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Palermo zündet Feuerwerk gegen Trabzonspor - 3:0 und Applaus von allen Rängen

Manchmal gibt es Fußballabende, an denen alles passt: die Flutlichtstimmung, der Geruch von Espresso und Adrenalin in der Luft - und ein Stürmer, der einfach nicht daneben schießen kann. Palermo Calcio besiegte im Rückspiel der 2. Runde der Conference-League-Qualifikation Trabzonspor mit 3:0. Und das, obwohl die Italiener nur 38 Prozent Ballbesitz hatten. Aber wer braucht schon Ballbesitz, wenn man Tore schießt?

"Wir wollten den Ball gar nicht so oft haben, der ist ja rund und läuft von selbst", witzelte Palermos Trainer Ofgqod Euogugezzh nach der Partie. Sein Gegenüber, der sichtlich konsternierte Oguzhan Yilmaz, konnte nur den Kopf schütteln: "Wir haben 61 Prozent Ballbesitz und trotzdem keine Punkte. Das ist Statistik ohne Seele."

Die Seele dieses Spiels hieß Aldo Lombardo. Der 27-jährige Mittelstürmer verwandelte das Stadio Renzo Barbera in eine Arena des Jubels. In der 12. Minute stand er nach einer butterweichen Flanke von Gianni Scalea goldrichtig - 1:0. Trabzonspors Keeper Andrew Edgecomb streckte sich vergeblich, und die 32 000 Zuschauer erhoben sich schon zum ersten Mal.

Nur 21 Minuten später wiederholte sich die Szene, diesmal über die rechte Seite. Holger Larsson tankte sich durch, Lombardo lauerte wie eine Katze am Elfmeterpunkt und drückte den Ball humorlos ins Netz - 2:0 (33.). "Ich habe nur gemacht, was Stürmer machen sollen: warten, bis der Ball kommt - und dann feiern", grinste Lombardo später vor den Kameras.

Trabzonspor spielte gar nicht schlecht, im Gegenteil: Sie feuerten 13 Torschüsse ab, genauso viele wie Palermo. Swen Riedel prüfte Palermos Torwart Fotios Goumas gleich in der ersten Minute, Gilles Weyenberg traf in der 61. Minute nur das Außennetz. Aber effektiv war das alles nicht. Palermo verteidigte mit der Eleganz einer italienischen Oper und der Härte eines sizilianischen Granits. Nur Cristian Capriotti übertrieb es kurz - seine gelbe Karte in der 27. Minute kommentierte er später lachend: "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin."

Nach der Pause setzte Palermo noch einen drauf. Der junge Vincenzo Castello, 21 Jahre jung und mit der Energie eines Espresso doppio, krönte seinen Auftritt in der 53. Minute mit dem 3:0. Der Pass kam - natürlich - von Aldo Lombardo, der diesmal selbst zum Vorbereiter wurde. "Da hab ich gedacht, lass den Jungen mal ran. Der braucht auch was für sein Selbstvertrauen", sagte Lombardo mit einem Augenzwinkern.

Das 3:0 war gleichzeitig der K.-o.-Schlag für die Türken, die danach zwar weiter kontrollierten, aber nie gefährlich wurden. Marcio Mocana und Humberto Figo versuchten es aus der Distanz, aber Goumas pflückte die Bälle weg wie Zitronen im Garten. In der 78. Minute sah Trabzonspors Rechtsverteidiger José Miguel Gelb, kurz vor Schluss traf es noch einmal Swen Riedel - symptomatisch für einen Abend, an dem beim türkischen Vertreter einfach alles schiefging.

Ein Moment der Rührung dann in der 90. Minute: Trainer Euogugezzh wechselte den 17-jährigen Roberto Trevisan ein. "Er hat noch nicht mal einen Führerschein, aber jetzt schon einen Europa-Einsatz", sagte der Coach schmunzelnd. Trevisan lief ein, grinste wie an Weihnachten und kassierte kurz darauf den Applaus der Fans, als er den Ball mit der ersten Berührung elegant verteilte.

Auch taktisch war das Spiel ein Lehrstück in Effizienz. Palermo spielte durchgehend offensiv, aber mit sicherem Abschlussverhalten ("SURE"-Schussverhalten, wie die Analysten sagen würden). Trabzonspor blieb bei einer ausgewogenen, aber viel zu braven Ausrichtung - kein Pressing, kein Risiko. Das Ergebnis? 61 Prozent Ballbesitz, aber null Ertrag.

Nach dem Abpfiff verwandelte sich das Stadion in ein rosa Meer. Die Fans sangen, Lombardo hob die Arme, und Trainer Euogugezzh rief seinem Team zu: "So spielt man Fußball, meine Herren - mit Herz, nicht mit Prozenten!"

Trabzonspor verabschiedete sich aus Palermo mit gesenkten Köpfen, aber fair. Kapitän Humberto Figo fasste es treffend zusammen: "Wir haben den Ball gehabt, Palermo hatte den Plan."

Am Ende bleibt ein klarer 3:0-Heimsieg, zwei Tore von Lombardo und ein Hoffnungsschimmer namens Castello. Wenn Palermo so weitermacht, könnte die Conference League noch ein paar italienische Nächte mehr erleben.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne sagte, während er seine Fahne schwenkte: "Madonna mia, das war Fußball wie früher - mit Schweiß, Stil und einem Hauch Chaos." Und genau dafür lieben wir diesen Sport.

06.03.643987 11:57
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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