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Oberwalliser Offensivfeuerwerk: 4:2-Spektakel gegen Lausanne-Sport

Wenn die Flutlichtanlage im Oberwalliser Stadion angeht, hat man das Gefühl, der Berg selbst würde Fußball schauen. 27.000 Zuschauer erlebten am Donnerstagabend ein Spiel, das man in die Kategorie "Achterbahn mit Lederball" einordnen darf. Der FC Oberwallis schlug Lausanne-Sport mit 4:2, nachdem die Partie bereits nach drei Minuten völlig aus den Fugen geraten war.

Denn kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Hausherren. Lausanne-Mittelfeldmann Albert Bleecker drosch das Leder nach Vorarbeit von Oskar Marcel aus rund 18 Metern ins rechte Eck - 0:1 in der zweiten Minute. Trainer Snore Laken raufte sich die Haare, und einer der Zuschauer meinte lautstark: "Jetzt geht’s wieder los."

Doch kaum hatte der Mann Luft geholt, jubelte er schon. Felix Ritter, der Denker und Lenker im Mittelfeld, glich nur eine Minute später aus - nach feinem Zuspiel von Rechtsaußen Isaac Dennehy. "Ich dachte, ich sei noch im Aufwärmen", lachte Ritter nach dem Spiel, "aber wenn der Ball so schön kommt, muss man ihn halt reinlegen."

Das Spiel nahm in den folgenden 20 Minuten Züge eines offenen Schlagabtauschs an. Lausanne suchte mit offensiver Ausrichtung den direkten Weg nach vorn, während Oberwallis mit aggressivem Zweikampfverhalten und cleverem Passspiel dagegenhielt. Beide Teams hatten Chancen, doch erst in der 36. Minute klingelte es wieder: Joao Vidigal traf für Lausanne, bedient von Ignacio Vazques - 1:2.

"In solchen Momenten denkt man, warum man sich das antut", gestand Oberwallis-Coach Snore Laken später mit einem Grinsen. "Aber dann sieht man, wie die Jungs reagieren, und alles ist wieder gut."

Denn seine Mannschaft tat genau das. Daniel Etxebarria, der quirlig-schnelle Flügelstürmer, drehte die Partie noch vor der Pause. Erst in der 43. Minute nach Vorlage von Ritter, dann in der Nachspielzeit nach Pass von Dennehy. Zwei Tore in zwei Minuten - das Stadion bebte, und man hatte das Gefühl, die Sitzschalen würden mitschwingen.

"Ich hab einfach nicht nachgedacht", erklärte Etxebarria den Doppelschlag. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens drüber." Diese Philosophie brachte Oberwallis die 3:2-Pausenführung - und Lausanne ins Grübeln.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Gasttrainer Ronny Schmidt den Keeper: Der junge Andre Bellegarde kam für Marc Klose. "Manchmal braucht ein Team frische Energie - auch im Tor", erklärte Schmidt später kryptisch. Die Maßnahme half wenig. Zwar blieb Lausanne bemüht, aber die Spielkontrolle wanderte sichtbar auf Seiten der Hausherren.

Statistisch bestätigte sich, was man auf dem Rasen sah: 53,8 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse (gegenüber 9) und eine Tackling-Quote, die mit 53 Prozent nicht nur nach Einsatz, sondern auch nach Wille roch. In der 55. Minute machte Oberwallis endgültig den Deckel drauf: Isaac Dennehy traf nach Vorarbeit des jungen Claude Ziegler zum 4:2.

"Claude hat mir den Ball so schön serviert, da hätte sogar unser Torwart getroffen", grinste Dennehy. Der Keeper, Grigorios Christopoulos, kommentierte trocken: "Ich hab die Handschuhe lieber anbehalten."

Lausanne versuchte in der Schlussphase noch einmal, das Spiel zu drehen, doch das Pressing blieb halbherzig, das Glück aus. Ein Schuss von Vazques in der 85. Minute ging knapp vorbei, und als Schiedsrichter Brunner abpfiff, jubelte das Wallis.

Trainer Snore Laken fasste es so zusammen: "Wir haben heute gezeigt, dass Balance nicht Langeweile bedeutet. Und dass man mit Füßen aus Stahl und Herzen aus Käse auch gewinnen kann." Gastcoach Schmidt hingegen stapfte wortlos in die Kabine - man hörte nur ein leises "Merde" durch die Tür dringen.

Ein kleiner Streit zwischen zwei Fans beim Bierstand fasste das Spiel wohl am besten zusammen. "Lausanne hat doch gar nicht schlecht gespielt!", rief der eine. "Ja", antwortete der andere, "aber Oberwallis hat halt getroffen."

Am Ende bleibt ein Abend voller Tempo, Tore und typisch schweizerischer Bodenhaftung: Wer zu spät kam, verpasste bereits zwei Treffer, wer blieb, sah vier weitere - und wer neutral war, ging vergnügt nach Hause.

Fazit: Der FC Oberwallis zeigte, dass taktische Balance auch Spaß machen kann - und Lausanne, dass Offensivgeist ohne Konsequenz eben nur schöner Schein bleibt. Oder, wie es Mittelstürmer Günter Weller schmunzelnd formulierte: "Wir haben heute mehr als nur das Alpenpanorama genossen."

Ein rundum gelungener Fußballabend - zumindest für alle, die Rot-Weiß tragen.

16.12.643993 11:20
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