Tuttosport
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Pisa tanzt Palermo aus - 4:0 und ein Abend zum Genießen

Es war ein kalter Januarabend in der Toskana, aber die 27.000 Zuschauer im Stadio Arena Garibaldi mussten sich nicht lange warmzittern. AS Pisa bot beim 4:0 gegen Palermo Calcio einen Fußballabend, der irgendwo zwischen kontrollierter Leidenschaft und mediterranem Übermut changierte. Trainer Bembel Macher grinste nach Schlusspfiff: "Ich habe den Jungs gesagt: spielt, als stünden eure Großmütter auf der Tribüne - also mit Anstand, aber bitte mit Feuer."

Schon nach zwei Minuten hatte Bernardo Ortiz den ersten Warnschuss abgegeben, Palermo-Keeper Fotios Goumas streckte sich vergeblich, sah die Kugel aber knapp vorbeisausen. Pisa begann mit 52 Prozent Ballbesitz zwar nicht dominant, aber zielstrebig. Palermo versuchte seinerseits, mit offensiver Ausrichtung und "ausgewogenem Angriffsspiel" - so stand es später im taktischen Bericht - dagegenzuhalten. Nur: von Balance war im Angriff der Sizilianer wenig zu sehen.

Die Gäste hatten ihre beste Phase zwischen der 50. und 65. Minute, als Zunino, Crosia und Larsson gleich mehrere Male abschlossen. Doch da stand es schon 1:0 - und das völlig verdient. In der 27. Minute zimmerte Callum Lithgow, nach feinem Zuspiel von Sebastiano Castello, den Ball aus 18 Metern unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte der Schotte später. "Aber dann dachte ich: Ach, warum nicht mal das Netz treffen?"

Das 1:0 zur Pause schmeichelte Palermo. Pisa hatte bereits neun Abschlüsse auf dem Konto, Palermo ganze null - ein Verhältnis, das den Unterschied zwischen Plan und Panik treffend beschrieb. In der Kabine wirkte Palermo-Coach Ofgqod Euogugezzh - ein Mann mit der Aura eines Mathematikers - erstaunlich ruhig. "Wir haben noch 45 Minuten, um das Chaos in Struktur zu verwandeln", soll er gesagt haben. Seine Spieler nickten, setzten aber eher auf Chaos.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Doppelschlag, der das Spiel endgültig entschied. In der 64. Minute legte der umtriebige Eric Brongniart den Ball perfekt auf Alessio Malvito, der aus spitzem Winkel zum 2:0 einschob. Eine Minute später suchte Palermo hektisch nach Antworten - fand aber keine. Stattdessen fiel in der 83. Minute das 3:0: Brongniart, schon wieder auf der linken Seite durchgebrochen, bediente Ortiz, der diesmal den Fuß ruhig hielt. Kaum war der Jubel verklungen, da drehte Brongniart den Spieß um - nach einer Ecke von Giorgio Longobardi köpfte er selbst zum 4:0 ein.

"Ich habe einfach das Gefühl gehabt, heute läuft alles über mich", lachte Brongniart später. "Selbst meine Pässe zu Hause kommen heute an."

Palermo wirkte da längst wie eine Mannschaft, die den Abend nur noch überstehen wollte. In den letzten Minuten wechselte Macher noch den glückseligen Ortiz aus; Lionel Pauleta durfte kurz die Luft des Triumphs schnuppern. "Bernardo hätte sonst noch den Stadionrasen aufgegessen", grinste der Trainer.

Statistisch passte alles ins Bild: 15 Torschüsse für Pisa, nur sechs für Palermo, dazu eine Tackling-Quote von knapp 55 Prozent für die Gastgeber. Pisa spielte mit kurzen Pässen, Palermo mit langen Gesichtern. Selbst die Gelben Karten - zwei für Pisa (Hartshorn in der 8., Sabbatini in der 69.) und eine für Palermo (Capriotti kurz vor der Pause) - schienen eher zufällig als aggressiv.

Nach dem Abpfiff strömten die Fans singend auf die Ränge, während Palermo-Spieler stumm in den Nachthimmel blickten. "Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz", sagte Euogugezzh lakonisch. "Heute waren wir die Pointe."

Pisas Coach Macher hingegen gönnte sich eine Zigarette am Spielfeldrand und ließ die Szene wirken. "Das war schön anzusehen", sagte er. "Aber nächste Woche will ich, dass sie noch mehr laufen. Sonst gibt’s Straftraining - und zwar mit Ball."

Und so ging ein Spiel zu Ende, das weniger von Taktik als von Spielfreude lebte. Pisa balancierte zwischen Eleganz und Effizienz, Palermo tappte zwischen Absicht und Zufall. Am Ende stand ein 4:0, das so klar war, dass selbst die Stadionanzeige kurz ungläubig flackerte - als wollte sie fragen: Wirklich vier?

Ja, wirklich vier. Und ein Abend, der in Pisa noch lange nachhallte - nicht nur, weil die Fans auf dem Heimweg sangen, sondern weil sie wussten: Wenn der Fußball so leichtfüßig kommt, darf man auch im Winter an Frühling glauben.

26.05.643987 10:42
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