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Neapel stolpert über Athen - Pagalis schockt den Vesuv

Ein europäischer Fußballabend, wie er den alten Stadiongeistern gefällt: ein bisschen Drama, ein bisschen Chaos und am Ende ein Ergebnis, das in Neapel niemand so recht glauben wollte. AEL Athen gewinnt das Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Europaliga mit 2:1 beim AC Neapel - und das völlig verdient.

35.813 Zuschauer im Stadio San Paolo (manche schwören, sie hätten die Vesuvasche zittern gespürt) sahen von Beginn an eine Partie, in der die Griechen dem Favoriten die Sonne aus dem Gesicht nahmen. Trainer Gian-Luca Sidler hatte seine Neapolitaner offensiv eingestellt, aber während die Hausherren noch die Taktiktafeln studierten, stürmten die Gäste mit jugendlicher Unbekümmertheit los.

Schon in der fünften Minute prüfte Aggelos Pagalis mit einem wuchtigen Linksschuss Torhüter Mario Imperiale - noch hielt der Keeper. "Da wusste ich, dass es heute kein Spaziergang wird", gab Imperiale später zu, "die Griechen schossen ja aus allen Richtungen, sogar aus der Kantine."

Neapel brauchte ganze 25 Minuten, um sein Publikum zu beruhigen. Arnau Muno, der 34-jährige Mittelstürmer, verwandelte nach einer butterweichen Flanke von Fernando Beltran zum 1:0. Für einen Moment schien alles in geordneten Bahnen zu laufen. "Ich dachte, das war’s jetzt, wir kontrollieren das Spiel", murmelte Muno nach der Partie, "aber dann kam dieser… wie hieß er?" - "Athanasiadis", half ein Reporter. "Genau, dieser Athanasiadis. Der hat uns das Lächeln gelöscht."

Denn nur neun Minuten später schlug AEL Athen zurück. Anthimos Athanasiadis, der flinke Rechtsaußen, kombinierte sich mit Agisilaos Basinas durch die neapolitanische Hintermannschaft, als wäre sie ein offenes Stadttor, und schob eiskalt zum 1:1 ein. Die Griechen jubelten mit mediterraner Zurückhaltung - also gar nicht. Trainer Ryan Mystery grinste nur: "Wir wollten das Stadion leiser machen. Hat funktioniert."

Nach der Pause wurde Neapel nervös, Athen clever. Während die Hausherren sich in Schönheit verloren, spielten die Griechen kurz, präzise und mit wachsendem Selbstbewusstsein. In der 49. Minute war es dann wieder Pagalis, diesmal erfolgreicher als zu Beginn: Sein Schuss aus halblinker Position schlug unhaltbar im langen Eck ein. 2:1 für Athen, und plötzlich hörte man nur noch die 300 mitgereisten Fans aus Griechenland.

Sidler gestikulierte wild an der Seitenlinie, ließ Aron Laustsen und Ashton Davonport anlaufen, aber die Chancen verpufften - sechs Torschüsse insgesamt, keiner mehr im Netz. Athen hingegen hatte zwölf Versuche, zwei Treffer und die Gelassenheit eines Teams, das seine Hausaufgaben gemacht hatte.

In der 58. Minute wechselte Mystery den erschöpften Sotirios Fotilas aus und brachte Evangelos Choutos, kurz darauf durfte der junge Jose Maria Costinha für den Torschützen Athanasiadis ran. "Ich wollte frische Beine und alte Nerven", erklärte der Coach später mit einem Augenzwinkern. "Und ich glaube, ich habe beides bekommen."

Die Griechen sammelten noch zwei Gelbe Karten - Papadopoulos früh (8.) und Ioannidis spät (75.) - doch selbst das brachte sie nicht aus dem Konzept. Neapel rannte an, aber ohne Pressing, ohne Plan, ohne Durchschlagskraft. Sidlers Team blieb bis zur letzten Minute offensiv ausgerichtet, doch der Ballbesitz von 49 Prozent fühlte sich an wie 20.

Nach dem Abpfiff war die Stimmung gemischt. Einige Fans pfiffen, andere klatschten resigniert. "Wir haben uns selbst geschlagen", meinte Sidler, "vielleicht dachten wir, der Name reicht für ein Tor." Athen jubelte verhalten - sie wissen, dass das Rückspiel noch kommt. Pagalis, Torschütze und Mann des Abends, lächelte breit: "Ich hab einfach geschossen, weil der Himmel so schön blau war. Und dann war der Ball drin."

Was bleibt? Neapel steht vor einer schwierigen Aufgabe im Rückspiel. Athen hat sich mit einem unscheinbaren, aber effizienten Auftritt eine glänzende Ausgangsposition erspielt. Vielleicht war’s kein Fußballfest, aber sicher ein Lehrstück in Demut und Disziplin.

Oder, wie ein alter Neapolitaner beim Verlassen des Stadions sagte: "Wir wollten Pizza, bekommen haben wir Moussaka - und das auch noch kalt serviert."

03.07.643990 18:18
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Rainer Calmund
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