Tuttosport
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Mantova dreht das Spiel - Pisa verzweifelt an Buonvicino und Bail

Ein kalter Januarabend in Mantua, Flutlicht, 27.000 Zuschauer - und ein Spiel, das anfangs nach einem gemütlichen Auswärtssieg für AS Pisa aussah, sich dann aber in ein emotionales Drama verwandelte. Am Ende jubelte Mantova Calcio über ein 2:1, das sie sich mit Leidenschaft und einer Prise Chaos redlich verdienten.

Schon nach neun Minuten klatschte das Stadion in kollektives Schweigen: Bernardo Ortiz, Pisas quirliger Rechtsaußen, hatte nach feinem Zuspiel von Karl Kühne eiskalt vollstreckt. Kühne grinste später: "Bernardo hat einfach gemacht, was er immer macht - nicht nachdenken und schießen." Es war eine frühe Führung, die Pisa zunächst beflügelte. Mantova wirkte nervös, verlor Bälle im Aufbau, und Torwart Caloveto schimpfte lautstark auf seine Abwehr, die offenbar noch im Aufwärmmodus war.

Doch Mantova wäre nicht Mantova, wenn sie nicht auf chaotische Weise ins Spiel zurückfinden würden. Besonders Frederic Bail, der französische Wirbelwind auf links, sorgte für Unruhe. In der 17. Minute prüfte er Pisas Keeper Ioannou mit einem strammen Schuss, in der 36. wieder - beide Male blieb der Grieche Sieger. Trainer Bembel Macher von Pisa rief seinem Torwart zu: "Bleib wach, die fliegen hier tief!" Ioannou nickte - und flog tatsächlich noch einige Male.

Kurz vor der Pause dann der Moment, der das Spiel kippen sollte. Linksverteidiger Lorenzo Buonvicino, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, zog nach einem feinen Pass von Massimo Santarossa einfach mal ab. Der Ball rauschte aus 20 Metern ins rechte Eck - 1:1 in der 45. Minute. Das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Buonvicino später, "eigentlich wollte ich flanken." Manchmal ist Fußball eben Poesie aus Versehen.

Mit diesem Treffer kam Mantova aus der Kabine wie verwandelt. Die Gastgeber übernahmen leicht die Kontrolle (Ballbesitz 51 Prozent), Pisa blieb gefährlich, aber nicht mehr zwingend. In der 56. Minute dann der große Auftritt von Bail: Nach einem schnellen Doppelpass mit Jacopo Santa tanzte er zwei Verteidiger aus und schob überlegt ein - 2:1! "Ich hab Santa nur zugerufen: Gib mir den Ball, ich mach das", erzählte Bail lachend. Und er machte tatsächlich.

Pisa rannte an, schoss elfmal aufs Tor, biss sich aber an Mantovas kompakter Defensive die Zähne aus. Karl Kühne prüfte Caloveto in der 52. Minute, Ortiz schoss in der 85. noch einmal gefährlich, aber der Mantova-Schlussmann hatte seine Nerven wiedergefunden. "Nach dem 0:1 hab ich gedacht: Nicht schon wieder", gab Caloveto zu, "aber dann hat Lorenzo uns geweckt."

Trainer Bembel Macher wirkte nach dem Spiel zwischen Frust und Fassungslosigkeit. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Mantova trifft zweimal aus dem Nichts. Vielleicht sollten wir anfangen, unsere Chancen in Punkte umzuwandeln." Auf der anderen Seite feierte Mantovas Team ausgelassen. Santarossa, der Vorlagengeber des Ausgleichs, tanzte im Mittelkreis mit einem Ball unter dem Arm. "So gewinnt man Spiele, wenn man nie aufhört, an den Blödsinn zu glauben, den der Trainer sagt", lachte er.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: Pisa hatte etwas mehr Torschüsse (11 zu 9), Mantova leicht mehr Ballbesitz. Die Zweikampfquote (48 zu 52 Prozent gegen Mantova) zeigt, dass Pisa aggressiver war, aber Effizienz schlägt Einsatz. Mantova spielte taktisch ausgewogen, Pisa offensiv - doch die Tore schossen die, die das Glück auf ihrer Seite hatten.

In den letzten Minuten drückte Pisa noch einmal, Macher schickte alles nach vorne, selbst Innenverteidiger Payne tauchte im Strafraum auf. Doch Mantova verteidigte mit Leidenschaft, manchmal auch mit dem berühmten "italienischen Pragmatismus" (sprich: alles, was Beine hat, darf blocken).

Als Schiedsrichter Gallo abpfiff, lag in der Luft dieser typische Mantua-Mix aus Erleichterung, Stolz und Espresso-Duft. Ein 2:1-Sieg, der nicht schön war, aber umso mehr gefeiert wurde.

"Ich hab gesagt, wir müssen einfach nur verrückt genug sein, um dran zu glauben", grinste Mantovas Coach nach dem Spiel. Pisa nahm die Niederlage sportlich - und vermutlich eine lange Busfahrt mit vielen Fragen im Gepäck.

Vielleicht war es kein perfektes Spiel, aber eins, das man nicht vergisst. Und manchmal ist das im Fußball das Schönste: Wenn aus einem Montagabend in Mantua plötzlich ein kleines Drama wird - mit Helden, Nerven und einem Linksverteidiger, der flanken wollte und Geschichte schrieb.

07.06.643987 01:02
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