marnix Rutgers nach schöner Vorlage von Jesper Bjerg auf 0:2. Bjerg, der kleine Regisseur im Mittelfeld, war ohnehin der heimliche Star des Abends - zwei Assists, 90 Minuten Kontrolle. "Jesper hat gespielt, als würde er ein Schachbrett vor sich sehen", lobte Fasching.

Spätestens ab der 70. Minute wurde es dann bitter: Giorgio Amendolara, normalerweise Rechtsverteidiger, packte einen seiner seltenen Ausflüge nach vorn aus - und traf in der 72. Minute mit einem satten Schuss nach Vorarbeit von Stille Manser zum 0:3. Mantovas Abwehr wirkte da schon wie ein Kartenhaus im Wind.

Sieben Minuten später war es wieder Caputo, der nach einem präzisen Zuspiel von Manser das 0:4 markierte. Der junge Stürmer lief jubelnd in Richtung Gästeblock, wo sich die mitgereisten Riminesi die Seele aus dem Leib schrien. "Ich wollte einfach sehen, ob die Fans mich noch erkennen, nachdem ich so schnell war", witzelte Caputo anschließend.

Und als wäre das alles nicht genug, setzte Giulio Tripodi, ebenfalls 20 Jahre jung, in der 87. Minute den Schlusspunkt - natürlich nach Vorlage von Jesper Bjerg. Das 0:5 war nicht nur verdient, sondern fast schon gnädig. Rimini spielte Mantova an die Wand, ohne je übermäßig aggressiv zu wirken.

Mantovas Torwart Gianluigi Ferraro verhinderte mit mehreren Paraden ein noch schlimmeres Debakel. Nach dem Abpfiff sank er auf die Knie und blickte fassungslos in den Nachthimmel. "Ich hab aufgehört zu zählen nach dem dritten Tor", murmelte er später. "Aber wenigstens war der Rasen gut."

Das Publikum in Mantova reagierte erstaunlich ruhig - vielleicht, weil die Niederlage so klar war, dass sie fast schon surreal wirkte. Einige Fans applaudierten Rimini sogar. "Wenn du schon untergehst, dann wenigstens gegen so einen Gegner", hörte man einen älteren Herrn auf der Tribüne sagen, während er seine Wurstsemmel zu Ende kaute.

Am Ende bleibt ein Abend, der für Rimini in die Vereinschronik eingehen dürfte - und für Mantova wohl in die Abteilung "therapeutische Aufarbeitung". 5:0 auswärts, fünf verschiedene Spielzüge, fünfmal pure Effizienz.

"Wir haben heute gezeigt, dass Fußball manchmal einfach Spaß ist", sagte Trainer Fasching noch einmal zum Abschied, bevor er in den Mannschaftsbus stieg. Auf die Frage eines Journalisten, ob er jetzt vom Titel träume, antwortete er mit einem Lächeln: "Träumen? Nein. Aber wenn’s so weitergeht, wache ich vielleicht irgendwann in der Champions League auf."

Mantova dagegen wird am nächsten Morgen wohl lieber nicht in die Zeitung schauen. Denn dort steht schwarz auf weiß, was auf dem Platz zu sehen war: AS Rimini spielte, Mantova schaute zu. Und das Ergebnis ist so deutlich, dass selbst der Linienrichter kurz nachrechnete, ob er sich nicht verzählt hatte.

03.05.643987 07:13
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