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Midlands Villa verzweifelt an sich selbst - 0:0 gegen Pompey FC

Ein torloses Remis kann man auf zweierlei Arten betrachten: als taktisches Meisterstück der Defensiven oder als schmerzhaftes Lehrstück im Vergeben bester Chancen. Im Falle von Midlands Villa gegen Pompey FC dürfte Letzteres zutreffen. 39.025 Zuschauer im Villa Park erlebten am 25. Spieltag der 1. Liga England ein 0:0 der besonders frustrierenden Sorte - mit 15:3 Torschüssen, 60 Prozent Ballbesitz für die Hausherren und einer beeindruckenden Mischung aus jugendlichem Elan und fehlender Kaltschnäuzigkeit.

Trainer Markus Posarnig stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, der Blick irgendwo zwischen "Wie soll ich das erklären?" und "Vielleicht war der Ball ja verflucht". "Wir haben alles gemacht, außer das Naheliegende", sagte er später mit einem bitteren Lächeln. "Das Naheliegende wäre gewesen, das Tor zu treffen."

Dabei begann die Partie durchaus verheißungsvoll. Schon in der 6. Minute prüfte der 18-jährige Makis Nikoloudis Pompey-Keeper Hartmut Meister mit einem satten Schuss aus der Distanz. Zwei Minuten später zog Jacob Whitman nach - drüber. In regelmäßigen Abständen rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor der Gäste zu: Fekete in der 17., Prudhomme in der 19., Nelis in der 20. Minute. Der Ballbesitz von 60 Prozent fühlte sich auf den Rängen an wie 80, so sehr drückte Villa. Nur das Netz - das blieb unberührt wie ein Museumsexponat.

Pompey FC hingegen hatte seine Momente eher in der Defensive. Linksverteidiger Kian Almond fiel doppelt auf: erst mit einer Gelben Karte in der 32. Minute, dann mit einer Gelb-Roten in der 86. "Ich wollte nur den Ball spielen", erklärte Almond später kleinlaut. "Leider war der Ball schon woanders." Nach dem Platzverweis wirkten die Gäste, mittlerweile auf zehn Mann reduziert, wie ein angeschlagener Boxer, der sich nur noch auf die Punkte rettet.

Dass es überhaupt so weit kam, lag auch an Keeper Meister, der in der 68. Minute einen wuchtigen Versuch von Nikoloudis mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. "Ich dachte, der Ball hat schon gepfiffen", grinste Meister nach dem Spiel, "aber das war wohl nur der Wind."

Villa spielte in gewohnter, ausgewogener Formation - keine wilde Offensive, kein übertriebenes Pressing, eher die geduldige Variante des Dauerbelagerns. Posarnig ließ seine Mannschaft taktisch diszipliniert agieren, doch manchmal ist Disziplin eben der Feind der Überraschung. "Wir haben zu brav gespielt", meinte Rechtsaußen Sean Locklear, der mit seinen Flanken zwar für Gefahr sorgte, aber auch mehrfach an Pompeys Abwehrscheibe abprallte.

Pompey-Coach - dessen Name in den Annalen des Spiels nicht aufscheint, aber dessen Gesicht nach 90 Minuten nach purer Erleichterung aussah - durfte sich als heimlicher Sieger fühlen. Seine Mannschaft hatte zwar nur drei Torschüsse, aber immerhin keinen Gegentreffer. "Manchmal muss man wissen, wann man nicht verliert", sagte er später mit philosophischem Unterton.

Kurios wurde es kurz vor der Pause: Pompey-Stürmer Elias Bertram verletzte sich bei einem harmlosen Zweikampf, humpelte vom Platz und wurde durch Jean-Pierre Lalonde ersetzt. Ein ungewollter Tausch, der das ohnehin zaghafte Offensivspiel der Gäste weiter lähmte.

Die zweite Halbzeit war im Grunde eine Wiederholung der ersten, nur mit etwas mehr Verzweiflung. Pierre Nelis prüfte Meister in der 61. Minute erneut, Whitman versuchte es aus der Distanz, Fekete zog noch zweimal ab. Und jedes Mal hielt die Pompey-Mauer stand - mal mit Glück, mal mit Geschick, mal einfach, weil der Ball nicht wollte.

Als Schiedsrichter Collins nach 90 Minuten abpfiff, sank Makis Nikoloudis auf die Knie. "Ich hätte zehn Tore schießen können", murmelte er, "aber anscheinend war der Ball heute allergisch gegen das Netz."

Statistisch betrachtet war es eine einseitige Angelegenheit: 15 Torschüsse zu 3, 60 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - alles sprach für Villa. Nur das Ergebnis nicht.

Ein Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt, als er nach dem Abpfiff rief: "Schön gespielt, Jungs! Aber das Tor steht da nicht zur Deko!"

So blieb es beim 0:0 - einem Ergebnis, das Pompey FC wie ein Sieg vorkam und Midlands Villa wie ein Rätsel. Trainer Posarnig versprach immerhin, an der Chancenverwertung zu arbeiten: "Vielleicht lassen wir das nächste Mal das Tor ein bisschen größer hinstellen."

Man kann nur hoffen, dass das keine neue Taktik wird.

15.11.643987 05:55
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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