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Müller trifft, Browning fliegt - Hull Tigers ringen Newcastle nieder

Ein kalter Januarabend in Hull, Flutlicht-Atmosphäre, 44.464 Zuschauer, und ein Spiel, das mehr Schweiß als Glanz versprach - aber am Ende jubelte das Heimvolk. Die Hull Tigers schlugen die Newcastle Geordies mit 1:0 und feierten einen Sieg, der weniger durch Eleganz als durch Beharrlichkeit glänzte.

Von Beginn an machten die Tigers klar, dass sie dieses Spiel bestimmen wollten. Schon in der zweiten Minute prüfte Niclas Müller, der später zum Helden des Abends werden sollte, Geordies-Keeper Stephane Beyince mit einem ersten Warnschuss. "Ich wollte ihn wachrütteln", lachte Müller nach dem Spiel. Wach war der Torwart danach tatsächlich - und das war auch nötig, denn Hull feuerte insgesamt 16 Bälle auf seinen Kasten.

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Geduld und vergebenen Chancen. Julian Gontan und Müller wechselten sich im Scheitern ab, während Newcastle mit drei dürftigen Torschüssen ein eher unterkühltes Offensivkonzept präsentierte. Trainer Bobby Granato raufte sich an der Seitenlinie mehrmals die Haare, rief seinen Jungs zu: "Macht endlich was aus dem Ballbesitz!" - immerhin hatten die Tigers fast 55 Prozent davon.

Nach dem Seitenwechsel kam dann, was kommen musste - oder besser gesagt: was endlich kommen durfte. In der 49. Minute spielte Orkut Erkin einen dieser cleveren Pässe, die so aussehen, als wären sie gar nicht so clever, bis man merkt, dass sie es doch sind. Müller startete links durch, nahm den Ball volley, und Beyince konnte nur noch zusehen. 1:0 für Hull, Explosion im Stadion. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Müller später, "und diesmal war das Ding drin. Endlich."

Newcastle-Coach Konstantin Ratai stand derweil regungslos an der Linie, als hätte man ihn festgetackert. Seine Mannschaft fand keine Antwort. "Wir waren nicht mutig genug", gab er später zu. "Hull hat uns körperlich niedergerungen."

Und körperlich war es tatsächlich. Besonders ein junger Mann namens Joshua Browning sorgte für Schlagzeilen: Erst Gelb in der 67. Minute nach einem rustikalen Einstieg, dann in der 78. Minute glatt Rot. Der 18-Jährige hatte sich offenbar mit der physikalischen Grenze zwischen Ball und Knochen vertan. "Ich wollte nur den Ball treffen", stammelte er später in der Mixed Zone, "aber der Ball war halt… nicht da."

Nach dem Platzverweis war die Partie im Grunde entschieden. Hull spielte die letzten Minuten mit der Ruhe einer Mannschaft, die weiß, dass die drei Punkte ihr nicht mehr zu nehmen sind - auch wenn Ellis Graysmark sich in der 83. Minute noch eine Gelbe Karte abholte, weil er lautstark diskutierte, ob der Rasen zu lang geschnitten sei.

Die Geordies, ohnehin offensiv zahnlos, wirkten nun wie ein Boxer, der in der siebten Runde merkt, dass er vergessen hat, warum er überhaupt im Ring steht. Vicente Futre und Alberto Rocha bemühten sich, aber jeder Angriff verpuffte im dichten Huller Abwehrnetz. Joseba Pena und Kian Cochran räumten alles ab, was sich bewegte - und manchmal auch, was sich nicht bewegte.

Trainer Granato lobte nach dem Spiel vor allem die Einsatzfreude seines Teams: "Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches. Wir haben gefightet, wir haben gebissen - eben wie Tiger." Erkin, der Vorlagengeber, ergänzte schmunzelnd: "Ich wusste, wenn ich Müller finde, findet er das Tor. Das ist wie ein Naturgesetz."

Auf der anderen Seite wirkte Ratai sichtlich angefressen: "Wir verlieren hier durch eine Unachtsamkeit und eine Dummheit. Wenn du mit zehn Mann spielst, kannst du keine Wunder erwarten."

Statistisch gesehen sprach ohnehin alles für Hull: 16 Torschüsse zu 3, ein Tackling-Quote von 57 Prozent, leichtes Plus beim Ballbesitz - und ein Publikum, das spätestens nach der Roten Karte in eine Art ekstatische Dauerwelle verfiel.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete das Stadion auf. Kein Spektakel, keine Gala - aber ein Sieg, der zählt. Müller wurde gefeiert, Browning verschwand wortlos im Kabinengang, und Coach Granato grinste in die Kameras: "Manchmal reicht ein Tor, wenn’s das richtige ist."

Und so bleibt vom 10. Spieltag der 1. Liga England vor allem eine Erkenntnis: Fußball ist manchmal kein Tanz, sondern ein Handwerk. Die Hull Tigers haben an diesem Abend den Hammer geschwungen - und die Geordies waren das bedauernswerte Nagelbrett.

03.05.643987 07:50
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Wenn für Ze Roberto jemand 30 Millionen bietet, kann er sein Auto putzen und dann ab über die Alpen.
Rainer Calmund
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