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Nullnummer mit Stil: Liverpool verzweifelt an Royals-Mauer

27.000 Zuschauer im Berkshire-Stadion sahen am Dienstagabend ein Spiel, das man getrost als den Beweis bezeichnen kann, dass Fußball auch ohne Tore erstaunlich unterhaltsam sein kann - wenn man Sarkasmus mag. Die Berkshire Royals und die Liverpool Reds trennten sich 0:0, aber es war ein 0:0 mit Charakter, Schweiß und einer gehörigen Portion Verzweiflung auf beiden Seiten.

Schon die ersten Minuten ließen erahnen, wohin die Reise gehen würde: Liverpool schoss, Berkshire blockte. Ashton Hoskins prüfte in der 3. Minute mit einem kernigen Versuch aus 20 Metern den Torwart Rhys Lester, der den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. "Ich dachte, das Netz wackelt schon", grinste Hoskins nach dem Spiel, "aber dann kam dieser Lester aus dem Nichts."

Liverpool blieb dran. Beecroft, Preston, Arrondo - sie alle reihten sich in die Liste der Schützen ein, während Berkshire vor allem auf das Prinzip Hoffnung setzte. Und auf Sean McLeod. Der 33-jährige Mittelstürmer war einer der wenigen Royals-Spieler, die den Ball auch mal jenseits der Mittellinie sahen. In der 18. Minute zog er beherzt ab, doch Liverpool-Keeper Joseph Bernheim fing den Ball so locker, als hätte er gerade eine Postkarte aus Berkshire bekommen.

Trainer Heiner Schneider von den Reds stand derweil mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, sah 15 Torschüsse seiner Mannschaft - und keinen einzigen Treffer. "Wir wollten offensiv bleiben, aber offenbar hat das Tor heute Urlaub genommen", seufzte er in der Pressekonferenz.

Das Spiel nahm in der ersten Halbzeit den Charakter einer einseitigen Belagerung an. Liverpool agierte zwar laut Taktikdaten "defensiv" - eine hübsche Ironie angesichts dessen, dass sie 54 Prozent Ballbesitz hatten und nahezu pausenlos angriffen. Die Royals dagegen spielten offiziell "offensiv", was in der Praxis bedeutete: möglichst schnell wieder an den Ball kommen, um ihn ebenso schnell wieder zu verlieren.

Kurz vor der Pause wurde es nochmal brenzlig: Sergio Arrondo kam in der 44. Minute frei zum Schuss, doch Lester war erneut zur Stelle. Der Keeper der Royals wuchs an diesem Abend über sich hinaus. "Ich hatte einfach keinen Bock, dass die hier jubeln", sagte er nach der Partie mit einem Augenzwinkern. Und das fasste die Stimmung im Stadion ganz gut zusammen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Liverpool drückte, Berkshire verteidigte mit allem, was nicht niet- und nagelfest war. In der 55. Minute zirkelte der junge Matthew Preston den Ball knapp am Pfosten vorbei. Sechs Minuten später versuchte es Lewis Valentine gleich dreimal innerhalb von 15 Minuten - jedes Mal entschärfte Lester oder ein Bein dazwischen.

Dann der Schreckmoment: In der 65. Minute blieb Liverpools Innenverteidiger Oliver Beecroft nach einem Zweikampf liegen. Muskelverletzung, wie sich später herausstellte. Lucas Madigan kam für ihn, und Schneider brummte: "Wenn selbst meine Verteidiger mehr Torschüsse haben als meine Stürmer, läuft irgendwas falsch."

Während Liverpool verzweifelt suchte, blieb Berkshire bei seiner minimalistischen Strategie. Noch einmal McLeod (38.) und Samuel Dewey (40.) prüften Bernheim - die beiden einzigen echten Chancen des Heimteams in der zweiten Halbzeit. Danach war Schluss mit Vorwärtsdrang.

In den Schlussminuten, als die Reds noch einmal alles nach vorne warfen, sah man sogar den Rechtsverteidiger Marco Hermenegildo (80.) und Mittelfeldroutinier Carlo Lago (89.) in Schussposition. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor, egal wie sehr es die Statistik verlangte. 15:3 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und trotzdem nur ein Punkt.

"Wir haben alles versucht, wirklich alles", sagte Trainer Schneider, "aber manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz ohne Pointe." Sein Gegenüber, der Royals-Coach - der sich nach Abpfiff mit einem breiten Grinsen verabschiedete - konterte trocken: "Dann war ich heute eben die Pointe."

Am Ende jubelten die Berkshire-Fans, als hätten sie gewonnen. Und in gewisser Weise stimmte das auch: Wer 90 Minuten lang einem Gegner wie Liverpool standhält, darf sich feiern lassen.

Fazit: Ein torloses Remis mit Unterhaltungswert - zumindest für Liebhaber taktischer Schlachten und Torhüterleistungen. Rhys Lester, der Mann des Abends, dürfte heute Nacht ruhig schlafen. Heiner Schneider dagegen wohl eher nicht.

Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Kein Tor, aber wenigstens Spannung - das ist mehr, als man von manchen Blockbustern sagen kann."

05.09.643987 11:15
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Toni Polster
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