Tuttosport
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Pisa überrascht Lazio - Kalte Dusche im Olympiastadion

Rom, 15. Januar 2026 - Ein kühler Winterabend, 36.473 Zuschauer im Stadio Olimpico, und ein Spiel, das für US Lazio eher wie ein schlechter Witz endete. 1:2 hieß es am Ende gegen AS Pisa, die mit erstaunlicher Effizienz und jugendlicher Unbekümmertheit den römischen Favoriten düpierten.

Lazios Trainer Jochen Deutschmann stand nach Schlusspfiff mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und murmelte: "Wir wollten Druck machen, aber Pisa hat uns eiskalt erwischt." Eiskalt - das traf den Abend ziemlich gut. Denn die Gäste aus der Toskana zeigten, dass man mit 53 Prozent Ballbesitz und sieben Schüssen aufs Tor durchaus mehr erreichen kann als mit zehn vergeblichen Chancen und viel Kopfschütteln.

Die Partie begann wie erwartet: Lazio spielte offensiv, Pisa lauerte - und lauerte erfolgreich. Nach 31 Minuten nutzte Gianni Caloveto eine dieser typischen "Lass-ihn-doch-mal-schießen"-Situationen, bei denen die Abwehr kollektiv den Kaffee noch nicht ganz ausgetrunken hatte. Eric Brongniart hatte den Pass auf den rechten Flügel serviert, Caloveto zog ab - 0:1. Torhüter Noe Vaz war machtlos, oder wie er später trocken meinte: "Ich hab die Flugbahn gesehen, aber der Ball hatte andere Pläne."

Nur neun Minuten später folgte der nächste Schock. Pisa spielte sich über die Mitte durch, Andrea da Sibari legte auf Lionel Pauleta ab, der mit einem satten Rechtsschuss das 0:2 markierte. Zwei Tore aus vier guten Chancen - Pisa zeigte Effizienz wie aus dem Lehrbuch. Trainer Bembel Macher grinste später: "Wir haben das geübt - nicht das Gewinnen, sondern das Staunen."

Lazio hingegen wirkte erstarrt. Zwar verteilte sich das Spiel statistisch halbwegs ausgeglichen - Tackling-Quote 50,8 Prozent zu 49,2, Ballbesitz fast pari - doch die Körpersprache sprach Bände. Spätestens als Verteidiger Diego Fontàs in der 23. Minute Gelb sah, weil er mal wieder die Grätsche als Kommunikationsmittel wählte, war klar: Es würde ein langer Abend.

Zur Pause nahm Deutschmann keine taktische Korrektur vor. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte er später. "Leider hat die Ruhe auch unsere Offensivabteilung befallen." Erst nach dem Seitenwechsel kam Leben in die Partie - und zwar, als Carlos Perez in der 61. Minute verletzt vom Platz musste. Der 35‑Jährige hielt sich den Oberschenkel und schimpfte: "Ich hab gesagt, das Feld ist zu hart - keiner hört zu." Für ihn kam Arnau Ortiz, der mit seiner ersten Aktion immerhin den Ball ins Seitenaus drosch.

Dann, in der 72. Minute, endlich Hoffnung: Nach einer Ecke von Horst Herzog stieg Innenverteidiger Noe Alvaro am höchsten und nickte zum 1:2 ein. Das Stadion erwachte, und für einen Moment glaubte man an die große Wende. "Ich dachte, jetzt drehen wir’s", sagte Alvaro später, "aber dann kam die Realität zurück."

Die Realität hieß Pisa, das sich clever zurückzog, das Pressing dosierte und die Uhr herunterspielte. Da Sibari prüfte mit einem Schlenzer in der 73. Minute noch einmal Vaz, danach verlegte man sich auf das, was Underdogs am besten können: Zeit vergeuden mit Stil.

In der Schlussphase warf Lazio alles nach vorn. Der 18‑jährige Stefano Pedrotti scheiterte in der 89. Minute aus spitzem Winkel, Domenico Dipignano in der Nachspielzeit, und in der 96. Minute drosch Daniele Valenti den Ball aus 20 Metern auf die Tribüne - passender Abschluss eines Abends, an dem vieles in die falsche Richtung flog.

Pisa feierte ausgelassen, als hätte man die Meisterschaft gewonnen. "Wir haben Moral gezeigt", meinte Trainer Macher, "und ein bisschen Glück gehört auch dazu - aber das nimmt man gern mit nach Hause."

Lazio dagegen suchte nach Erklärungen. "Wir hatten mehr Torchancen, aber weniger Tore", analysierte Deutschmann mit der Trockenheit eines Mathematiklehrers. "Das Verhältnis stimmt nicht." Ob er damit die Statistik oder seine Stürmer meinte, blieb offen.

Fazit: Pisa gewann nicht zufällig. Die Gäste spielten diszipliniert, standen kompakt, und ihre Jungen - Caloveto, Pauleta, da Sibari, alle Anfang 20 - wirkten frischer, wacher, schlicht gieriger. Lazio hingegen wirkte, als habe man den eigenen Offensivplan im Bus vergessen.

Für die Römer ist die Niederlage ein Warnsignal im Rennen um die internationalen Plätze. Für Pisa dagegen ein Abend zum Einrahmen. Caloveto grinste breit, als er in den Mannschaftsbus stieg: "Ich hab in Rom getroffen - meine Mutter glaubt mir das nie."

Und irgendwo im dunklen Olympiastadion stand Jochen Deutschmann noch immer, den Blick ins Leere gerichtet. Vielleicht dachte er daran, dass Fußball manchmal eben kein gerechtes Spiel ist. Oder daran, dass Pisa heute einfach den besseren Espresso serviert hat.

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