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Wenn die Sonne über dem Amazonas versinkt und 32 609 Zuschauer im Estadio Max Augustin den Atem anhalten, dann weiß man: Hier spielt Real Iquitos. Und an diesem 10. Spieltag der peruanischen Liga zeigte das Team von Trainer Kirk Soccer, dass man zu Hause nicht nur schwitzt, sondern auch siegt - mit 3:1 gegen AD Joan Galves. Von Beginn an war klar, dass Real Iquitos die Regie übernehmen wollte. Bereits in der zweiten Minute prüfte der 19-jährige Tiago Coluna mit einem satten Schuss den gegnerischen Keeper Jacinto Manu - ein Weckruf, der irgendwo zwischen "Guten Abend" und "Es wird heiß" lag. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Ballbesitz haben, sondern auch Zähne", griente Kapitän Jeremy Veesaert später. Und siehe da: Nach einer Serie von Chancen und Halbchancen war es in der 24. Minute der junge Nelio Postiga, der den Ball nach feiner Vorlage eben jenes Veesaert über die Linie spitzelte. 1:0, und die Tribüne bebte. AD Joan Galves, von Trainer Mateo Miguel mit offensiver Taktik losgeschickt, fand lange keinen Weg durch die dichte Mittelfeldreihe der Gastgeber. Pedro Adao versuchte es in der 4. Minute noch aus der Distanz, später in der 22. Minute zog Javi Coelho nach - doch Real-Keeper Dimas Costinha präsentierte sich als resoluter Türsteher. Trotzdem: Das 1:0 zur Pause schmeichelte den Gästen fast, denn Real Iquitos hatte bis dahin neun Schüsse aufs Tor und knapp 55 Prozent Ballbesitz. "Wir müssen ruhiger bleiben, nicht jeder Pass muss ein Abenteuer sein", mahnte Miguel in der Halbzeitpause, so berichtete jedenfalls der vierte Offizielle mit einem breiten Grinsen. Und tatsächlich: Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, kam Galves mit frischem Mut aus der Kabine. In der 51. Minute setzte Pedro Adao nach schöner Vorarbeit von Nevio Corcoles zum Ausgleich an - ein präziser Schuss rechts unten, bei dem Costinha nur hinterherschauen konnte. 1:1, die Partie war wieder offen. Doch Real Iquitos wäre nicht Real Iquitos, wenn man sich so leicht einschüchtern ließe. Die Antwort kam prompt - und ausgerechnet von einem, den man dort nicht unbedingt als Torjäger führt: Innenverteidiger Damian Meira stieg in der 67. Minute nach einem Veesaert-Freistoß höher als alle anderen und nickte zum 2:1 ein. "Ich dachte erst, der Ball fliegt über alle drüber", lachte Meira später, "aber dann war er plötzlich auf meiner Stirn - und im Netz." AD Joan Galves suchte danach verzweifelt den Weg zurück ins Spiel, doch Real kontrollierte Ball und Gegner. Und wenn den Gästen mal der Frust übermannte, half der Schiedsrichter mit einem gelben Karton zur Beruhigung nach - zuerst in der 50. Minute für den jungen Nael Deco, später (78.) für Innenverteidiger Jose Maria Mocana. Auch Joao Barbosa von Iquitos holte sich in der 84. Minute Gelb ab, allerdings eher aus jugendlicher Ungestümheit denn aus Bosheit. Das endgültige Ende aller Hoffnungen brachte die Nachspielzeit: In der 92. Minute krönte Tiago Coluna seine starke Leistung mit dem 3:1, natürlich - wie könnte es anders sein - nach Vorarbeit von Jeremy Veesaert, der damit zum dritten Mal an einem Tor beteiligt war. "Ich hab’ einfach Spaß dran, die Jungen in Szene zu setzen", sagte der 32-Jährige nach dem Spiel, während Tiago seinen ersten Saisontreffer mit einem Tanz feierte, der wohl in die Vereinsgeschichte eingehen dürfte. Statistisch gesehen war es ein klarer Fall: 20 Torschüsse zu 6, 55 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die so deutlich sind, dass selbst ein skeptischer Mathematiklehrer zufrieden wäre. Trainer Kirk Soccer brachte es auf seinen ganz eigenen Nenner: "Wir haben gearbeitet, gelitten, gelacht - und am Ende gewonnen. Genau das ist Fußball." Für AD Joan Galves bleibt der Trost, dass man phasenweise gut mitspielte. "Wir waren nicht chancenlos", betonte Pedro Adao, "aber Real war heute einfach schärfer - im Passspiel, im Zweikampf, im Jubeln." Und so endete ein tropisch-heißer Fußballabend mit einem verdienten Sieg für Real Iquitos, das mit diesem Erfolg weiter Kurs auf die oberen Tabellenränge nimmt. Die Fans sangen noch lange, während über dem Stadion die Nacht hereinbrach und Trainer Soccer mit einem Lächeln in die Kabine verschwand. "Vielleicht", meinte er zum Abschied, "lag’s am Wetter. Oder an Jeremy." - Wahrscheinlich an beidem. 11.09.643990 01:50 |
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
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