Tuttosport
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Pisas Sturmlauf scheitert an kaltschnäuzigen Ascolanern

Ein lauer Januarabend, 27.000 Fans im altehrwürdigen Stadio Arena Garibaldi - und eine Partie, die so begann, als wollten beide Teams alle Highlights der Saison in die ersten 15 Minuten quetschen. Am Ende jubelte der FC Ascoli über einen 3:2-Auswärtssieg beim AS Pisa, obwohl die Gastgeber 19 Torschüsse und mehr Ballbesitz verzeichneten. "Manchmal gewinnt eben nicht der Fleißige, sondern der Freche", grinste Ascoli-Trainer Otze Machet nach dem Abpfiff und tippte sich dabei vielsagend an die Stirn.

Kaum hatte der Schiedsrichter den Ball freigegeben, da feuerte Pisa los, als hätte jemand den Espresso intravenös serviert. In der zweiten Minute köpfte Bernardo Ortiz eine Flanke von Innenverteidiger Leo Hartshorn ins Netz - 1:0, Pisa tobte. Trainer Bembel Macher schrie "Avanti!", und man dachte kurz, es würde ein gemütlicher Heimabend. Doch Ascoli hatte andere Pläne.

Nur neun Minuten später setzte Edoardo Esposito nach herrlichem Zuspiel von Giulio Grimaldi den Ball trocken ins rechte Eck. "Ich habe einfach die Augen zugemacht", gab Esposito später lachend zu. Zwei Minuten danach antwortete Pisa - diesmal traf Callum Lithgow nach Vorarbeit des wuseligen Sebastiano Castello. 2:1, wieder Pisa vorne. Und dann? Eine Minute später - natürlich! - konterte Ascoli über links, wieder Grimaldi als Vorlagengeber, diesmal für den eiskalten Edoardo Sanna. 2:2 nach 14 Minuten. Wer in dieser Phase blinzelte, riskierte, den nächsten Treffer zu verpassen.

Der fiel in der 43. Minute erneut für die Gäste: Esposito schnürte seinen Doppelpack, nach Pass von Routinier Robert Parisi. 3:2 für Ascoli - und damit war das Torspektakel tatsächlich beendet. "Ich habe in der Halbzeit gefragt, ob das jetzt ein Basketballspiel ist oder ob wir endlich Fußball spielen wollen", knurrte Pisa-Coach Macher später mit bitterem Lächeln.

Die zweite Hälfte war dann ein anderes Spiel. Pisa drängte, rannte, schoss - und scheiterte. Ortiz, Malvito, Lithgow, Duverger - sie alle prüften Ascolis Keeper Arthur Declark, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend unüberwindbar zu sein. Neunzehn Schüsse aufs Tor, aber nur zwei Treffer. "Ich hatte heute einfach das Gefühl, dass der Ball mich mag", witzelte Declark nach der Partie und wurde von den mitgereisten Fans gefeiert wie ein Rockstar.

Trainer Machet hingegen blieb sachlich: "Wir wussten, dass Pisa viel Ballbesitz will. Unser Plan war, sie rennen zu lassen." Und das funktionierte. 53 Prozent Ballbesitz für Pisa, aber Ascoli verteidigte clever, lauerte auf Konter und nutzte seine Chancen gnadenlos.

In der 56. Minute sah Pisas Mittelfeldmotor Jacques Gaudin Gelb, nachdem er Esposito etwas zu leidenschaftlich am Trikot festhielt - ein Symbol für den Frust der Gastgeber. Kurz darauf brachte Macher den bulligen Serge Duverger für den überforderten Verteidiger Sabbatini - ein klares Statement: Angriff total. Pisa stellte auf Offensive um, Pressing "YES", wie es die Statistik später trocken festhielt. Aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

In der Nachspielzeit (91.) hatte Malvito noch einmal die große Gelegenheit, doch Declark fischte den Ball aus dem Winkel wie ein Mann, der heimlich Saugnäpfe an den Handschuhen trägt. "Das war der Moment, in dem ich wusste, dass wir das Ding ziehen", sagte Ascolis Kapitän Parisi später, und tatsächlich: Die letzten Minuten wirkten wie ein Lehrfilm in Abgeklärtheit.

Pisa dagegen blieb mit leeren Händen und viel Frust zurück. Ortiz, trotz seines frühen Treffers, schüttelte den Kopf: "Wenn du 19-mal aufs Tor schießt und verlierst, willst du einfach nur laut schreien." Trainer Macher fasste es pragmatisch: "Wir hatten genug Chancen für zwei Spiele. Aber vielleicht brauchen wir demnächst einfach breitere Tore."

Ascoli hingegen rückt mit diesem Auswärtssieg in der Tabelle nach oben - und darf sich als König der Effizienz feiern. Drei Tore aus fünf Schüssen aufs Tor, das ist die Art Statistik, die jeden Analysten nervös und jeden Trainer glücklich macht.

Ein Spiel wie ein Espresso: kurz, stark, und mit langem Nachgeschmack. Pisa wird sich fragen, wie man so viel investiert und doch verliert. Ascoli hingegen wird sich fragen, warum nicht jedes Spiel so läuft. Und der neutrale Zuschauer? Der wünscht sich einfach, dass beide Mannschaften nächsten Sonntag wieder antreten - am besten gegeneinander.

10.04.643987 03:47
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