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London Blues zittern sich mit jungem Helden Hoskins ins Pokal-Viertelfinale

Ein lauer Januarabend, 59 625 Menschen im Stadion, aber nur ein Tor: Die London Blues gewinnen ihr Pokalspiel der dritten Runde gegen die Barnsley Tykes mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Rasen durchaus Dramatik, Nervenkitzel und jugendlichen Übermut bot.

Dass am Ende der 20-jährige Kian Hoskins zum Helden wurde, passte ins Drehbuch eines Abends, der eher nach Pflichtaufgabe aussah, sich dann aber in zähe Geduldsarbeit verwandelte. "Ich hab einfach draufgehalten - ehrlich gesagt, wollte ich eigentlich flanken", grinste Hoskins nach dem Spiel, während ihm Mitspieler Leo Fairchild Wasser über den Kopf goss. Das Tor in der 51. Minute war sinnbildlich für den Abend: ein kurzer Moment der Klarheit inmitten vieler halber Chancen.

Zuvor hatten die Blues das Spiel dominiert, ohne sich wirklich zu belohnen. 57 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse - aber lange wollte nichts Zählbares herausspringen. Schon nach drei Minuten prüfte Rechtsverteidiger Joshua Greenwald den Gästetorwart Andrew Morriss aus der Distanz, und Trainer Fabio Rapi raufte sich früh die Haare. "Wenn der Ball so weiter fliegt, trifft er in Leeds ein", knurrte er in Richtung Ersatzbank - halb im Spaß, halb in Verzweiflung.

Fairchild, der flinke Rechtsaußen, war der auffälligste Akteur der ersten Halbzeit, versuchte es gleich mehrfach, in der 8., 23. und 52. Minute. Doch immer wieder blieb Morriss der Fels im Barnsley-Tor. Die Gäste selbst kamen kaum zur Entlastung: ganze drei Schüsse auf das Tor, meist harmlose Versuche von Lucas Prinsloo oder Jacob Burton, die Blues-Keeper Luke Prentiss kaum ins Schwitzen brachten.

"Wir wussten, dass sie uns laufen lassen würden", erklärte Barnsley-Coach Alan Harper trocken (man munkelt, er habe kurz nach dem Schlusspfiff das Wort "Balljagd" endgültig aus seinem Sprachschatz gestrichen). Seine Mannschaft verteidigte tapfer, aber ohne Esprit - und als Hoskins nach Vorarbeit des umsichtigen Mittelfeldmotors Connor Lansbury den Ball aus 16 Metern in den rechten Winkel drosch, war die Geschichte fast geschrieben.

Fast - denn die Blues schienen danach zu glauben, das 1:0 würde sich von selbst verwalten. Stattdessen wurde es ruppiger. Greenwald kassierte in der 61. Minute Gelb, nach einem rustikalen Einsteigen, das eher nach Rugby aussah. "Ich hab den Ball gespielt - na ja, irgendwann bestimmt", lachte der 30-Jährige später. Auf der anderen Seite holte sich Barnsleys Alexandre Marley in der 81. Minute ebenfalls Gelb, nachdem er Marcio Deco kurzerhand umgepflügt hatte.

Fabio Rapi wirkte an der Seitenlinie mal wie ein Dirigent, mal wie ein verzweifelter Vater: wild gestikulierend, laut rufend, aber stets elegant gekleidet. "Wir müssen lernen, Spiele früher zuzumachen", meinte er hinterher. "Aber wenn man schon gewinnt, dann wenigstens schön - und jung." Tatsächlich war es bemerkenswert, wie viel Verantwortung seine Nachwuchskräfte trugen: Hoskins, Fairchild, Lansbury - alle Anfang 20.

Die Barnsley Tykes hingegen wirkten, als hätten sie den Busschlüssel schon zur Halbzeit gesucht. Nur selten wagten sie sich nach vorn, und wenn, dann endeten ihre Angriffe meist in den Beinen der souveränen Innenverteidiger Bridges und Prentiss. Einmal, in der 74. Minute, sorgte Jacob Burton noch für einen Hauch von Gefahr - doch sein Schuss landete mehr auf der Tribüne als im Netz.

Das Publikum quittierte das mit einem kollektiven Stöhnen, gefolgt von Standing Ovations, als der Schlusspfiff ertönte. Die Blues-Fans wissen: Im Pokal zählen keine Schönheitswerte, sondern Ergebnisse. "Ein Null klingt klein, aber fühlt sich groß an", meinte ein Fan im blauen Schal, während er sein Bier hob.

Statistisch gesehen war es eine klare Sache - 57 Prozent Ballbesitz, 14:3 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Und doch stand am Ende nur dieses eine Tor. Vielleicht war das der britischste aller Siege: effizient, stoisch und mit einem Hauch jugendlicher Tollkühnheit.

Zum Schluss noch eine Szene, die sinnbildlich für das Spiel stand: In der Nachspielzeit schob Fairchild den Ball an den Pfosten, Hoskins jubelte schon, Trainer Rapi sank theatralisch in die Knie - und grinste dann. "Herzinfarkt? Nein, nur Pokal."

Ein Arbeitssieg also, aber einer, der Mut macht. Die London Blues stehen im Viertelfinale, Barnsley fährt mit erhobenem Kopf heim. Und irgendwo in London wird ein junger Mann namens Kian Hoskins heute Abend wohl kaum schlafen - nicht wegen der Müdigkeit, sondern wegen dieses einen goldenen Moments in der 51. Minute.

11.07.643987 17:59
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Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv.
Toni Polster
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