Football Today
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Reds zünden nach der Pause den Turbo - 3:0 gegen die Eagles

Es war ein nasskalter Abend an der Mersey, einer jener typisch englischen Montagabende, an denen man sich fragt, ob Fußball wirklich immer noch Volkssport oder längst ein Akt der Leidensfähigkeit ist. Doch die 41.424 Zuschauer im Stadion der Liverpool Reds bekamen am 3. Spieltag der 1. Liga England eine Antwort, die wärmte: Leidenschaft, Tore und ein Heimsieg, der in der zweiten Halbzeit explodierte - 3:0 gegen die London Eagles.

Die erste Halbzeit? Nun ja, sie war da. Viel Ballbesitz (54 Prozent für die Reds), viele Versuche, wenig Ertrag. Liverpool rannte an, kombinierte sauber, schoss - ganze 17 Mal aufs Tor -, doch der Ball wollte einfach nicht rein. "Ich dachte, wir spielen Handball - nur ohne Tore", witzelte Trainer Heiner Schneider später mit trockenem Humor. Die Eagles, wie ihr Name ironischerweise andeutete, flogen kaum. Zwei Torschüsse, mehr war’s nicht.

Dabei fing es so stürmisch an: Schon in der dritten Minute prüfte Adam Henderson den Londoner Keeper Joshua Featherstone, der sich mit einer Glanzparade gleich unsterblich machen wollte. Leider hielt der Ruhm keine 90 Minuten. Die erste Halbzeit endete torlos, begleitet von einem leichten Pfeifkonzert, das eher Ungeduld als Unmut ausdrückte.

"Ich hab den Jungs gesagt: Macht’s nicht kompliziert. Einfach mal draufhalten, irgendwann geht einer rein", verriet Schneider nach dem Spiel. Offenbar hat ihn Joan Brito beim Wort genommen. In der 71. Minute war es soweit: Nach feinem Zuspiel von Josef Lundqvist donnerte der 22-Jährige den Ball aus halbrechter Position ins lange Eck - 1:0. Das Stadion erwachte schlagartig aus seiner Lethargie. Brito, später zum "Man of the Match" gewählt, grinste hinterher: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hatte andere Pläne."

London versuchte es danach mit etwas mehr Mut, doch Mut ersetzt keine Struktur. Trainer der Eagles - der Name blieb an diesem Abend im Schatten - ließ die Hände tief in den Manteltaschen verschwinden und seufzte nur: "Wir standen gut - bis sie anfingen, Fußball zu spielen." Seine Elf blieb blass, das Pressing blieb theoretisch, und die Defensive flatterte wie ein nasser Flügel.

In der 84. Minute folgte der nächste Nadelstich: Innenverteidiger Oliver Beecroft nutzte eine Ecke von Gabriel Burton, stieg höher als alle anderen und köpfte wuchtig zum 2:0 ein. Dass ein Verteidiger trifft, war symptomatisch - die Offensivabteilung der Reds hatte bis dahin schon alles versucht, von der Volleyabnahme bis zum artistischen Hackentrick.

Als die Londoner in der Nachspielzeit schließlich völlig auseinanderfielen, setzte Josef Lundqvist den Schlusspunkt (93.). Nach schöner Vorarbeit von Lewis Valentine schob er den Ball überlegt ins Netz. Der Schwede jubelte mit ausgestreckten Armen vor der Kop-Tribüne, als wolle er sagen: "Seht her, Geduld wird belohnt."

Die Statistik unterstreicht die Dominanz: 17:2 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das Gefühl, dass Liverpool noch zwei Stunden hätte spielen können, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten. Lediglich eine Gelbe Karte - für Ewan Donahue (91.) - erinnerte daran, dass auch die Eagles auf dem Platz standen.

Nach dem Spiel wirkte Trainer Schneider fast väterlich stolz: "Wir haben gezeigt, dass wir Tempo, Technik und Geduld kombinieren können. In der ersten Halbzeit waren wir schön, in der zweiten effektiv." Verteidiger Beecroft ergänzte lachend: "Ich hab selten so lange auf ein Kopfballtor gewartet. Vielleicht sollte ich öfter vorne bleiben."

Im Stadion verließen die Fans singend die Ränge, während ein älterer Herr in rotem Schal zu seinem Enkel sagte: "Siehst du, Junge, erst langweilig, dann legendär - das ist Liverpool."

So ging ein Abend zu Ende, der in der Pause nach Nullnummer roch und am Ende nach Aufbruch schmeckte. Die Reds bleiben damit ungeschlagen und senden ein klares Signal in Richtung Liga: Wer sie schlägt, braucht mehr als Wetterglück.

Oder, wie es Schneider zum Schluss formulierte: "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen - aber immerhin schon da, wo andere gerne wären."

Ein Satz, der so britisch klingt, dass er fast nach Tee und Applaus verlangt.

22.06.643990 03:20
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Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
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