Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Malatiaspor rettet spät einen Punkt - Teenager Sekman schreibt Geschichte

Ein Freitagabend in Malatya, Flutlicht, 26.120 Zuschauer, und die Fans von Malatiaspor schwankten 90 Minuten lang zwischen Verzweiflung, Hoffnung und schließlich Erleichterung. Am Ende stand ein 1:1 gegen Vestel SK - ein Ergebnis, das beide Seiten als "gerecht, aber irgendwie unbefriedigend" bezeichneten.

Vestel SK legte los, als hätte Trainer Kiri Watslos seinen Männern Red Bull intravenös verabreicht. Schon nach sieben Minuten zappelte der Ball im Netz - und das nicht zufällig. Jake MacDonald, der flinke Rechtsaußen mit britischem Temperament, nahm einen langen Ball des 17-jährigen Innenverteidigers Erim Tanman auf, ließ Malatyas Defensive wie Slalomstangen stehen und vollendete eiskalt ins linke Eck. 0:1. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste MacDonald später, "und gehofft, dass der Torwart noch beim Aufwärmen ist."

Malatiaspor wirkte in der Anfangsphase wie ein Diesel im Winter - zäh, schwer in Gang zu bringen. Trainer Jan Metric schrie sich an der Seitenlinie die Seele aus dem Leib, während seine Spieler offenbar noch versuchten, die Bedeutung von "Pressing" zu googeln. Erst nach 20 Minuten kam so etwas wie Leben in die Offensive: Efstathios Xanthis prüfte Vestel-Keeper Daniel Rushton gleich doppelt (21. und 23. Minute), der aber mit britischer Gelassenheit parierte. "Ich hab die Bälle gehört, bevor ich sie gesehen hab", witzelte Rushton hinterher - und grinste, als hätte er gerade den Bus verpasst, aber trotzdem gute Laune.

Malatiaspors Frust wuchs, die Gelben Karten auch. Louis Aimee (33.), Otto Gregersen (40.) und später Felipe Ferrer (54.) sahen den Karton - nicht wegen böser Fouls, eher weil sie im falschen Moment am falschen Ort standen. "Unsere Jungs wollten zeigen, dass sie Herz haben", verteidigte Metric halb ironisch. "Manchmal schlägt das Herz halt in die Beine."

Vestel SK kontrollierte das Geschehen, ohne zu glänzen. 50,4 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse - solide, aber nicht spektakulär. Die Offensive blieb gefährlich, vor allem über die rechte Seite mit MacDonald und Christiano Velasco. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr bekam Malatiaspor den Fuß in die Tür.

In der 62. Minute dann der Moment, der das Stadion explodieren ließ: Der 17-jährige Refet Sekman, gerade einmal seit drei Spielen im Profikader, fasste sich ein Herz. Nach schöner Vorbereitung von Alex Baiao zog er aus 18 Metern ab - flach, präzise, unhaltbar. 1:1. "Ich hab gar nicht nachgedacht", stammelte Sekman später, "ich hab einfach geschossen. Und plötzlich war alles laut."

Von da an roch es nach Sensation. Malatiaspor drückte, Otto Gregersen und der eingewechselte Argün Özat (17 Jahre jung) sorgten für Wirbel. Die Heimfans standen, als wäre schon Nachspielzeit im Pokalfinale. Doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein. Ferrer hatte in der 90. Minute die letzte Chance, sein Schuss strich knapp über die Latte - und Trainer Metric sank theatralisch auf die Knie, als wäre es der letzte Akt einer Oper.

Nach dem Abpfiff gab’s dann die übliche Mischung aus Erleichterung und Ärger. "Ein Punkt ist ein Punkt", brummte Metric, "aber wir hätten mehr verdient." Sein Gegenüber Watslos blieb cool: "Wir haben früh geführt, dann aufgehört, Fußball zu spielen. Vielleicht dachten die Jungs, 1:0 reicht in Malatya."

Die Statistik spricht für das Ergebnis: 10:9 Torschüsse, nahezu ausgeglichener Ballbesitz (49,6 zu 50,4 Prozent), Zweikampfquote praktisch pari. Beide Teams spielten mit offenem Visier, ohne übermäßig zu riskieren. Malatiaspor begann defensiv ausgewogen, steigerte sich in Einsatz und Mut. Vestel blieb offensiv, aber zunehmend ideenlos.

Im Kabinentrakt hörte man anschließend Gelächter - und ein paar müde Seufzer. Die jungen Wilden von Malatiaspor, allen voran Sekman und Özat, wurden gefeiert wie Popstars. "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens mit Stil", grinste Kapitän Haluk Karan, bevor er sich den obligatorischen Becher Ayran gönnte.

So blieb es beim 1:1, einem Spiel, das keine Sieger, aber viele Geschichten bot. Ein Teenager-Tor, ein britischer Stürmer im Feiermodus, vier gelbe Karten und ein Trainer, der zwischen Verzweiflung und Ekstase pendelte - kurz gesagt: Fußball in seiner schönsten, menschlichsten Form.

Und als die Lichter im Malatya-Stadion ausgingen, blieb die Erkenntnis: Manchmal reicht ein Punkt, um eine ganze Stadt lächeln zu lassen.

21.04.643987 18:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Sie sollen nicht glauben, dass sie Brasilianer sind, nur weil sie aus Brasilien kommen.
Paul Breitner über die Dortmunder Dede und Evanilson
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager