Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Nullnummer mit Unterhaltungswert - Southampton verzweifelt an Burnleys Bollwerk

Burnley hatte an diesem frostigen Januarabend wohl eher den Plan, den heimischen Rasen zu verteidigen wie eine mittelalterliche Burg, und genau das taten die Clarets beim 0:0 gegen Southampton mit bemerkenswerter Konsequenz. 38.047 Zuschauer im Turf Moor sahen ein Spiel, das weniger nach Premier-League-Feuerwerk roch, sondern eher nach einer Lehrstunde in Geduld - für beide Seiten.

Southampton-Coach Raine Maida hatte seine Elf offensiv eingestellt, wie es die Statistik untermauert: 17 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote, die deutlich über der der Gastgeber lag. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. "Ich habe irgendwann gedacht, das Tor ist verflucht", meinte Angreifer Bojan Smiljanic nach Schlusspfiff mit einem gequälten Grinsen. Der 24-jährige Serbe hatte allein fünf gute Gelegenheiten - von der 20. bis zur 82. Minute turnte er zwischen Strafraumkante und Fünfmeterraum, nur um immer wieder an Burnleys Keeper Silvestre Antonio zu scheitern.

Antonio, gerade einmal 22 Jahre jung, wuchs über sich hinaus. In der 67. Minute wehrte er einen wuchtigen Kopfball Smiljanics mit einer Parade ab, die man in Burnley wohl noch in Jahren bei Pub-Quiz-Abenden erwähnen wird. "Ich hab’ einfach den Arm hochgerissen. Mehr war das nicht", sagte er später bescheiden - und grinste, als Mitspieler Harry Madigan ihm auf die Schulter klopfte: "Er hebt den Arm und rettet uns das Spiel, als wär’s nix!"

Southampton begann druckvoll. Schon nach zehn Minuten prüfte Marc Muster den Torhüter, kurz darauf Oliver Couture, der als Rechtsverteidiger offenbar beschlossen hatte, auf Flügelstürmer zu machen. Doch Burnley, von Trainer Jan Reckert diszipliniert aufgestellt, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Einmal, in der 12. Minute, versuchte Edward Hensley, den Ball für die Gastgeber aufs Tor zu zirkeln - der Schuss landete allerdings dort, wo sonst Möwen kreisen.

"Wir wussten, dass Southampton über die Flügel gefährlich ist", erklärte Reckert nach dem Spiel. "Deshalb haben wir tief gestanden. Vielleicht zu tief, aber wenigstens stehen wir nicht mit leeren Händen da." Seine Hände steckte er dabei in die Manteltaschen, als wolle er betonen, dass ein Punkt bei klirrender Kälte durchaus warmhalten kann.

Nach der Pause brachte Reckert gleich drei frische Kräfte: Oskar Janssen, Thalis Gounaris und der junge Gabriel Lineback kamen in die Partie. Viel änderte das zunächst nicht am Spielbild - Southampton drückte, Burnley verteidigte. Und doch schien das Publikum die Abwehrschlacht zu genießen. "Es war wie ein Boxkampf, bei dem einer dauernd austeilt und der andere einfach nie umfällt", sagte ein Zuschauer lachend auf der Tribüne.

Jan Haswell, Southamptons quirlige Schaltzentrale im Mittelfeld, versuchte es in der 72. Minute mit einem Distanzschuss, der nur knapp am Pfosten vorbeistrich. Kurz darauf hatte wieder Smiljanic den Sieg auf dem Fuß, doch erneut war Antonio da. Trainer Maida schüttelte an der Seitenlinie den Kopf, hob die Arme und rief: "Macht einer bitte das Ding rein!" - es blieb beim Wunsch.

Burnley versuchte seinerseits, mit gelegentlichen Kontern Nadelstiche zu setzen. Jamie Neville, gerade einmal 17 Jahre alt, wagte in der 31. Minute einen mutigen Schussversuch aus 25 Metern. Der Ball kam aufs Tor, aber mehr als ein laues Lüftchen war es nicht. Trotzdem applaudierte das Publikum - vielleicht aus Dankbarkeit, dass man endlich mal in Richtung des gegnerischen Strafraums schaute.

Am Ende blieb es beim torlosen Remis. Southampton ging mit gesenkten Köpfen vom Platz, Burnley mit erhobenem Kinn. "Manchmal fühlt sich ein 0:0 an wie ein Sieg", sagte Reckert und nickte seinem Torhüter zu. Maida hingegen murmelte: "Wir hätten noch drei Stunden spielen können - das Ding wäre trotzdem nicht reingegangen."

So endete ein Spiel, das auf dem Papier keine Tore, aber reichlich Geschichten bot. Burnley verteidigte mit Herz, Southampton kombinierte mit Verstand, doch das Ergebnis blieb, nun ja, emotionslos.

Vielleicht ist das die große Ironie des Fußballs: Man kann 17 Mal aufs Tor schießen, 54 Prozent Ballbesitz haben, und trotzdem nur einen Punkt mitnehmen. Oder man stellt sich hinten rein, kratzt, beißt, blockt - und wird zum Helden eines Abends, an dem kein Ball die Linie überquerte.

Und irgendwo in Burnley wird heute Nacht jemand sagen: "Erinnerst du dich an das 0:0 gegen Southampton? Das war richtig schön hässlich."

18.03.643987 01:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wer jetzt noch von der Meisterschaft spricht, der muß ein Diplom von der Tanzschule für Traumtänzer kriegen.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager