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Malatiaspor besiegt Bisektas mit kühlem Kopf und heißem Fuß

Es war ein frostiger Januarabend in Malatya, aber auf dem Rasen des Yeni Malatya Stadı kochte die Luft. 23.060 Zuschauer sahen eine Partie, die weniger ein taktisches Schachspiel als vielmehr eine Mischung aus Geduld, Wucht und gelegentlichem Chaos war. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Sieg für Malatiaspor über Bisektas - und Coach Jan Metric durfte sich über einen fast reifen Auftritt seiner Mannschaft freuen.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass die Hausherren den Ton angeben wollten. Alex Baiao prüfte in der 7. Minute erstmals Bisektas-Keeper Suay Arikan, der sich mit einer Flugeinlage in die Herzen der Auswärtsfans warf - und in den nassen Rasen. "Ich war eigentlich schon beim Jubeln, bis der Typ plötzlich flog wie Superman", grinste Baiao nach Abpfiff.

Doch die Freude ließ nicht lange auf sich warten. In der 14. Minute kombinierten sich Pehlivan Avci und der junge Grieche Efstathios Xanthis über rechts durch die Abwehr, als wollten sie die Verteidiger nur zum Tanz bitten. Xanthis blieb eiskalt und schob den Ball flach ins linke Eck - 1:0! "Ich habe nur kurz hochgeschaut und gesehen, dass der Torwart blinzelt", erklärte Xanthis später mit einem breiten Lächeln.

Bisektas, ohnehin eher für kontrollierten Ballbesitz als für Hurra-Fußball bekannt, reagierte träge. Trainer Jan Metric rief vom Spielfeldrand: "Bleibt dran!", während sein Gegenüber, dessen Name die Stadionregie vor Anpfiff übrigens versehentlich als "Herr Gasttrainer" ansagte, zunehmend verzweifelt mit den Armen ruderte.

Die Gäste kamen zwar durch Baysal Asik und Zekeriya Simsek zu vereinzelten Chancen (9., 29., 45.), doch Malatyas Keeper Oliver Badham hatte einen dieser Abende, an denen selbst Fliegen an ihm abprallen würden. Und wenn Badham mal nicht dran war, dann half die Latte - oder schlicht das Glück des Tüchtigen.

Mit 53 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen gegenüber 8 der Gäste hatte Malatiaspor die Partie weitgehend im Griff. Nur die Gelbe Karte für Duarte Manu in der 70. Minute erinnerte daran, dass Fußball eben kein Ballett ist. "Ich wollte nur den Ball treffen - und irgendwie stand da ein Bein dazwischen", meinte Manu achselzuckend.

In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zunächst. Bisektas wirkte planlos, Malatiaspor verwaltete die Führung, und die Zuschauer vertrieben sich die Zeit mit rhythmischem Klatschen und dem üblichen gepflegten Pfeifkonzert gegen den Schiedsrichter. Dann kam die 77. Minute - und der Moment, der alles entschied.

Haluk Karan, der unermüdliche Mittelfeldmotor, sah eine Lücke, die nur er sah, und steckte den Ball perfekt in den Lauf von Alex Baiao. Der Brasilianer nahm Maß und drosch das Leder humorlos unter die Latte - 2:0! Arikan konnte nur noch hinterherschauen. "Haluk meinte in der Kabine, der Pass war Absicht", witzelte Baiao. "Ich sag’s mal so: Er war gut genug, dass ich’s glaube."

Bisektas versuchte danach noch einmal, das Ruder herumzureißen. Cezmi Sabankay schoss aus 20 Metern, Rauf Karan sah Gelb, Nikola Horvat ebenfalls - und Trainer Metric notierte lässig in sein kleines schwarzes Buch. "Ich schreibe da nur auf, wer mich nächste Woche zum Kaffee einlädt", sagte er beim Schlusspfiff mit einem Augenzwinkern.

Die Gäste schafften es trotz ordentlicher Passquote und 46 Prozent Ballbesitz nie, echte Gefahr auszustrahlen. Ihre Taktik blieb über 90 Minuten "balanciert", was in diesem Fall eher nach "uninspiriert" klang. Kein Pressing, wenig Mut - und am Ende ein Ergebnis, das den Spielverlauf deutlich widerspiegelt.

"Wir haben uns heute selbst geschlagen", räumte Bisektas-Mittelfeldmann Müjdat Özkan ein, der früh Gelb gesehen hatte. "Malatya war einfach giftiger. Vielleicht lag’s am Tee in der Kabine - unserer war wohl koffeinfrei."

Währenddessen tanzten die Malatya-Fans auf den Rängen. Ein älterer Zuschauer mit Schal und Sonnenbrille rief in Richtung Trainer Metric: "Lass den Baiao nie wieder gehen!" - und man hatte das Gefühl, der Coach überlegte kurz.

Mit diesem Sieg klettert Malatiaspor in der Tabelle weiter nach oben und zeigt, dass man auch ohne grelle Starallüren groß aufspielen kann. Zwei Tore, ein überzeugender Auftritt, kein Gegentreffer - was will man mehr? Vielleicht nur, dass der Winter genauso warm bleibt wie dieser Fußballabend.

Und irgendwo in der Kabine summte Alex Baiao leise vor sich hin: "Zwei Tore, null Sorgen." Wenn das mal kein Soundtrack für die Rückrunde ist.

15.05.643987 05:28
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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